Schwache Konjunktur hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt — Arbeitslosigkeit dennoch auf moderatem Niveau

von | 28. September 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Daten im Über­blick

Arbeits­lo­sen­zahl im Sep­tem­ber: ‑247 zu Vor­mo­nat (‑3,1 Pro­zent) auf 7.793

Arbeits­lo­sen­zahl im Vor­jah­res­ver­gleich: +307 (+4,1 Pro­zent)

Arbeits­lo­sen­quo­te gegen­über Vor­mo­nat: ‑0,1 auf 3,0 Pro­zent

Arbeits­lo­sen­quo­te im Vor­jahr: 2,9 Pro­zent

(red). Nach der Urlaubs- und Feri­en­zeit ging die Arbeits­lo­sig­keit im Ver­gleich zum Vor­mo­nat wie jedes Jahr im Sep­tem­ber zurück. Mit 247 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 3,1 Pro­zent nahm sie etwas weni­ger ab als im Vor­jahr. Damals waren im Sep­tem­ber 315 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 4,0 Pro­zent weni­ger arbeits­los gemel­det als im Vor­mo­nat.

Bei die­ser Ent­wick­lung fällt heu­er beson­ders der jah­res­zeit­lich übli­che Rück­gang der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit ins Gewicht. Mit dem Beginn des neu­en Schul- und Aus­bil­dungs­jah­res waren 181 Per­so­nen unter 25 Jah­ren weni­ger arbeits­los gemel­det als im Vor­mo­nat. Dies ent­spricht nahe­zu drei Vier­tel des Gesamt­rück­gangs der Arbeits­lo­sig­keit. Vor einem Jahr lag die­ser Anteil bei 55 Pro­zent.

„Der Rück­gang der Arbeits­lo­sig­keit im Ver­gleich zum Vor­mo­nat ist über­wie­gend auf den Beginn von Aus­bil­dungs- und Schul­jahr und damit auf einen für die Jah­res­zeit übli­chen Effekt zurück­zu­füh­ren. Posi­ti­ve wirt­schaft­li­che Impul­se sind, wenn, dann nur in unter­ge­ord­ne­tem Maße dafür aus­schlag­ge­bend. Dies zeigt, dass die anhal­tend schwa­che Kon­junk­tur Spu­ren auf dem Arbeits­markt hin­ter­lässt“, erklärt Clau­dia Wol­fin­ger, Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg.

„Ande­rer­seits fällt das Plus bei der Arbeits­lo­sen­zahl gegen­über dem Vor­jahr mit 307 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 4,1 Pro­zent ver­gleichs­wei­se nied­rig aus. Außer­dem fan­den im Sep­tem­ber 888 arbeits­los gemel­de­te Per­so­nen eine neue Arbeits­stel­le. Dies ent­spricht nahe­zu dem Niveau der Vor­jah­re und macht deut­lich, dass der Arbeits­markt in der Regi­on wei­ter­hin auf­nah­me­fä­hig ist“, zeigt sich Wol­fin­ger opti­mis­tisch.

Weni­ger neu gemel­de­te Stel­len

Unbe­scha­det der genann­ten posi­ti­ven Aspek­te macht sich die kon­junk­tu­rel­le Schwä­che auch am Stel­len­markt bemerk­bar. So mel­de­ten die Arbeitgeber*innen dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­tern 659 neue Stel­len im Lau­fe des Monats. Das sind 197 bzw. 23,0 Pro­zent weni­ger als im Vor­mo­nat und 112 bzw. 14,5 Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr.

Der größ­te Anteil neu gemel­de­ter Stel­len kam mit 108 aus dem Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen. Danach fol­gen das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be und die Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit jeweils 103 neu­en Stel­len. Aus dem Groß- und Ein­zel­han­del wur­den 77, aus der öffent­li­chen Ver­wal­tung 45, aus dem Gast­ge­wer­be 22 und aus dem Bau­ge­wer­be 19 neue Stel­len gemel­det. Mit Aus­nah­me des Groß- und Ein­zel­han­dels mel­de­ten alle Bran­chen weni­ger neue Stel­len als im Vor­jahr. Am größ­ten fällt die Ver­rin­ge­rung in den stär­ker kon­junk­tur­ab­hän­gi­gen Bran­chen der Arbeit­neh­mer­über­las­sung (-42) und dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (-35) aus.

„Wäh­rend der Rück­gang neu gemel­de­ter Stel­len gegen­über dem Vor­mo­nat im Sep­tem­ber in die­ser Grö­ßen­ord­nung wegen der Urlaubs­zeit üblich ist, hat das Minus gegen­über dem Vor­jahr wirt­schaft­li­che Ursa­chen: Ange­sichts der fort­dau­ern­den her­aus­for­dern­den wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on hal­ten sich die Arbeit­ge­ber mit der Mel­dung neu­er Arbeits­stel­len eher zurück“, erläu­tert Clau­dia Wol­fin­ger.

Fach­kräf­te­man­gel besteht fort

Trotz stei­gen­der Arbeits­lo­sig­keit und weni­ger neu gemel­de­ten Stel­len besteht der Fach­kräf­te­man­gel fort. So waren von den 659 neu gemel­de­ten Stel­len 374 für Fach­kräf­te und 128 für Men­schen mit einer höhe­ren Qua­li­fi­ka­ti­on auf Meis­ter- oder Hoch­schul­ni­veau. Ledig­lich 157 der neu gemel­de­ten Stel­len sind auf Hel­fer­ni­veau. Ähn­lich ver­teilt sind die Anfor­de­rungs­ni­veaus der Stel­len im Bestand. Von ihnen rich­ten sich 1.211 an Helfer*innen, 3.393 an Fach­kräf­te und 1.010 an Per­so­nen mit höhe­rer Qua­li­fi­ka­ti­on. Dem­ge­gen­über stan­den im Sep­tem­ber 3.380 arbeits­los gemel­de­te Per­so­nen ohne Berufs­aus­bil­dung, 3.593 mit Berufs­ab­schluss und 675 mit aka­de­mi­scher Aus­bil­dung.

„Dem­entspre­chend för­dern wir bereits seit lan­gem die beruf­li­che Wei­ter­bil­dung sowohl von arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen als auch von Arbeitnehmer*innen. Beson­ders auch in wirt­schaft­lich her­aus­for­dern­den Zei­ten ist dies eine wich­ti­ge Inves­ti­ti­on in die Zukunft. Denn sie stei­gert die Chan­cen von arbeits­los gemel­de­ten Men­schen, schnell wie­der Arbeit zu fin­den und sie ver­rin­gert das Risi­ko von Arbeitnehmer*innen, künf­tig arbeits­los zu wer­den. Außer­dem bringt sie den Arbeit­ge­bern die drin­gend benö­tig­ten Fach­kräf­te“, führt Clau­dia Wol­fin­ger aus.

Stadt und Landkreise

Der Arbeits­markt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen waren im Sep­tem­ber 1.825 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 86 weni­ger als im Vor­mo­nat und 46 weni­ger als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 39 auf 219. Das sind 13 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen liegt bei 3,3 Pro­zent, 0,2 Pro­zent­punk­te unter dem Wert des Vor­mo­nats und genau­so viel unter dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Sep­tem­ber 101 neue Stel­len, das sind 26 weni­ger als vor einem Monat und vier weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt in der Stadt Ans­bach

In der Stadt Ans­bach waren im Sep­tem­ber 1.146 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 13 weni­ger als im Vor­mo­nat exakt genau­so vie­le wie im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 27 auf 119. Das sind nahe­zu genau­so vie­le wie im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te in der Stadt Ans­bach liegt bei 4,8 Pro­zent. Das ent­spricht genau dem Wert des Vor­mo­nats sowie des Vor­jahrs.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Sep­tem­ber 116 neue Stel­len, das sind 36 weni­ger als vor einem Monat und 40 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Ans­bach

Im Land­kreis Ans­bach waren im Sep­tem­ber 2.986 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 84 weni­ger als im Vor­mo­nat und 207 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 81 auf 320. Das sind 16 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Ans­bach liegt bei 2,7 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punkt unter dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice im Sep­tem­ber 234 neue Stel­len, das sind 139 weni­ger als vor einem Monat und 51 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Roth

Im Land­kreis Roth waren im Sep­tem­ber 1.836 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 64 weni­ger als im Vor­mo­nat und 146 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 34 auf 238. Das sind 27 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Roth liegt bei 2,5 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punk­te unter dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Sep­tem­ber 208 neue Stel­len, das sind vier mehr als vor einem Monat und 17 weni­ger als vor einem Jahr.

Foto: Bri­git­te Dorr