Riechen und Schmecken — unterschätzte Sinne

von | 27. August 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Mit unse­ren rund zehn Mil­lio­nen Riech­zel­len kön­nen wir Men­schen bis zu 10.000 ver­schie­de­ne Gerü­che wahr­neh­men – von zart blu­mi­gen Nuan­cen bis hin zu kräf­ti­gen Aro­men. Gerü­che und Geschmacks­no­ten wer­den oft nur unbe­wusst wahr­ge­nom­men, wäh­rend man sich aufs Hören und Sehen wil­lent­lich kon­zen­triert. Dadurch wer­den bei­de Sin­ne oft unter­schätzt.

Gerü­che hel­fen Gefah­ren zu ver­mei­den

Frau­en haben ein bes­se­res Riech­ver­mö­gen als Män­ner. Womit das genau zusam­men­hängt, wird noch erforscht. Geruch und Geschmack ver­schaf­fen nicht nur Genuss, son­dern haben auch eine Alarm­funk­ti­on. Ein fau­li­ger Geruch warnt vor ver­dor­be­nen Spei­sen. Wenn etwas sehr bit­ter schmeckt, spuckt man es sofort wie­der aus, weil es gif­tig sein könn­te. Auch Brand­ge­ruch kann man schon von Wei­tem wahr­neh­men. „Gerü­che wir­ken unmit­tel­bar im lim­bi­schen Sys­tem unse­res Gehirns, das die Emo­tio­nen steu­ert“, sagt Anne­gret Win­ter, Gesund­heits­fach­kraft bei der AOK in Mit­tel­fran­ken. Gerü­che ent­schei­den zudem über Zu- oder Abnei­gung gegen­über ande­ren Men­schen. Das erklärt, war­um Gerü­che auch auf die Part­ner­wahl Ein­fluss neh­men. „Die Che­mie muss eben stim­men“, so Anne­gret Win­ter..

Geschmack ist Team­work

„Erwach­se­ne haben etwa 2.000 bis 4.000 Geschmacks­knos­pen an der Zun­ge und im Mund, bei Neu­ge­bo­re­nen sind es deut­lich mehr und bei altern­den Men­schen sinkt die Zahl ab“, sagt Anne­gret Win­ter. Mit den Geschmacks­knos­pen kön­nen fünf Geschmacks­rich­tun­gen iden­ti­fi­ziert wer­den: süß, sau­er, sal­zig, bit­ter und uma­mi. Uma­mi kommt aus dem Japa­ni­schen und bezeich­net herz­haf­te und wür­zi­ge Noten. Die viel­fäl­ti­gen Geschmacks­er­leb­nis­se und köst­li­chen Aro­men kom­men gewis­ser­ma­ßen durch Team­work zustan­de. „Ein dif­fe­ren­zier­ter Geschmack ent­steht erst durch die Ver­knüp­fung mit ande­ren Sin­nen, allen vor­an mit dem Geruchs­sinn“, so Anne­gret Win­ter.

Zel­len kön­nen sich erho­len

Wie sehr Men­schen Rie­chen und Schme­cken für ihr Wohl­be­fin­den brau­chen, mer­ken sie oft erst, wenn die­se Sin­ne schwin­den. Jedes Jahr tre­ten bei etwa 50.000 Men­schen in Deutsch­land Stö­run­gen des Geruchs- oder Geschmacksinns auf, ver­ur­sacht etwa durch Erkran­kun­gen der obe­ren Atem­we­ge oder Heu­schnup­fen, durch bestimm­te Che­mi­ka­li­en, Medi­ka­men­te oder ope­ra­ti­ve Ein­grif­fe. Doch die Zel­len, die für das Rie­chen und Schme­cken zustän­dig sind, kön­nen sich nach einer Schä­di­gung auch wie­der erho­len, anders als ande­re Sin­nes­zel­len. „Dar­über hin­aus las­sen sich Gau­men und Nase sti­mu­lie­ren, zum Bei­spiel durch fri­sche Kräu­ter beim Kochen und wenn man sich Zeit fürs Essen und Kau­en nimmt“, so Anne­gret Win­ter.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:

Geruchs­sinn: Wie wir rie­chen (https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/gehirn-nerven/geruchssinn-wie-wir-riechen/)

Wie funk­tio­niert der Geschmacks­sinn? | Gesundheitsinformation.de (https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-der-geschmackssinn.html)


Bild­un­ter­schrift:
Erwach­se­ne ver­fü­gen über etwa 2.000 bis 4.000 Geschmacks­knos­pen, im Kin­des­al­ter sind es noch mehr, im Alter nimmt ihre Zahl ab. Foto: AOK-Bun­des­ver­band