Mitgliederversammlung des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal in Kinding

von | 7. Oktober 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Kin­ding (red). Die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung nut­zen, mit einer ori­gi­nel­len Kam­pa­gne Inter­es­se wecken und die Regi­on mit emo­tio­na­len Geschich­ten prä­sen­tie­ren: Auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Tou­ris­mus­ver­bands Natur­park Alt­mühl­tal am Don­ners­tag, den 5. Okto­ber 2023 im Kin­din­ger Orts­teil Enke­ring, hat des­sen Geschäfts­füh­rer Chris­toph Würf­lein die Plä­ne für das kom­men­de Jahr vor­ge­stellt.

Ein erfolg­rei­ches Jahr und neue Her­aus­for­de­run­gen

Zunächst stan­den bei der Prä­sen­ta­ti­on des Geschäfts­be­richts 2022 sowie des vor­läu­fi­gen Sai­son­be­richts 2023 die Zah­len im Fokus. Nach den Pan­de­mie-Jah­ren zeig­te sich 2022 bei den Über­nach­tun­gen eine deut­li­che Erho­lung. Das Niveau von vor Coro­na – das Jahr 2019 hat­te mit einem All­zeit­hoch bei den gewerb­li­chen Über­nach­tun­gen geschlos­sen — konn­te aller­dings noch nicht erreicht wer­den. Von Janu­ar bis Juli 2023 ver­zeich­ne­te der Natur­park Alt­mühl­tal bei den Über­nach­tungs­zah­len ein wei­te­res Plus von 15,0 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum. Damit sol­che Sta­tis­ti­ken auch in Zukunft zur Erfolgs­kon­trol­le her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen, rich­te­ten die baye­ri­schen Tou­ris­mus­ver­bän­de im Juli die­ses Jah­res ein gemein­sa­mes Schrei­ben an Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser gegen die Abschaf­fung der Mel­de­pflicht im Über­nach­tungs­sek­tor. Sie spre­chen sich für einen digi­ta­len Mel­de­schein aus, der die Betrie­be ent­las­ten und den­noch die Erhe­bung aus­sa­ge­kräf­ti­ger Zah­len ermög­li­chen wür­de.

Open Data als Chan­ce

Der ers­te Vor­sit­zen­de Land­rat Alex­an­der Anets­ber­ger ver­wies auf die ste­tig wach­sen­de Bedeu­tung der Digi­ta­li­sie­rung auch im regio­na­len Tou­ris­mus. Ohne kon­se­quen­te

Digi­ta­li­sie­rung sei der Tou­ris­mus in der Regi­on nicht zukunfts­fä­hig.

Unter die­ses Stich­wort fällt die Betei­li­gung des Natur­park Alt­mühl­tal an der Bay­ern­Cloud. Die Bay­ern Tou­ris­mus Mar­ke­ting GmbH stellt dafür seit Anfang 2023 eine offe­ne digi­ta­le Infra­struk­tur zur Ver­fü­gung. Die tou­ris­ti­schen Daten wer­den alle in einem glei­chen les­ba­ren For­mat gespei­chert. Ange­bo­te, die über die Cloud ver­füg­bar sind, wer­den über eine wach­sen­de Zahl von Kanä­len aus­ge­spielt und dadurch öfter gese­hen. Die Haupt­ar­beit besteht aber in der Samm­lung, Auf­be­rei­tung und struk­tu­rier­ten Ein­ga­be der Daten, die beim Tou­ris­mus­ver­band Natur­park Alt­mühl­tal und sei­nen Mit­glieds­kom­mu­nen anfällt.  „Der Natur­park Alt­mühl­tal sorgt dafür, dass die Ange­bo­te sei­ner Part­ner in der Cloud zu fin­den sind – ohne zusätz­li­chen Ein­ga­be-Auf­wand für die­se“, erklär­te Chris­toph Würf­lein. Über das gemein­sa­me Con­tent-Manage­ment-Sys­tem TIMM4 sei dies mög­lich. Ein Schlüs­sel­fak­tor sei­en dabei aller­dings die Bil­der: Die ent­spre­chen­den Bild­rech­te zur Wei­ter­ga­be müss­ten vor­lie­gen, wie Würf­lein den Anwe­sen­den erläu­ter­te. Dann könn­ten Wege, Sehens­wür­dig­keit, Gas­tro­no­mie­be­trie­be und wei­te­re Daten aus dem Natur­park Alt­mühl­tal über die Cloud in vol­lem Umfang genutzt wer­den – bei­spiels­wei­se für das ADAC-Rei­se­ma­ga­zin. „Open Data ist eine Chan­ce, mehr Men­schen zu errei­chen und sie mit geprüf­ten Infor­ma­tio­nen zu ver­sor­gen“, beton­te der Geschäfts­füh­rer.

55 Jah­re – 55 High­lights

2024 wird der Natur­park Alt­mühl­tal 55 Jah­re alt. In die­sen 55 Jah­ren konn­ten der Natur­park, sei­ne Mit­glieds­kom­mu­nen und pri­va­te Tou­ris­mus­ak­teu­re eine Viel­zahl von tou­ris­ti­schen Attrak­tio­nen und Ange­bo­ten neu schaf­fen oder in Wert set­zen. Die­se Viel­falt bil­det im Rah­men des beson­de­ren „Jubi­lä­ums“ die Grund­la­ge für eine ori­gi­nel­le Kam­pa­gne, in der High­lights und Geheim­tipps, kuli­na­ri­sche Beson­der­hei­ten und emo­tio­na­le, über­ra­schen­de Geschich­ten prä­sen­tiert wer­den sol­len. Neben digi­ta­len Kanä­len wird dafür auch die Gäs­te­zei­tung „Alt­mühl­tal aktu­ell“ genutzt, für die ein paar Neue­run­gen geplant sind. So soll die­ser „Klas­si­ker“ unter den Print­pro­duk­ten des Natur­parks attrak­ti­ver für die Anzei­gen­kund­schaft sowie die Lese­rin­nen und Leser wer­den. Wegen des frü­he­ren Erschei­nungs­da­tums – die Aus­lie­fe­rung soll im März 2024 erfol­gen – beginnt die Arbeit dar­an bereits in den kom­men­den Wochen.

Auch die Schwer­punk­te aus dem Tou­ris­mus­kon­zept – Ent­schleu­ni­gung, Nach­hal­tig­keit, Spi­ri­tua­li­tät – lie­fern wei­ter­hin Anre­gun­gen für die Mar­ke­ting­ar­beit. Geplant ist hier unter ande­rem die Vor­stel­lung kon­kre­ter Ange­bo­te.

Schat­ten­plät­ze an qua­li­täts­ge­prüf­ten Wegen

Die Mehr­zahl der Gäs­te im Natur­park Alt­mühl­tal – wie auch vie­le der Men­schen vor Ort – erkun­det die Regi­on gern beim Wan­dern und Radeln. Ange­sichts der immer hei­ßer wer­den­den Som­mer suchen vie­le für die Rast ein schat­ti­ges Plätz­chen. Der Tou­ris­mus­ver­band möch­te sei­ne Mit­glie­der dazu ani­mie­ren dafür zu sor­gen, dass es in Zukunft mehr davon an den Wegen gibt. Durch Baum­pflan­zun­gen an Rast­plät­zen sol­len mit­tel­fris­tig natur­na­he Schat­ten­plät­ze geschaf­fen wer­den. Für eine Über­gangs­frist – bis die Bäu­me ihre Funk­ti­on als Schat­ten­spen­der erfül­len kön­nen – sol­len die­se Stand­or­te mit Son­nen­se­gel aus­ge­stat­tet wer­den. Nach dem Mot­to „weni­ger ist manch­mal mehr“ soll außer­dem die Beschil­de­rung im Natur­park Alt­mühl­tal über­prüft und wo nötig, redu­ziert wer­den – natür­lich ohne dass die Qua­li­tät des Ange­bots dar­un­ter lei­det. Die­se wird im Natur­park Alt­mühl­tal wei­ter­hin regel­mä­ßig kon­trol­liert. So wur­den 2023 wie­der meh­re­re Schlau­fen­we­ge am Alt­mühl­tal-Pan­ora­ma­weg über­prüft. Die Schlau­fen Wel­ten­bur­ger Höhen­weg in Kel­heim (Nr. 27), Essing (Nr. 26), Rie­den­burg (Nr. 25), Alt­mann­stein (Nr. 24), Laber­tal­weg zwi­schen Diet­furt und Brei­ten­brunn (Nr. 23) und Schern­feld (Nr. 12) erfüll­ten erneut die Anfor­de­run­gen, die der Natur­park selbst in Anleh­nung an die Qua­li­täts­stan­dards des Deut­schen Wan­der­ver­bands erar­bei­tet hat. Die ent­spre­chen­den Urkun­den wur­den in Kin­ding an die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Gemein­den über­ge­ben.

Für ihre 40-jäh­ri­ge Mit­glied­schaft im Tou­ris­mus­ver­band Natur­park Alt­mühl­tal wur­den der Frem­den­ver­kehrs­ver­ein Well­heim-Urdo­nau­tal, der Tou­ris­tik­ver­ein Rie­den­burg und die Fir­ma Prinst­ner KG aus Beiln­gries auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung geehrt. Zum Kreis der „Jubi­la­re“ gehört außer­dem die Gräf­lich Pappenheim’sche Ver­wal­tung, die seit 25 Jah­ren Mit­glied ist. 1. Vor­sit­zen­der Land­rat Alex­an­der Anets­ber­ger bedank­te sich bei allen für die erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit. Als neu­es Mit­glied wur­de die Gemein­de Nenns­lin­gen in den Tou­ris­mus­ver­band auf­ge­nom­men.

Bild­un­ter­schrift: (v. l.)  Land­rat und 1. Vor­sit­zen­der Alex­an­der Anets­ber­ger, Flo­ri­an Best, Tan­ja Roith­mei­er, Bür­ger­meis­ter Lanz­ham­mer, Bür­ger­meis­ter Nowy, Bür­ger­meis­ter Mai­er, Rosi und Franz Gerst­ner, Geschäfts­füh­rer Chris­toph Würf­lein. Foto: Hei­ke Baum­gärt­ner