Römische Spielsteine

von | 10. Oktober 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Weißenburg

Im Okto­ber zei­gen die Muse­en Wei­ßen­burg einen „Fund des Monats“ für Groß und Klein

Wei­ßen­burg — Sich mit Spie­len zu beschäf­ti­gen ist wohl einer der ältes­ten Kul­tur­tech­ni­ken des Men­schen. Und natür­lich kann­ten auch die Römer der Anti­ke vie­le For­men der Unter­hal­tung. Man den­ke an das berühm­te Kolos­se­um und ande­re Amphi­thea­ter, in denen Gla­dia­to­ren- und Tier­kämp­fe statt­fan­den; oder aber pres­ti­ge­träch­ti­ge Wagen­ren­nen im Cir­cus Maxi­mus und ande­ren
Orten.

Doch es bedurf­te nicht immer gro­ßer sport­li­cher Anla­gen, um sich zu unter­hal­ten. Sehr beliebt waren im Alten Rom vie­le ver­schie­de­ne Arten von Wür­fel- und Setz­spie­len, wie die hier gezeig­ten Spiel­stei­ne bezeu­gen. Uns ist eine Rei­he von unter­schied­li­chen „Brett­spie­len“ über­lie­fert, deren Spiel­fel­der nicht sel­ten noch heut­zu­ta­ge an anti­ken Stät­ten zu erken­nen
sind. Die hier aus­ge­stell­ten Spiel­stei­ne sind aus Kno­chen gefer­tigt, es gibt sie aber auch aus Metall, Ton, Holz, Glas, Elfen­bein und ande­ren Mate­ria­li­en. Oft­mals wur­den die Scher­ben eines kaput­ten Gefä­ßes als Spiel­stei­ne umfunk­tio­niert.

In ihrer Muße­zeit (oti­um) benutz­ten die Römer Spiel­stei­ne für etli­che Brett­spie­le, wie etwa Müh­le (mola), ludus latrun­cul­orum, ein Spiel das unse­rer Dame ähnelt, oder aber duo­de­cim scrip­ta und tabu­la, die bei­de Ähn­lich­kei­ten mit Back­gam­mon auf­wei­sen.
Aus der römi­schen Zeit sind stren­ge Geset­ze (lex alea­ria) bekannt, die das Glücks­spiel ver­bie­ten und Gewinn beim Glücks­spiel mit Raub gleich­set­zen.

Der Römi­sche Sati­ren­schrei­ber Juve­nal weiß uns zu berich­ten: „Wann war die Spiel­sucht stär­ker? Zum Hasard des Spiel­ti­sches geht man ja nicht mehr nur mit sei­ner Bör­se – nein, den gan­zen Geld­schrank setzt man ein. Ist es nicht mehr als irr­sin­nig, hun­dert­tau­send Ses­ter­zen zu ver­spie­len und dem vor Käl­te zit­tern­den Skla­ven sein Hemd vor­zu­ent­hal­ten?“

Bild­un­ter­schrift: Sechs römi­sche Spiel­stei­ne aus Kno­chen. Foto: Muse­en Wei­ßen­burg