Sicher durch Gunzenhausen kommen – neue Rollatorspur am Haus des Gastes

von | 30. Mai 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Wer kör­per­lich beein­träch­tigt, schlecht zu Fuß, auf Stö­ckel­schu­hen, Inli­nern oder mit dem Kin­der­wa­gen unter­wegs ist, der müht sich im Innen­stadt­be­reich Gun­zen­hau­sens an man­cher Stel­le am gro­ben Pflas­ter­be­lag ab. Rol­la­tor­spu­ren kön­nen hel­fen und Bewe­gung ohne Ein­schrän­kun­gen mög­lich machen. Die Stadt Gun­zen­hau­sen hat­te zuletzt am Haf­ner­markt eine sol­che Spur instal­liert, nun kam eine wei­te­re am Haus des Gas­tes im Mark­gräf­li­chen Hof­gar­ten hin­zu. Die ehren­amt­li­che Behin­der­ten­be­auf­trag­te der Stadt Gun­zen­hau­sen, Julia Braun, konn­te sich vor Ort von der behin­der­ten­ge­rech­ten Gestal­tung über­zeu­gen. „Kopf­stein­pflas­ter sieht zwar super aus und schafft his­to­ri­sches Ambi­en­te, kann für Men­schen mit Han­di­cap aller­dings schnell zur Belas­tung wer­den“, erklärt Julia Braun. „Zur Teil­ha­be gehört, dass sich jeder Mensch ohne Hin­der­nis­se im öffent­li­chen Raum fort­be­we­gen kann. Daher ist die neue Rol­la­tor­spur eine Ver­bes­se­rung, ermög­licht sie doch fes­ten Fußes bis ins Haus des Gas­tes zu kom­men, z.B. um an Trau­un­gen oder an Ver­an­stal­tun­gen teil­zu­neh­men.“

Die neu gebau­te Rol­la­tor­spur beginnt noch vor dem Ein­gangs­tor in den Mark­gräf­li­chen Hof­gar­ten an der Fuß­gän­ger­am­pel (Büh­rin­ger­stra­ße) und führt bis zur Ein­gangs­tür des Haus des Gas­tes. Die Bord­stein­kan­te direkt nach der Ampel wur­de her­ab­ge­senkt, so dass sich Roll­stuhl­fah­rer und Men­schen mit Rol­la­tor leich­ter fort­be­we­gen und direkt nach Über­que­rung der Stra­ße auf den Bür­ger­steig wech­seln kön­nen. Die dar­an anschlie­ßen­de, 1,40 Meter (mit Umran­dung 1,60 Meter) brei­te Rol­la­tor­spur ist optisch unauf­fäl­lig und hilft durch die Gestal­tung auch Seh­be­hin­der­ten bei der Ori­en­tie­rung. „Als Stadt­rat von Gun­zen­hau­sen neh­men wir das Bedürf­nis nach Bar­rie­re­frei­heit sehr ernst“, betont Julia Braun. „Regel­mä­ßig dis­ku­tie­ren wir über Ver­bes­se­run­gen und über­le­gen, was in Gun­zen­hau­sen an wel­cher Stel­le sinn­voll und mög­lich ist. Rol­la­tor­spu­ren inte­grie­ren sich gut ins Stadt­bild und sind prak­ti­ka­ble Lösun­gen.“

Die Rol­la­tor­spur am Haus des Gas­tes im Mark­gräf­li­chen Hof­gar­ten wird vor­aus­sicht­lich im nächs­ten Jahr erwei­tert. Bar­rie­re­frei erschlos­sen wer­den soll noch der Zugang zur vhs-Geschäfts­stel­le. Die aktu­el­le bau­li­che Maß­nah­me wur­de durch das staat­li­che För­der­pro­gramm „Innen­städ­te bele­ben – Abbau bau­li­cher Bar­rie­ren im öffent­li­chen Raum zur behin­der­ten­ge­rech­ten Gestal­tung“ mit 80 % bezu­schusst, die Gesamt­kos­ten belie­fen sich auf rund 18.000 Euro. Durch­ge­führt wur­den die Arbei­ten von der Fir­ma Ste­fan Wag­ner Tief- und Pflas­ter­bau aus Unter­wurm­bach.

Vor­aus­sicht­lich noch im Herbst möch­te die Stadt Gun­zen­hau­sen eine wei­te­re Rol­la­tor­spur im Innen­stadt­be­reich umset­zen. Dann soll die Stre­cke Ecke Rathausstraße/Brunnenstraße bis zur Waag­stra­ße und anschlie­ßend Rich­tung Markt­platz erschlos­sen wer­den, wei­te­re Berei­che in den nächs­ten Jah­ren könn­ten das Gelän­de um die evan­ge­li­sche Stadt­kir­che oder die Zugän­ge zur Alt­mühl­pro­me­na­de sein. „Rol­la­tor­spu­ren sind nicht nur was für Men­schen mit Han­di­cap, son­dern wer­den auch von Fami­li­en mit Kin­der­wä­gen, Ska­tern oder Fahr­rad­fah­rern genutzt“, ergänzt Julia Braun. „Es han­delt sich also um rich­ti­ge Mul­ti­tools, die eine Innen­stadt auf­wer­ten und die Lebens­qua­li­tät ver­bes­sern. Was nützt der idyl­lischs­te Pflas­ter­be­lag, wenn Men­schen stän­dig auf den Boden schau­en müs­sen, weil sie Angst haben, zu stol­pern?“

Haben Sie Fra­gen zum The­ma, bei­spiels­wei­se zum Nut­zen einer Rol­la­tor­spur oder war­um Bar­rie­re­frei­heit im öffent­li­chen Raum unab­ding­bar ist? Die ehren­amt­li­che Behin­der­ten­be­auf­trag­te der Stadt Gun­zen­hau­sen, Julia Braun, ist unter julia.braun@gremien.gunzenhausen.de zu errei­chen. Nähe­re Infor­ma­tio­nen zu ihrem Ehren­amt gibt es unter www.gunzenhausen.de/behindertenbeauftragte.html.

Bild­un­ter­schrift: Die ehren­amt­li­che Behin­der­tenb­au­f­trag­te der Stadt Gun­zen­hau­sen, Julia Braun, über­zeug­te sich am Haus des Gas­tes von der behin­der­ten­ge­rech­ten Umge­stal­tung. Foto: Stadt Gun­zen­hau­sen