Im Oktober zeigen die Museen Weißenburg einen „Fund des Monats“ für Groß und Klein
Weißenburg — Sich mit Spielen zu beschäftigen ist wohl einer der ältesten Kulturtechniken des Menschen. Und natürlich kannten auch die Römer der Antike viele Formen der Unterhaltung. Man denke an das berühmte Kolosseum und andere Amphitheater, in denen Gladiatoren- und Tierkämpfe stattfanden; oder aber prestigeträchtige Wagenrennen im Circus Maximus und anderen
Orten.
Doch es bedurfte nicht immer großer sportlicher Anlagen, um sich zu unterhalten. Sehr beliebt waren im Alten Rom viele verschiedene Arten von Würfel- und Setzspielen, wie die hier gezeigten Spielsteine bezeugen. Uns ist eine Reihe von unterschiedlichen „Brettspielen“ überliefert, deren Spielfelder nicht selten noch heutzutage an antiken Stätten zu erkennen
sind. Die hier ausgestellten Spielsteine sind aus Knochen gefertigt, es gibt sie aber auch aus Metall, Ton, Holz, Glas, Elfenbein und anderen Materialien. Oftmals wurden die Scherben eines kaputten Gefäßes als Spielsteine umfunktioniert.
In ihrer Mußezeit (otium) benutzten die Römer Spielsteine für etliche Brettspiele, wie etwa Mühle (mola), ludus latrunculorum, ein Spiel das unserer Dame ähnelt, oder aber duodecim scripta und tabula, die beide Ähnlichkeiten mit Backgammon aufweisen.
Aus der römischen Zeit sind strenge Gesetze (lex alearia) bekannt, die das Glücksspiel verbieten und Gewinn beim Glücksspiel mit Raub gleichsetzen.
Der Römische Satirenschreiber Juvenal weiß uns zu berichten: „Wann war die Spielsucht stärker? Zum Hasard des Spieltisches geht man ja nicht mehr nur mit seiner Börse – nein, den ganzen Geldschrank setzt man ein. Ist es nicht mehr als irrsinnig, hunderttausend Sesterzen zu verspielen und dem vor Kälte zitternden Sklaven sein Hemd vorzuenthalten?“
Bildunterschrift: Sechs römische Spielsteine aus Knochen. Foto: Museen Weißenburg


