NABU: Jetzt Nistkästen reinigen für Vögel und Winterschläfer

von | 9. Oktober 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Ab Herbst nut­zen Zwi­schen­mie­ter wie Sie­ben­schlä­fer, Hasel- oder Fle­der­mäu­se und Insek­ten die Vogel­stu­ben

Stutt­gart (red). Der Nach­wuchs ist aus­flo­gen, jetzt geht’s ans Auf­räu­men. Damit Nist­käs­ten als tro­cke­ne Stu­be in der kal­ten Jah­res­zeit und im nächs­ten Jahr für eine Vogel­fa­mi­lie bezieh­bar sind, soll­ten sie ab Okto­ber auf ihre Funk­ti­ons­fä­hig­keit hin geprüft, geleert und gerei­nigt wer­den. Im Herbst nach der Vogel­brut­zeit ist ein guter Moment, um Nist­käs­ten aus­zu­bes­sern und das Nist­ma­te­ri­al zu ent­fer­nen. Da Sing­vö­gel für jede Brut ein neu­es Nest bau­en, wäre der Kas­ten sonst bald voll und es könn­ten sich Para­si­ten ein­nis­ten. Eine lee­re Vogel­woh­nung kön­nen Höh­len­brü­ter wie Kohl­mei­se, Star oder Haus­rot­schwanz, aber auch ande­re Tie­re dann schon im Win­ter­halb­jahr nut­zen. Und im Früh­jahr steht der Kas­ten wie­der für die Fami­li­en­grün­dung bereit“, erklärt NABU-Vogel­ex­per­te Ste­fan Bosch. Wer zu lan­ge mit dem Haus­putz war­tet, könn­te neue Bewoh­ner stö­ren. Aller­dings schät­zen man­che Vogel­ar­ten, wie Gar­ten­rot­schwanz oder Zaun­kö­nig, altes Nist­ma­te­ri­al als Grund­la­ge. Wo sie brü­ten, kann man den Nist­kas­ten auch nur ab und zu sau­ber­ma­chen.

Vogel­nist­käs­ten wer­den rund ums Jahr genutzt

Nist­käs­ten ste­hen bei Zwi­schen­mie­tern wie Sie­ben­schlä­fern, Hasel- oder Fle­der­mäu­sen hoch im Kurs. Auch zahl­rei­chen Insek­ten­ar­ten die­nen sie in der kal­ten Jah­res­zeit als schüt­zen­de Behau­sung. Vor dem Put­zen emp­fiehlt es sich, erst ein­mal anzu­klop­fen und zu prü­fen, ob der Kas­ten wirk­lich leer ist. So erspart man sich selbst und mög­li­chen Zwi­schen­mie­tern einen Schreck. Ist die Unter­kunft belegt, säu­bert man sie bes­ser zu einem spä­te­ren Zeit­punkt. „Übri­gens sind man­che Vogel­ar­ten in den Nist­käs­ten nicht nur Som­mer­gäs­te“, erklärt Bosch. „In kal­ten Herbst- und Win­ter­näch­ten schlüp­fen etwa Mei­sen, Klei­ber oder Zaun­kö­ni­ge in die war­me Stu­be. Des­halb emp­fiehlt es sich auch, jetzt noch neue Nist­käs­ten auf­zu­hän­gen.“

So gelingt die Nist­kas­ten-Rei­ni­gung

In einer Nist­hil­fe muss kei­ne kli­ni­sche Rein­heit herr­schen. Es reicht völ­lig aus, das alte Nist­ma­te­ri­al her­aus­zu­ho­len, zu ent­sor­gen und den Kas­ten mit einer Bürs­te aus­zu­fe­gen. Tabu sind che­mi­sche Rei­ni­gungs­mit­tel, Des­in­fek­ti­ons­mit­tel oder Insek­ten­sprays. Außer­dem soll­te man Hand­schu­he und wegen des Staubs eine Atem­schutz­mas­ke tra­gen.

Auf Spu­ren­su­che: Wer wohnt in mei­nem Nist­kas­ten?

Die Nist­kas­ten­pfle­ge ist ein span­nen­der Putz­job, denn das Nist­ma­te­ri­al zeigt, wel­che Vogel­art zuletzt hier zuhau­se war. Mei­sen etwa pols­tern ihr Fami­li­en­do­mi­zil mit viel Moos und Tier­haa­ren aus, Klei­ber bevor­zu­gen Rin­den­stück­chen. „Außer­dem nut­zen nicht alle Vogel­ar­ten Nist­käs­ten“, ergänzt Orni­tho­lo­ge Bosch. „Dar­um sind natur­na­he Gär­ten mit regio­nal stand­ort­ge­rech­ten Baum­ar­ten, Hecken und Sträu­chern oder begrün­te Haus­fas­sa­den so wich­tig. Hier fin­den Amsel, Mönchs­gras­mü­cke oder Buch­fink einen Unter­schlupf.“

Bild­un­ter­schrift: Amsel­jun­ge im Nest. Foto: Simo­ne Teufl