Nur 1 Bayern-Kontrolleur für 45.583 Beschäftigte – Baustellen im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen sollen sicherer werden

von | 13. Mai 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). IG BAU: „Ekla­tan­tes Über­wa­chungs­de­fi­zit“ – Bau­stel­len sind Unfall-Hot­spot: Gerüs­te ohne Schutz­ge­län­der, unge­si­cher­te Bau­gru­ben, man­gel­haf­te oder feh­len­de Schutz­klei­dung, Über­stun­den in Dau­er­schlei­fe …: Ver­stö­ße gegen den Arbeits­schutz sol­len auf den Bau­stel­len im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen mög­lichst kei­ne Chan­ce haben. Das for­dert die Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU).

„Wir brau­chen eine stär­ke­re Kon­trol­le durch die staat­li­chen Arbeits­schutz­be­hör­den. Denn das A und O im Job sind der Gesund­heits­schutz und die Sicher­heit der Beschäf­tig­ten. Wich­tig ist, dass ‚schwar­ze Scha­fe‘ kei­ne Chan­ce bekom­men. Betrie­be also, die auf Kos­ten ihrer Mit­ar­bei­ter Sicher­heits­be­stim­mun­gen miss­ach­ten und den Gesund­heits­schutz nicht ernst neh­men. Das gilt grund­sätz­lich für alle Bran­chen. Vor allem aber auch für den Bau, wo die meis­ten Arbeits­un­fäl­le pas­sie­ren. Bau­stel­len sind Unfall-Hot­spots“, so Iris San­to­ro.

Um den Kon­troll­druck zu erhö­hen, for­dert die Bezirks­vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken eine bes­se­re Per­so­nal­aus­stat­tung der staat­li­chen Arbeits­schutz­be­hör­den in der Regi­on. „Es gibt lan­des­weit ins­ge­samt viel zu wenig Kon­trol­leu­re. Nach dem aktu­el­len Arbeits­schutz­be­richt der Bun­des­re­gie­rung prü­fen in ganz Bay­ern ledig­lich 171 Auf­sichts­be­am­te den Arbeits­schutz in den Betrie­ben. Rein rech­ne­risch ist damit ein Kon­trol­leur für 45.583 Beschäf­tig­te zustän­dig – ein Ding der Unmög­lich­keit“, sagt Iris San­to­ro. Von einer effek­ti­ven und flä­chen­de­cken­den Über­wa­chung kön­ne da „weit und breit kei­ne Rede sein“. Die IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­de spricht von einem „ekla­tan­ten Über­wa­chungs­de­fi­zit“.

San­to­ro drängt in die­sem Zusam­men­hang per­spek­ti­visch auf die Ein­rich­tung einer staat­li­chen Arbeits­in­spek­ti­on: „Wir brau­chen eine über­ge­ord­ne­te Behör­de, die Kon­trol­len bün­delt. Sie muss die Ein­hal­tung von Arbeit­neh­mer­rech­ten und Sozi­al­vor­schrif­ten sicher­stel­len. Dazu gehört die Kon­trol­le von Schwarz­ar­beit und von Ver­stö­ßen gegen das Zah­len von Min­dest­löh­nen. Aber auch den Arbeits­schutz und das Ein­hal­ten des Arbeits­zeit­ge­set­zes müss­te die Arbeits­in­spek­ti­on fest im Blick haben“, for­dert Iris San­to­ro. Eine sol­che „Arbeits­kon­trol­le aus einer Hand“ habe sich etwa in Frank­reich und Spa­ni­en bewährt.

Foto: Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt, Bezirks­ver­band Mit­tel­fran­ken, Mit­glie­der­bü­ro Nürn­berg