Ökotipp: Eine Wohlfühloase für Hummeln

von | 5. März 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

  • Nist­mög­lich­kei­ten bie­ten
  • Schwa­che Tie­re auf­päp­peln
  • Torf­freie Pflan­zen­er­de ver­wen­den

(red). Ab März erwa­chen Hum­mel­kö­ni­gin­nen aus ihrem Win­ter­schlaf und machen sich auf die Suche nach einem geeig­ne­ten Nist­platz für ihr Hum­mel­volk. Corin­na Höl­zel, Exper­tin für Insek­ten­freund­li­che Kom­mu­nen und Gär­ten beim Bund für Umwelt und Natur­schutz (BUND) ver­rät, wie Sie den pel­zi­gen Köni­gin­nen einen guten Emp­fang berei­ten und den wert­vol­len Bestäu­bern eine geschütz­te Umge­bung bie­ten.

Corin­na Höl­zel: „Hum­meln sind im Unter­schied zu ande­ren Wild­bie­nen­ar­ten bereits bei ein­stel­li­gen Tem­pe­ra­tu­ren aktiv. Des­halb sind ins­be­son­de­re Früh­blü­her auf ihre Bestäu­bung ange­wie­sen. Für das Öko­sys­tem und für unse­re Nah­rungs­si­cher­heit sind Hum­meln abso­lut unent­behr­lich. In der Land­wirt­schaft wer­den sie sogar spe­zi­ell gezüch­tet, um Nutz­pflan­zen zu bestäu­ben. Ihre Bestäu­ber­leis­tung ist vor allem für Kul­tur­pflan­zen wie Toma­ten, Boh­nen, Erb­sen, Kür­bis, Gur­ken und Hei­del­bee­ren wich­tig. Die Hum­meln gehö­ren zu den Wild­bie­nen. Bereits über die Hälf­te aller Wild­bie­nen­ar­ten sind in ihrem Bestand bedroht, dar­un­ter auch vie­le Hum­mel­ar­ten. Auch die Hum­meln brau­chen unse­ren Schutz.“

Bie­ten Sie der Hum­mel ver­schie­de­ne Nist­plät­ze an

“Hum­meln füh­len sich in natur­na­hen Gär­ten wohl. Hau­fen aus Stei­nen, Stroh, Ästen und Laub, Sand­flä­chen, Moos­pols­ter, alte Pflan­zen­stän­gel, ver­las­se­ne Mäu­se­lö­cher, Maul­wurfs­gän­ge oder Mau­er­lö­cher bie­ten ihnen wert­vol­le Nist- und Unter­schlupf­stel­len. Im Fach­han­del gibt es ver­schie­de­ne Nist­hil­fen für Hum­meln, die Sie aber auch pro­blem­los selbst bas­teln kön­nen. Auch ein Blu­men­topf aus Ton in einer Tot­holz­he­cke eig­net sich als Unter­kunft. Rich­ten Sie den Topf seit­lich in der Hecke aus und fül­len Sie ihn mit Nist­ma­te­ri­al, damit er von der Hum­mel­kö­ni­gin ange­nom­men wird. Dafür eig­nen sich zum Bei­spiel Moos, Stroh, Heu, Pols­ter­wol­le oder Nist­wol­le aus Kapok“, emp­fiehlt Corin­na Höl­zel. „Ach­ten Sie dar­auf, dass Sie Hum­mel-Unter­künf­te an tro­cke­nen, son­ni­gen und wind­ge­schütz­ten Orten auf­stel­len.“

Ers­te Hil­fe für Hum­mel­kö­ni­gin­nen

„Wenn die Hum­mel­kö­ni­gin­nen aus dem Win­ter­schlaf erwa­chen, sind sie völ­lig aus­ge­zehrt. Ihr Win­ter­vor­rat ist fast auf­ge­braucht und die Natur bie­tet noch wenig Nah­rung. Kommt dann ein plötz­li­cher Käl­te­ein­bruch hin­zu, fin­den wir häu­fig Hum­mel­kö­ni­gin­nen, die ent­kräf­tet auf dem Boden lie­gen. In die­sem Fall kön­nen Sie die Hum­mel mit Zucker­was­ser auf­päp­peln. Lösen Sie einen hal­ben Tee­löf­fel Zucker in etwas lau­war­men Was­ser auf. Wich­tig ist, dass Sie die Hum­mel selbst­stän­dig trin­ken las­sen. Wenn es gelingt, ret­ten Sie nicht nur ein­zi­ges Tier, son­dern ein gan­zes Hum­mel­volk.“

Reich­hal­ti­ges Hum­mel­buf­fet mit torf­frei­er Pflan­zen­er­de

„Wenn Sie Ihren Gar­ten mit vie­len hei­mi­sche Wild­pflan­zen mit Blü­te vom zei­ti­gen Früh­jahr bis spä­ten Herbst bepflan­zen, fin­den Hum­meln wäh­rend der gesam­ten Flug­zeit von März bis Okto­ber ein kon­ti­nu­ier­li­ches Nah­rungs­an­ge­bot. Die Sal­wei­de gehört zu den wich­tigs­ten Nah­rungs­quel­len für Hum­meln. Kro­kus­se, Win­ter­ling, Schnee­glöck­chen, Blau­stern, Lun­gen­kraut, Küchen­schel­le, Huf­lat­tich, Blut­wei­de­rich, Nat­tern­kopf, Klee und Fin­ger­hut zie­hen die staa­ten­bil­den­de Wild­bie­ne eben­falls an. Auch für den Bal­kon eig­nen sich vie­le hei­mi­sche Pflan­zen, zum Bei­spiel Schlüs­sel­blu­me, Ake­lei, Wie­sen­sal­bei und Astern sowie Kräu­ter wie Bor­retsch und Schnitt­lauch. Ach­ten Sie dabei unbe­dingt dar­auf, nur torf­freie Pflan­zen­er­de zu kau­fen. Der Torf­ab­bau zer­stört mit den Moo­ren unwie­der­bring­lich rie­si­ge Koh­len­stoff­spei­cher und den Lebens­raum gefähr­de­ter Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Wenn Sie die­se Hin­wei­se beach­ten, schaf­fen Sie nicht nur einen Lebens­raum für Hum­meln und wei­te­re Wild­bie­nen, Sie leis­ten auch einen wich­ti­gen Bei­trag für den Kli­ma­schutz und den Erhalt der Arten­viel­falt“, erläu­tert Corin­na Höl­zel.

Mehr Infor­ma­tio­nen:

·         BUND-Sei­te: Hum­meln – Die pel­zi­gen Bestäu­ber im Über­blick

·         BUND-Anlei­tung: Wild­bie­nen Nist­hil­fen bau­en

·         BUND­la­den: Nist­hil­fen für Bie­nen und Hum­meln

·         Kon­takt: Corin­na Höl­zel, BUND-Exper­tin für Pes­ti­zid­po­li­tik und Insek­ten­freund­li­che Kom­mu­nen und Gär­ten, Tel.: 030–27586547; E‑Mail: corinna.hoelzel@bund.net

·         Ver­öf­fent­li­chungs­hin­wei­se: Die BUND-Öko­tipps sind kos­ten­los zum Abdruck frei­ge­ge­ben. Ein Archiv der bis­her erschie­ne­nen Tipps steht im Inter­net. BUND­tipp abon­nie­ren oder abbe­stel­len.

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