Seine Landtagsanfrage macht Umfang der staatlichen Verantwortung sichtbar. Auch im Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen.
München/Mittelfranken – Die vom Bayerischen Kultusministerium vorgelegten Ausgabenlisten weisen für den Erhalt historischer Kirchengebäude von 2015 bis 2024 staatliche Ausgaben von insgesamt rund 233,5 Millionen Euro aus. Das ergibt die Auswertung einer Schriftlichen Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl.
„Unsere Kirchen sind weit mehr als Orte des Gottesdienstes. Sie sind jahrhundertealte Kulturdenkmäler, Wahrzeichen und prägende Bestandteile unserer Städte und Gemeinden“, erklärt Scheuenstuhl. „Wer Eigentümer ist oder die Baulast trägt, muss dauerhaft und verlässlich für den Erhalt dieser Gebäude einstehen.“ Nach Angaben des Kultusministeriums trägt der Freistaat für insgesamt 521 Kirchengebäude die staatliche Baulast. Darunter befinden sich 328 evangelisch-lutherische und 193 römisch-
katholische Kirchenbauten.
Für evangelische Kirchen mit staatlicher Baulast weist das Ministerium zwischen 2015 und 2024 Ausgaben von rund 36,6 Millionen Euro aus. Bei den katholischen Kirchen waren es rund 91,3 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 78,1 Millionen Euro für staatseigene Kirchengebäude sowie rund 27,6 Millionen Euro für sieben Kathedralkirchen. Addiert man diese vier vom Ministerium vorgelegten Ausgabenlisten, ergibt sich für den Zehnjahreszeitraum ein Gesamtvolumen von rund 233,5 Millionen Euro. Nicht enthalten sind die Personalkosten der staatlichen Bauverwaltung, soweit diese nicht unmittelbar einzelnen Maßnahmen zugeordnet werden konnten. In den Tabellen sind zudem vereinzelt negative Beträge enthalten, die aus der nachträglichen Verrechnung kirchlicher Kostenbeiträge resultieren. „Diese Zahlen zeigen, welchen gewaltigen kulturellen und finanziellen Auftrag der Freistaat übernommen hat“, betont Scheuenstuhl. „Der Erhalt dieser Gebäude ist keine freiwillige Zugabe, sondern eine
dauerhafte staatliche Verpflichtung.“ Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den katholischen Kirchen mit staatlicher Baulast. Hier stiegen die jährlichen Ausgaben von rund 8,5 Millionen Euro im Jahr 2015 auf rund 18,8 Millionen Euro im Jahr 2024. Damit haben sie sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Allein gegenüber 2023, als rund 12,5 Millionen Euro ausgegeben wurden, ergibt sich ein Anstieg um rund 6,3 Millionen Euro beziehungsweise 50,6 Prozent. „Die Entwicklung macht den erheblichen Sanierungs- und Erhaltungsbedarf sichtbar“, so Scheuenstuhl, der seit 2023 dem Finanzausschuss des Bayerischen Landtages angehört. „Der Freistaat braucht deshalb eine langfristige Planung und ausreichende Haushaltsmittel. Regelmäßiger Bauunterhalt ist in aller Regel günstiger, als Schäden
über Jahre anwachsen zu lassen und anschließend teure Notsanierungen bezahlen zu müssen.“
Situation im Landkreis Weißenburg — Gunzenhausen
Auch in Mittelfranken wurden erhebliche staatliche Mittel für den Erhalt historischer Kirchengebäude eingesetzt. Hier sind die Spitzenreiter bei den staatlichen Ausgaben für Kirchengebäude im Landkreis Weißenburg — Gunzenhausen. Die Übersicht zeigt, für welche Gebäude der Freistaat Bayern im Zeitraum von 2015 bis 2024 die höchsten Mittel in EURO aufgewendet hat: (Quelle: Antwort d. Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus auf Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Harry Scheuenstuhl, SPD-Fraktion, vom 18.08.2025 „Staatliche Unterhaltslast bei Kirchengebäuden“) Kirchengebäude 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Spalte1 Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Staatl. Ausgaben Ev.-Luth. Kirche Dittenheim 0,00 0,00 0,00 529,49 15.201,74 16.201,73 14.419,40 175.228,87 89.116,41 3.697,66 314.395,30 Ev.-Luth. Münster Heidenheim 1.847,16 105.891,38 218.131,41 121.425,72 242.886,77 251.640,94 122.661,98 2.257,18 4.596,01 2.593,07 1.273.931,62.
Bildunterschrift: MdL Harry Scheuenstuhl, Foto: Jens Hartmann/BayernSPD


