Rechtzeitig zur Zecken-Impfung – Apotheker im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen beraten

von | 19. März 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen

Wei­ßen­burg (red). Auf­grund der mil­den Tem­pe­ra­tu­ren sind Zecken inzwi­schen ganz­jäh­rig aktiv und nahe­zu alle Tei­le Bay­erns zäh­len zu den Risi­ko­ge­bie­ten für die von Zecken über­tra­ge­ne Früh­som­mer-Menin­go­en­ze­pha­li­tis (FSME). Apo­the­ke­rin Kat­rin Bin­kert, Spre­che­rin der Apo­the­ker im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen rät des­halb zu einer Imp­fung. „Die FSME ist nicht the­ra­pier­bar, des­halb ist eine Imp­fung im Moment die ein­zi­ge siche­re Mög­lich­keit, sich davor zu schüt­zen.“

Um schon im Früh­jahr geschützt zu sein, ist es sinn­voll, mit der Impf­se­rie recht­zei­tig zu begin­nen. Bereits 14 Tage nach der zwei­ten Imp­fung besteht für die meis­ten Geimpf­ten ein Schutz, der für die lau­fen­de Sai­son zunächst aus­rei­chend ist. „Die Imp­fung“, erklärt Bin­kert, „wirkt vor­beu­gend nur gegen die Virus­er­kran­kung Hirn­haut­ent­zün­dung. Sie schützt nicht gegen die eben­falls von Zecken über­tra­ge­ne Infek­ti­ons­krank­heit Bor­re­lio­se, die Ent­zün­dun­gen an den Gelen­ken sowie Beein­träch­ti­gun­gen des Ner­ven­sys­tems her­vor­ru­fen kann. Bor­re­lio­se ist aller­dings mit Anti­bio­ti­ka gut behan­del­bar.“

Wer soll­te sich imp­fen las­sen?
Bin­kert: Es soll­ten sich vor allem Per­so­nen imp­fen las­sen, die in einem Risi­ko­ge­biet woh­nen oder vor­ha­ben, dort Urlaub zu machen. Beson­ders gefähr­det sind Men­schen, die berufs­be­dingt oder in ihrer Frei­zeit viel in der Natur unter­wegs sind, wie bei­spiels­wei­se Beschäf­tig­te in der Land­wirt­schaft, Forst­ar­bei­ter, Wan­de­rer, Rad­fah­rer, Cam­per und Hun­de­hal­ter.

Ab wel­chem Alter kann man gegen FSME imp­fen?
Bin­kert: Spe­zi­el­le Kin­der-Impf­stof­fe sind für Kin­der ab einem Jahr zuge­las­sen. Sol­len Kin­der geimpft wer­den, emp­feh­le ich den Eltern, sich von ihrem Kin­der­arzt oder der Kin­der­ärz­tin gut bera­ten zu las­sen. Ent­schei­dend ist immer, ob sich ein Kind in Risi­ko­ge­bie­ten viel im Frei­en auf­hält. Da Kin­der in der Regel viel drau­ßen sind, sind sie beson­ders gefähr­det für Zecken-Sti­che.

Wie schützt man sich vor einem Zecken­stich?
Bin­kert: Am bes­ten hält man sich von den Lieb­lings­plät­zen der Zecken, wie zum Bei­spiel hohes Gras, fern und trägt im Wald lan­ge, hel­le Klei­dung, auf der man die Tie­re gleich erkennt. Die Strümp­fe soll­te man, wenn mög­lich, über die Hose zie­hen, damit die Zecken nicht unter den Hosen­bei­nen an die Haut gelan­gen. Zecken­ab­weh­ren­de Mit­tel bie­ten eben­falls einen zeit­lich begrenz­ten Schutz. Eini­ge die­ser Mit­tel kön­nen auch auf die Klei­dung auf­ge­bracht wer­den. Die­se Mit­tel sind nicht für jede Alters­grup­pe zuge­las­sen und dür­fen z. B. nicht bei Säug­lin­gen ange­wandt wer­den. Am bes­ten las­sen Sie sich in der Apo­the­ke bera­ten, wel­ches Mit­tel für Sie geeig­net ist. Wich­tig ist auch, den Kör­per nach dem Auf­ent­halt im Frei­en gründ­lich abzu­su­chen. Zecken ste­chen beson­ders ger­ne unter ande­rem am Haar­an­satz, Ohren, Hals, Ach­seln, Bauch­na­bel, Geni­tal­be­reich oder Knie­keh­le.

Trotz aller Vor­sichts­maß­nah­men: Manch­mal erwischt einen doch eine Zecke. Wie wird man sie wie­der los?
Bin­kert: Grund­sätz­lich gilt: Je frü­her Sie die Zecke ent­fer­nen, des­to gerin­ger ist das Risi­ko, dass sie Krank­heits­er­re­ger wei­ter­gibt. Grei­fen Sie die Zecke mit der Pin­zet­te, Zan­ge oder Schlin­ge mög­lichst knapp über der Haut und zie­hen Sie sie in einer kon­trol­lier­ten Bewe­gung senk­recht her­aus. Dre­hen Sie die Zecke nicht und packen Sie die­se nicht am voll­ge­so­ge­nen Kör­per. Nach voll­stän­di­ger Ent­fer­nung der Zecke des­in­fi­zie­ren Sie die Stich­stel­le am bes­ten mit einer Jod­sal­be. Ver­su­chen Sie auf kei­nen Fall die Zecke mit Öl, Kleb­stoff, Nagel­lack oder ähn­li­chem abzu­tö­ten, denn in ihrem Todes­kampf son­dert sie Spei­chel in die Wun­de ab. Dann kann sie erst recht Krank­heits­er­re­ger über­tra­gen. Nach einem Zecken­stich ist es rat­sam, die Haut­stel­le etwa sechs Wochen lang im Blick zu behal­ten. Bei einer roten Fär­bung, Fie­ber, Abge­schla­gen­heit, Kopf- oder Glie­der­schmer­zen soll­ten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt auf­su­chen.

Foto: Pix­a­bay