Nachhaltig kleiden, bewusst entscheiden

von | 11. Februar 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Jeden Mor­gen ste­hen wir vor unse­rem Klei­der­schrank und stel­len uns die glei­che Fra­ge: „Was soll ich heu­te anzie­hen?“ Oft den­ken wir dar­über nach, wie wir aus­se­hen und ob die Klei­dung bequem ist. Doch in der Hek­tik des All­tags ver­ges­sen wir häu­fig eine ent­schei­den­de Über­le­gung: Ist mein Klei­der­schrank nach­hal­tig?

Die Tex­til­in­dus­trie hat einen enor­men Ein­fluss auf unse­re Umwelt. Sie ist für etwa 8% der glo­ba­len Treib­haus­gas­emis­sio­nen ver­ant­wort­lich – ein alar­mie­ren­der Wert, der uns zum Nach­den­ken anre­gen soll­te. Schät­zun­gen zu Fol­ge könn­te sie bis 2050 für ein Vier­tel der kli­ma­schäd­li­chen Treib­haus­gas­emis­sio­nen ver­ant­wort­lich sein. In einer Zeit, in der der Kli­ma­wan­del immer sicht- und spür­ba­rer wird, ist es an der Zeit, die Aus­wir­kun­gen unse­rer Mode­ent­schei­dun­gen zu hin­ter­fra­gen.

Neh­men wir als Bei­spiel eine Baum­woll­ho­se: Ihre Her­stel­lung erfor­dert enor­me Res­sour­cen. Für eine ein­zi­ge Hose wer­den etwa 278 kWh Ener­gie benö­tigt – das ent­spricht dem Jah­res­ver­brauch eines Kühl­schranks. Zusätz­lich ver­ur­sacht die Pro­duk­ti­on etwa 6,3 kg CO2-Emis­sio­nen, was dem Aus­stoß einer 31 km lan­gen Auto­fahrt ent­spricht. Zu guter Letzt wer­den 79.100 Liter Was­ser benö­tigt – das sind etwa 660 Bade­wan­nen­fül­lun­gen.

Wer­fen wir doch jetzt einen Blick in den eige­nen Klei­der­schrank. Im Durch­schnitt besitzt jeder Deut­sche etwa 95 Klei­dungs­stü­cke (Unter­wä­sche und Socken aus­ge­nom­men). Erstaun­li­cher­wei­se wird fast jedes fünf­te Klei­dungs­stück, also rund 20 % der Klei­dung, kaum getra­gen.

Doch was kön­nen wir mit dem The­ma Klei­dung zur Nach­hal­tig­keit bei­tra­gen? Die “5R” bie­ten eine hilf­rei­che Ori­en­tie­rung, um als Ver­brau­cher unser Kauf­ver­hal­ten zu über­den­ken und nach­hal­ti­ger zu gestal­ten:

1. Rethink: Über­den­ken Sie Ihre Kauf­ent­schei­dun­gen und redu­zie­ren Sie die Anzahl der neu­en Klei­dungs­stü­cke, die Sie erwer­ben.

2. Refu­se: Leh­nen Sie über­mä­ßi­gen Kon­sum ab und ver­su­chen Sie der Wer­bung zu wider­ste­hen.

3. Redu­ce: Redu­zie­ren Sie Ihren öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck, indem Sie weni­ger Klei­dung neu kau­fen.

4. Repair: Repa­rie­ren Sie beschä­dig­te Klei­dung, anstatt sie weg­zu­wer­fen. Oft lässt sich ein klei­ner Riss oder ein Knopf leicht behe­ben.

5. Reu­se: Geben Sie Ihrer Klei­dung eine zwei­te Chan­ce zur Wie­der­ver­wen­dung, indem Sie die­se bei­spiels­wei­se an Second­hand-Läden geben, an Klei­der­tausch­bör­sen teil­neh­men oder eige­ne DIY-Pro­jek­te umset­zen. Gibt es kei­ne ande­re Mög­lich­keit ent­sor­gen Sie ihre Tex­ti­li­en aus­schließ­lich im Alt­klei­der­con­tai­ner. Eine Aus­nah­me bil­den ver­schlis­se­ne und unbrauch­ba­re Klei­dungs­stü­cke, die wei­ter­hin im Rest­müll ent­sorgt wer­den dür­fen.

Wenn Sie ler­nen möch­ten, Ihre Tex­ti­li­en selbst instand zu set­zen, haben Sie ab Sep­tem­ber 2025 die Mög­lich­keit dazu. Der ein­se­mes­tri­ge Stu­di­en­gang an der Land­wirt­schafts­schu­le Roth, Abtei­lung Haus­wirt­schaft, ver­mit­telt Ihnen das not­wen­di­ge Fach­wis­sen, um einen Haus­halt pro­fes­sio­nell und gut orga­ni­siert zu füh­ren.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum „nach­hal­ti­gen Klei­der­schrank“ sowie ver­schie­de­nen Ange­bo­ten zu „All­tags­kom­pe­tenz – Schu­le fürs Leben“ fin­den Sie auf der Home­page des Amtes für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten Roth-Wei­ßen­burg i. Bay. unter https://www.aelf-rw.bayern.de sowie auf der Home­page des Kom­pe­tenz­zen­trums Haus­wirt­schaft unter https://www.stmelf.bayern.de/berufsbildung/berufe_hauswirtschaft/266242/index.php.

Foto: Kom­pe­tenz­zen­trum Haus­wirt­schaft