SPD Stadtratsfraktion Gunzenhausen: Keine Einbahnstraße in der Weißenburger Straße

von | 17. April 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Die Unter­schrif­ten­samm­lung der Anwoh­ner und die Bür­ger­ver­samm­lung haben ganz ein­deu­tig gezeigt, dass die Bür­ger in der Wei­ßen­bur­ger Stra­ße kei­ne Ein­bahn­stra­ße haben wol­len.

Mit die­ser The­ma­tik haben sich die Mit­glie­der der SPD Stadt­rats­frak­ti­on nun erneut beschäf­tigt. Sie sind sich in vie­len Punk­ten einig: Um Ver­kehr zu redu­zie­ren muss der Gesamt­ver­kehr in der Stadt betrach­tet wer­den. Nach Zah­len der Mach­bar­keits­stu­die fah­ren der­zeit rund 40% des gesam­ten Ver­kehrs nur durch die Stadt und eben auch durch die Wei­ßen­bur­ger Stra­ße, obwohl dies eigent­lich nicht nötig wäre. Für die Genos­sen wäre es ein ers­ter Schritt, die­sen Durch­fahrts­ver­kehr mög­lichst unat­trak­tiv und an ande­rer Stel­le attrak­ti­ver zu gestal­ten.

Erreicht wer­den kön­ne dies durch die Neu­ge­stal­tung der B13 So wür­de der Ver­kehr nicht nur in einer Stra­ße sin­ken, son­dern auch ande­re viel­be­fah­re­ne Stra­ßen wür­den davon pro­fi­tie­ren.
Das man nicht war­ten müs­se, bis hier der Bund aktiv wer­de, ist sich Dani­el Hin­derks sicher. „ Durch eine Neu­re­ge­lung der Ver­kehrs­füh­rung mit geän­der­ter Vor­fahrts­re­ge­lung im Bereich der Kreu­zung Schäu­pel­eins­müh­le, Abzweig Unter­wurm­bach und Kreu­zung Karos­se­rie­bau Ulrich mit der gegen­über­lie­gen­den Tank­stel­le, könn­te hier ein durch­gän­gi­ger und rei­bungs­lo­ser Ver­kehr erreicht wer­den. Der Ein­fä­del­be­reich müs­se fal­len um den Ver­kehrs­fluss flüs­sig zu hal­ten.

Als posi­ti­ver Neben­ef­fekt wür­den vie­le Auto­fah­rer auch den Orts­teil Unter­wurm­bach über die B466 umfah­ren und eben­so in die ande­re Rich­tung. Dies hät­te folg­lich auch eine Ent­las­tung der Haupt­stra­ße Unter­wurm­bach zur Fol­ge, die mit 6000 Fahr­zeu­gen pro Tag fast ein Haupt­stra­ßen­ni­veau der Stadt reicht. Erfor­der­lich wären für die­se ers­te Lösung ledig­lich neue Ver­kehrs­schil­der mit der neu­en Ver­kehrs­re­ge­lung. Dies könn­te aber mit den zustän­di­gen Stel­len des Bun­des abge­klärt und zügig, aber vor allem auch kos­ten­güns­tig umge­setzt wer­den.

Ein wei­te­rer Vor­teil wäre sicher­lich, dass ein Neu­bau der B13 umgan­gen wer­den könn­te und somit wei­te­rer groß­flä­chi­ger Flä­chen­fraß nicht not­wen­dig wäre. Auch die Fahr­rad­un­ter­füh­rung nach Unter­wurm­bach könn­te unver­än­dert bestehen blei­ben und die Rad­we­ge­ver­bin­dung in den Orts­teil wei­ter­hin gewähr­leis­ten. Als Ergän­zung sieht die SPD die Ein­füh­rung einer durch­gän­gi­gen Zone 30 im Stadt­ge­biet um die Durch­fahrt mög­lichst unat­trak­tiv zu gestal­ten. Für Ret­tungs­kräf­te in Not­fall­si­tua­tio­nen gilt das Tem­po­li­mit dann natür­lich nicht, ergänzt Paul Pfei­fer als Not­fall­sa­ni­tä­ter und Feu­er­wehr­ler.

Mit sol­chen Maß­nah­men wäre es mög­lich, mit wenig Auf­wand und gerin­gen finan­zi­el­len Mit­teln einen Mehr­wert für den gesam­ten Innen­stadt­be­reich zu errei­chen. Erst nach einer sol­chen Lösung kann und muss die Ver­kehrs­füh­rung in den ein­zel­nen Haupt­ver­kehrs­stra­ßen erneut betrach­tet wer­den und erst dann kön­ne man wei­te­re Maß­nah­men zur Ent­las­tung ergrei­fen.

Eine Ein­bahn­stra­ße auf 500 Metern in der Wei­ßen­bur­ger Stra­ße macht des­halb aus Sicht der SPD der­zeit kei­nen Sinn. Dies wür­de allen­falls für zusätz­li­ches Cha­os in den umlie­gen­den
Quer­stra­ßen sor­gen. „Eine bau­li­che Umge­stal­tung der Wei­ßen­bur­ger Stra­ße wür­de immense Kos­ten ver­schlin­gen, was der­zeit nicht zuletzt auf­grund der ange­spann­ten Haus­halts­la­ge der Stadt
Gun­zen­hau­sen abso­lut nicht zu ver­tre­ten ist“, ergänzt Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Bian­ca Bau­er. Im Hin­blick auf den Neu­bau der Wohn­ge­bäu­de in der Wei­ßen­bur­ger Stra­ße schließt sich der Kreis, war­um aus­ge­rech­net hier eine Ein­bahn­stra­ßen­re­ge­lung grei­fen soll. Eben­so wie ein even­tu­el­ler Ver­kauf des städ­ti­schen Gebäu­des direkt gegen­über. Das hier die zukünf­ti­ge Zufahrt gere­gelt
wer­den soll, steht für die Genos­sen außer Fra­ge.

Auch die in der Mach­bar­keits­stu­die vor­ge­leg­ten Zah­len für die Rad­fah­rer „ sind auf­grund der kur­zen Zäh­lun­gen“ wenig aus­sa­ge­kräf­tig und täu­schen über den eigent­li­chen Sinn der geplan­ten Ein­bahn­stra­ße hin­weg. Die ange­prie­se­ne Ent­schär­fung der Situa­ti­on am Sau­markt für Rad­fah­rer mit einer Ein­bahn­stra­ßen­re­ge­lung wur­de auch in der Mach­bar­keits­stu­die nur unzu­rei­chend gelöst. Für Rad­fah­rer aus der Wei­ßen­bur­ger Stra­ße kom­mend wür­de auch ein ein­sei­ti­ger Ver­kehr nach wie vor eine Gefah­ren­stel­le dar­stel­len. Eine Rad­we­ge­füh­rung ent­lang der Alt­mühl­au­en wäre der­zeit eine kos­ten­güns­ti­ge Mög­lich­keit, die für Rad­fah­rer gefähr­li­che Situa­ti­on am Sau­markt schnell zu ent­schär­fen.

Die Wei­ßen­bur­ger Stra­ße ist zwar der­zeit ein Ver­kehrs­brenn­punkt, aber eben nur einer im Stadt­ge­biet. Auch die Büh­rin­ger­stra­ße, die Bahn­hof­stra­ße und die Nürn­ber­ger Stra­ße müs­sen in zukünf­ti­ge Über­le­gun­gen zur Redu­zie­rung von moto­ri­sier­tem Ver­kehr und für die Sicher­heit aller Ver­kehrs­teil­neh­mer mit ein­be­zo­gen wer­den. Wir dür­fen kei­ne neu­en Brenn­punk­te schaf­fen, um an einer Stel­le zu ent­las­ten, so die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Bian­ca Bau­er. Ange­la Schmidt fügt noch hin­zu: Die Mobi­li­täts­wen­de ist der­zeit in vol­lem Gan­ge. Ein Wan­del wird auch in Gun­zen­hau­sen weit­rei­chen­de Fol­gen haben und der Ver­kehr Wird sich in den nächs­ten Jah­ren grund­le­gend ver­än­dern. Ein Gesamt­kon­zept für die gesam­te Stadt wird des­halb unum­gäng­lich sein.

Foto: Bri­git­te Dorr