Sicher von A nach B kommen – neue Rollatorspur am Hafnermarkt wird gut angenommen

von | 24. Januar 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Die Gun­zen­häu­ser Alt­stadt ist wun­der­schön, eine char­man­te Fla­nier­mei­le mit Urlaubs­flair. Hier lässt es sich aus­hal­ten und ein paar tol­le Momen­te genie­ßen. Wer aller­dings schlecht zu Fuß ist oder gar auf einen Rol­la­tor oder Roll­stuhl ange­wie­sen ist, der müht sich in manch alter Gas­se oder his­to­ri­schem Ort am teils gro­ben Pflas­ter­be­lag ab. So bis vor kur­zem auch am Haf­ner­markt zwi­schen Büh­rin­ger Stra­ße und Markt­platz. Wit­te­rung, Ero­si­on und Ver­kehr haben den Stei­nen vor Ort zuge­setzt. „Men­schen mit Han­di­cap, Senio­rin­nen und Senio­ren, aber auch Fami­li­en mit Kin­der­wa­gen hilft das wenig“, betont Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „Gera­de im öffent­li­chen Raum muss Bewe­gung ohne Ein­schrän­kung mög­lich sein. Dazu gehö­ren ein siche­rer Stand und Wege ohne Hin­der­nis­se. Wir haben lan­ge über Ver­bes­se­run­gen am Haf­ner­markt dis­ku­tiert. Eine Rol­la­tor­spur erschien uns eine prak­ti­ka­ble und stol­per­freie Lösung, die sich zudem optisch gut ins Stadt­bild inte­griert.“

Im fach­li­chen Aus­tausch mit Julia Braun, ehren­amt­li­che Beauf­trag­te für Men­schen mit Behin­de­rung in der Stadt Gun­zen­hau­sen, wur­de die Rol­la­tor­spur im letz­ten Jahr durch das Gun­zen­häu­ser Stadt­bau­amt geplant und umge­setzt. Die Gesamt­kos­ten belie­fen sich auf rund 50.000 Euro, aller­dings gibt es hier gute Nach­rich­ten für die Stadt­kas­se: Die Bau­kos­ten wer­den durch das staat­li­che För­der­pro­gramm „Innen­städ­te bele­ben – Abbau bau­li­cher Bar­rie­ren im öffent­li­chen Raum zur behin­der­ten­ge­rech­ten Gestal­tung“ bis zu 80 % bezu­schusst. „Die Bar­rie­re­frei­heit im öffent­li­chen Raum wird von staat­li­cher Sei­te vor­an­ge­trie­ben und wir freu­en uns über die Zuschüs­se“, so Tho­mas Hin­ter­leit­ner aus dem Stadt­bau­amt. „Um die Teil­ha­be aller Men­schen am Ver­kehrs­ge­sche­hen zu ermög­li­chen, suchen wir immer nach Ver­bes­se­rungs­po­ten­ti­al, auch bei bestehen­der Infra­struk­tur. Gera­de im Alt­stadt­be­reich kön­nen Rol­la­tor­spu­ren eine sinn­vol­le Lösung sein. Die Spu­ren erleich­tert den Gang und, was oft ver­ges­sen wird, hel­fen Seh­be­hin­der­ten bei der Ori­en­tie­rung.“

Die orts­an­säs­si­gen Pflas­ter­ex­per­tin­nen und ‑exper­ten der Fir­ma Wag­ner aus Unter­wurm­bach haben die Bau­maß­nah­me unkom­pli­ziert und hoch­wer­tig umge­setzt. Tele­kom und Voda­fone haben die Umbau­pha­se zudem genutzt, um an sel­ber Stel­le Glas­fa­ser­lei­tun­gen zu ver­le­gen. „Das war natür­lich eine Win-Win-Situa­ti­on“, ergänzt Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „Der Geh­weg war offen und so konn­ten die Lei­tun­gen im Zuge mit­ver­legt wer­den. Alles in allem ist die Rol­la­tor­spur am Haf­ner­markt ein vol­ler Erfolg und wird gut ange­nom­men. Über wei­te­re Spu­ren den­ken wir nach, bei­spiels­wei­se am Haus des Gas­tes.“

Schließ­lich rich­tet Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz noch einen Appell an moto­ri­sier­te Ver­kehrs­teil­neh­mer: „Fahr­zeu­ge soll­ten weder zum Par­ken noch zum Hal­ten auf der Rol­la­tor­spur abge­stellt wer­den. Bit­te hal­ten Sie die Spu­ren frei.“

Foto: Stadt Gun­zen­hau­sen