Neues Spezialfahrzeug stärkt den Bevölkerungsschutz im Landkreis Ansbach

von | 6. November 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Ans­bach — Der Bevöl­ke­rungs­schutz im Land­kreis Ans­bach erhält wei­te­re tech­ni­sche Unter­stüt­zung: Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat dem Land­kreis Ans­bach einen neu­en CBRN-Erkun­dungs­wa­gen zur Ver­fü­gung gestellt. Das Fahr­zeug wur­de nun offi­zi­ell an die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Mönchs­roth über­ge­ben, wo es künf­tig sta­tio­niert ist und betreut wird. Sei­ne hoch­sen­si­ble Mess­tech­nik ermög­licht es, che­mi­sche, bio­lo­gi­sche, radio­lo­gi­sche und nuklea­re Gefah­ren (CBRN) früh­zei­tig zu erken­nen, Stof­fe zu iden­ti­fi­zie­ren und Ein­satz­lei­tun­gen bei der Beur­tei­lung kom­ple­xer Gefah­ren­la­gen zu unter­stüt­zen.

„Ein leis­tungs­fä­hi­ger Bevöl­ke­rungs­schutz lebt nicht nur von moder­ner Tech­nik, son­dern vor allem von den Men­schen, die sich ehren­amt­lich dafür ein­set­zen. Mein herz­li­cher Dank gilt des­halb den Ein­satz­kräf­ten der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Mönchs­roth, die die Ver­ant­wor­tung für die­ses anspruchs­vol­le Fahr­zeug über­neh­men und sich für den Umgang mit der kom­ple­xen Tech­nik ent­spre­chend wei­ter­bil­den. Es ist beru­hi­gend zu wis­sen, dass wir im Land­kreis über die­se wich­ti­ge Aus­stat­tung ver­fü­gen“, betont Land­rat Mar­co Mei­er.

Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land stat­tet die Kata­stro­phen­schutz­ein­hei­ten der Län­der in den Berei­chen Brand­schutz, CBRN-Schutz, Sani­täts­we­sen und Betreu­ung ergän­zend aus. Zur Stär­kung der Gefah­ren­ab­wehr im CBRN-Bereich beschafft die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ins­ge­samt 518 Erkun­dungs­fahr­zeu­ge. In Bay­ern erhal­ten alle Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te jeweils ein Fahr­zeug. Die­ses ist als mobi­le Labor­ein­heit kon­zi­piert und mit moder­ner, hoch­sen­si­bler Sen­so­rik aus­ge­stat­tet. Mit­hil­fe ver­schie­de­ner Mess­ge­rä­te, dar­un­ter Spek­tro­me­ter und Gas­de­tek­to­ren, kön­nen unbe­kann­te Stof­fe und deren Kon­zen­tra­tio­nen in der Umge­bung erfasst und iden­ti­fi­ziert wer­den. Dar­über hin­aus erstellt das Fahr­zeug digi­ta­le Lage­bil­der und unter­stützt die Ein­satz­kräf­te bei der Model­lie­rung mög­li­cher Schad­stoff­aus­brei­tun­gen unter Berück­sich­ti­gung der meteo­ro­lo­gi­schen Bedin­gun­gen. Auf die­ser Grund­la­ge las­sen sich Gefah­ren­be­rei­che fest­le­gen sowie not­wen­di­ge Sperr- und Kon­troll­zo­nen bestim­men. Auch die fach­ge­rech­te Ent­nah­me und Siche­rung von Luft‑, Flüs­sig­keits- und Fest­stoff­pro­ben für wei­ter­ge­hen­de Labor­ana­ly­sen gehört zum Auf­ga­ben­spek­trum. Die gewon­ne­nen Mess­ergeb­nis­se lie­fern zudem wich­ti­ge Grund­la­gen für die Aus­wahl geeig­ne­ter Dekon­ta­mi­na­ti­ons­ver­fah­ren. Sämt­li­che rele­van­ten Mess­da­ten kön­nen kon­ti­nu­ier­lich erfasst und an die Ein­satz­lei­tung wei­ter­ge­ge­ben wer­den, sodass die­se jeder­zeit über eine mög­lichst aktu­el­le Gefah­ren­la­ge­be­ur­tei­lung ver­fügt.

CBRN-Gefah­ren kön­nen unter­schied­li­che Ursa­chen haben. Eine Frei­set­zung gefähr­li­cher Stof­fe kann bei­spiels­wei­se durch Natur­er­eig­nis­se, indus­tri­el­le oder trans­port­be­ding­te Unfäl­le, aber auch durch Anschlä­ge oder direk­te Waf­fen­ein­wir­kun­gen auf Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen ent­ste­hen. Eine wirk­sa­me Gefah­ren­ab­wehr muss daher unab­hän­gig von der jewei­li­gen Ursa­che und Zustän­dig­keit gewähr­leis­tet sein. Sie ist eine gemein­sa­me Auf­ga­be von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen. Der CBRN-Erkun­dungs­wa­gen ist Bestand­teil des Gefahr­gut­zugs im Land­kreis Ans­bach. Die­ser setzt sich nun aus Fahr­zeu­gen der Feu­er­weh­ren Schnell­dorf, Feucht­wan­gen, Rothen­burg ob der Tau­ber und eben Mönchs­roth zusam­men und wird von Kreis­brand­meis­ter Man­fred Gras­ser gelei­tet.

Die Anschaf­fungs­kos­ten des neu­en Fahr­zeugs belau­fen sich auf rund 311.000 Euro und wer­den voll­stän­dig von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land getra­gen. Auch die künf­tig anfal­len­den Kos­ten für den Fahr­zeug­un­ter­halt wer­den von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land erstat­tet. Mit dem neu­en CBRN-Erkun­dungs­wa­gen sind der­zeit ins­ge­samt fünf Bun­des­fahr­zeu­ge im Land­kreis Ans­bach sta­tio­niert. Dazu zäh­len ein Kran­ken­trans­port­wa­gen Typ B in Schil­lings­fürst, ein Schlauch­wa­gen Kata­stro­phen­schutz (SW KatS) in Arberg, ein Gerä­te­wa­gen Dekon­ta­mi­na­ti­on Per­so­nal (GW Dekon‑P) in Rothen­burg ob der Tau­ber, ein Lösch­grup­pen­fahr­zeug Kata­stro­phen­schutz (LF-KatS) in Wolf­rams-Eschen­bach sowie der neue CBRN-Erkun­dungs­wa­gen in Mönchs­roth.

Mit der offi­zi­el­len Über­ga­be ist die Ver­ant­wor­tung für die Betreu­ung des Fahr­zeugs nun bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Mönchs­roth ver­an­kert. Damit wird die tech­ni­sche Aus­stat­tung des Bevöl­ke­rungs­schut­zes im Land­kreis Ans­bach wei­ter ergänzt und die Zusam­men­ar­beit der Feu­er­weh­ren bei der Bewäl­ti­gung beson­de­rer Gefah­ren­la­gen gestärkt.

Bild­un­ter­schrift: Der nun in Mönchs­roth sta­tio­nier­te Erkun­dungs­wa­gen ermög­licht es, che­mi­sche, bio­lo­gi­sche, radio­lo­gi­sche und nuklea­re Gefah­ren früh­zei­tig zu erken­nen. Pfar­rer Gun­ther Ree­se, Land­rat Mar­co Mei­er, Kreis­brand­rat Chris­ti­an Schmidt, Kreis­brand­meis­ter Jür­gen Schmaus, Ers­te Bür­ger­meis­te­rin Fran­zis­ka Matt­mann und Fach­be­ra­ter ABC Ulrich Brü­ger waren bei der Über­ga­be dabei (von links). Foto: Land­rats­amt Ansbach/Katharina Geim