Müffelalarm! Kombi aus trockenem Wetter und Sanierungsarbeiten kann zu strengen Gerüchen führen

von | 24. Juli 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Som­mer, das ist nicht immer nur Hit­ze, Bade­see und Spei­se­eis, son­dern manch­mal auch Tro­cken­heit, Ern­te­aus­fäl­le und stren­ger Geruch. Letz­te­rer kriecht aus der Kana­li­sa­ti­on und kann irri­tie­ren. Dabei lässt sich der Gestank gut erklä­ren, denn Grün­de hier­für sind Essens­res­te und Fäka­li­en, die nicht mehr aus­rei­chend und voll­stän­dig zur Klär­an­la­ge gespült wer­den. Die Rück­stän­de stin­ken nun­mal und wenn der Wind ungüns­tig weht oder sich der Luft­druck ändert, dann kön­nen das unter Umstän­den auch Gun­zen­häu­ser Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mer­ken, die sich nicht in Stein­wurf­nä­he zur Klär­an­la­ge auf­hal­ten.

„Der stren­ge Geruch lässt sich in den Som­mer­mo­na­ten lei­der nicht voll­stän­dig ver­mei­den“, erklärt Tho­mas Hin­ter­leit­ner aus dem städ­ti­schen Bau­amt. „Län­ge­re Tro­cken­pha­sen stö­ren den Was­ser­durch­fluss vom Ver­brau­cher zur Klär­an­la­ge. Da kann es vor­kom­men, dass Rück­stän­de an Ort und Stel­le ver­fau­len. Außer­dem ver­brau­chen wir immer weni­ger Was­ser. Gera­de moder­ne WC-Anla­gen spü­len nur kurz, das Was­ser fehlt dann, um die Res­te zur Klär­an­la­ge zu beför­dern. Momen­tan kann es aber auch noch aus einem ande­ren Grund müf­feln. So haben wir in unse­rer Klär­an­la­ge mit der Sanie­rung des Faul­turms begon­nen. Die­ser ist momen­tan von innen ein­ge­rüs­tet und daher kann dort aktu­ell kein Klär­schlamm gela­gert wer­den. Das führt natür­lich dazu, dass wir den Schlamm bis zur Trock­nung zwi­schen­la­gern müs­sen, kon­kret in außen lie­gen­den Behäl­tern auf dem Klär­an­la­gen­ge­län­de.“

Täg­lich fal­len in der Stadt Gun­zen­hau­sen rund 30 bis 50 m³ an orga­ni­schem Mate­ri­al an. Der Faul­turm­be­häl­ter der Klär­an­la­ge hat ein Fas­sungs­ver­mö­gen von 2000 m³, wel­ches durch die Sanie­rungs­ar­bei­ten im Moment nicht zur Ver­fü­gung steht und erst Ende Okto­ber, Anfang Novem­ber 2023 wie­der voll­um­fäng­lich genutzt wer­den kann. „Das Gerüst steht und nun kann der Faul­turm von innen auf Schä­den geprüft wer­den“, so Tho­mas Hin­ter­leit­ner. „Eine posi­ti­ve Nach­richt haben wir bereits erhal­ten. So sind die Roh­re in einem bes­se­ren Zustand, als ursprüng­lich ver­mu­tet. Die nächs­ten Wochen wer­den zei­gen, in wel­cher Ver­fas­sung die Wän­de sind.“

Trotz Sanie­rungs­ar­bei­ten funk­tio­niert die Klär­an­la­ge und die Abwas­ser­rei­ni­gung ist nicht in Gefahr. „Wegen des manch­mal stren­gen Geruchs bit­ten wir die Bevöl­ke­rung um Ver­ständ­nis“, ergänzt Tho­mas Hin­ter­leit­ner.

Foto: Stadt Gun­zen­hau­sen