Stadt Gunzenhausen darf auch weiterhin den Titel als fahrradfreundliche Kommune behalten

von | 28. Oktober 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen — Nun haben wir es schwarz auf weiß: Gun­zen­hau­sen wird auch wei­ter­hin den Titel fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­ne behal­ten. Die Bewer­tungs­kom­mis­si­on, hat am ver­gan­ge­nen Mitt­woch nach aus­gie­bi­ger Prü­fung ent­schie­den, dass Gun­zen­hau­sen wei­ter­hin den begehr­ten Titel für wei­te­re sie­ben Jah­re füh­ren darf. „Wir wer­den für unse­re Bemü­hun­gen belohnt“, freut sich Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „2018 wur­den wir erst­mals als fahr­rad­freund­lich zer­ti­fi­ziert, haben aber damals von der Prü­fungs­kom­mis­si­on auch Haus­auf­ga­ben bekom­men. Die Haus­auf­ga­ben haben wir erfüllt. Die vie­len Jah­re, die wir an der Ver­bes­se­rung für den Rad­ver­kehr gear­bei­tet haben, haben sich gelohnt.“

Das ste­tig wach­sen­de Netz­werk baye­ri­scher Kom­mu­nen exis­tiert bereits seit 2012 und umfasst inzwi­schen 143 Städ­te, Gemein­den und Land­krei­se. Mit der Mit­glied­schaft gilt es umfang­rei­che Kri­te­ri­en in den Berei­chen Infra­struk­tur, Infor­ma­ti­on, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ser­vice zu erfül­len. Bis­her konn­ten sich nur 12 Kom­mu­nen der Rezer­ti­fi­zie­rung erfolg­reich stel­len.

Vor sie­ben Jah­ren stell­te sich die Stadt erst­mals der Bewer­tungs­kom­mis­si­on vor und erhielt die Aus­zeich­nung als „Fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­ne in Bay­ern“. Da Rad­ver­kehrs­för­de­rung eine Dau­er­auf­ga­be ist, muss­te sich die Kom­mu­ne heu­er erneut dem Prüf­ver­fah­ren stel­len.

Am 15. Okto­ber 2025 woll­te sich die Bewer­tungs­kom­mis­si­on bestehend aus der Geschäfts­füh­re­rin der Arbeits­ge­mein­schaft fahr­rad­freund­li­cher Kom­mu­nen in Bay­ern (AGFK Bay­ern) Sarah Gut­ten­ber­ger, Chris­ti­an Deu­er­ling von der Lan­des­bau­di­rek­ti­on, als Ver­tre­tung für das Bay. Minis­te­ri­um für Woh­nen, Bau und Ver­kehr, Robert Bur­schik und Johan­nes Zieg­ler vom ADFC-Lan­des­ver­band und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Wolf­gang Hau­ber, davon über­zeu­gen, dass Gun­zen­hau­sen wei­te­re Anstren­gun­gen und Ver­bes­se­run­gen zur För­de­rung des Rad­ver­kehrs unter­nom­men hat.

In der rund fünf­stün­di­gen Begut­ach­tung wur­de die Infra­struk­tur auf Herz und Nie­ren über­prüft und mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Ver­wal­tung vor Ort dis­ku­tiert. Mit dabei waren neben dem Ers­ten Bür­ger­meis­ter und dem Rad­ver­kehrs­be­auf­trag­ten Klaus Ste­phan auch Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen des Rat­hau­ses sowie die Poli­zei, Gebiets­ver­kehrs­wacht und das Staat­li­che Bau­amt.

Im Lau­fe des Prüf­pro­zes­ses stell­te sich die Kom­mu­ne ver­tie­fen­de Fra­gen der Kom­mis­si­on zum aktu­el­len Stand zur Fahr­rad­för­de­rung.

Abschlie­ßend kam die Kom­mis­si­on zum Ergeb­nis, die Stadt Gun­zen­hau­sen erneut zur Aus­zeich­nung als „Fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­ne in Bay­ern“, ver­lie­hen durch das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um für Woh­nen, Bau und Ver­kehr, vor­zu­schla­gen.

Beson­ders fol­gen­de Punk­te konn­ten die Bewer­tungs­kom­mis­si­on über­zeu­gen:

  • Gro­ßes Inter­es­se und spür­ba­re Begeis­te­rung für nach­hal­ti­ge Mobi­li­tät und Rad­ver­kehr
  • Hohe Moti­va­ti­on und enga­gier­tes Vor­ge­hen der Ver­ant­wort­li­chen
  • Viel­fäl­ti­ge und pra­xis­ori­en­tier­te Work­shops zur Ein­bin­dung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger
  • Beein­dru­cken­de und funk­tio­nal gestal­te­te Fahr­rad­ab­stell­an­la­gen
  • Posi­ti­ves Bau­stel­len­ma­nage­ment mit kla­rer, gut sicht­ba­rer Beschil­de­rung
  • Akti­ve und krea­ti­ve Nut­zung der Las­ten­rä­der im Stadt­ge­biet
  • Suche nach indi­vi­du­el­len, stand­ort­spe­zi­fi­schen Lösun­gen für die Rad­in­fra­struk­tur
  • Erfolg­rei­che Öffent­lich­keits­ar­beit mit Pro­jek­ten wie dem Pend­ler­früh­stück und der Neu­bür­ger­ra­del­tour
  • Krea­ti­ves und anspre­chen­des Wim­mel­bild zur Dar­stel­lung der städ­ti­schen Rad­kul­tur
  • Infor­ma­ti­ve, über­sicht­li­che und gut gepfleg­te Home­page
  • Gelun­ge­ne Außen­kom­mu­ni­ka­ti­on, z. B. durch anspre­chen­de Wer­bung für die Fahr­rad­bo­xen
  • Gute und umfas­sen­de Infor­ma­ti­on über ver­füg­ba­re För­der­mit­tel

Doch trotz des posi­ti­ven Ergeb­nis­ses und der erneu­ten Aus­zeich­nung als „Fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­ne“ wur­den wei­te­re Hand­lungs­emp­feh­lun­gen aus­ge­spro­chen, um die Situa­ti­on des Rad­ver­kehrs in der Kom­mu­ne auch zukünf­tig zu ver­bes­sern:

  • Bestehen­de Rad­ver­kehrs­in­fra­struk­tur regel­mä­ßig über­prü­fen und bewer­ten
  • Schma­le Schutz­strei­fen kri­tisch hin­ter­fra­gen, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf feh­len­de Sicher­heits­trenn­strei­fen
  • Prü­fen, ob Mit­tel­mar­kie­run­gen ent­fal­len kön­nen, um eine bes­se­re Ori­en­tie­rung am Schutz­strei­fen zu ermög­li­chen
  • Prü­fung der Mit­glied­schaft für fahr­rad­freund­li­che Arbeit­ge­ber

Die Aus­zeich­nung hat sie­ben Jah­re Bestand, danach müs­sen wei­te­re Fort­schrit­te erkenn­bar sein.

Auch der Abge­ord­ne­te des Baye­ri­schen Land­ta­ges, Wolf­gang Hau­ber, der bereits an meh­re­ren Berei­sun­gen teil­ge­nom­men hat, wür­dig­te das Enga­ge­ment der Stadt Gun­zen­hau­sen und gra­tu­lier­te zur Rezer­ti­fi­zie­rung.

AGFK-Geschäfts­füh­re­rin Sarah Gut­ten­ber­ger: Um die Aus­zeich­nung wei­ter tra­gen zu dür­fen, sind per­ma­nent wei­te­re Anstren­gun­gen für einen leich­ten, siche­ren und attrak­ti­ven Rad­ver­kehr not­wen­dig. Die Stadt Gun­zen­hau­sen konn­te uns davon über­zeu­gen, dass sie Rad­ver­kehrs­för­de­rung wei­ter­hin ernst nimmt und seit der erst­ma­li­gen Zer­ti­fi­zie­rung zahl­rei­che wei­te­re Pro­jek­te umge­setzt hat.

Abschlie­ßend ergänz­te Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz: Wir freu­en uns über das Ergeb­nis und wer­den in unse­ren Anstren­gun­gen um eine posi­ti­ve Rad­kul­tur nicht nach­las­sen. Die nach­hal­ti­ge und umwelt­freund­li­che Mobi­li­tät ist eine Dau­er­auf­ga­be in der Stadt Gun­zen­hau­sen. Ich dan­ke allen, die uns bei den Bemü­hun­gen unter­stüt­zen und die zu den posi­ti­ven Prü­fungs­er­geb­nis­sen bei­getra­gen haben. Neben den Ver­bes­se­run­gen der Rad­ver­kehrs­in­fra­struk­tur kamen auch unse­re zusätz­li­chen Ange­bo­te sehr gut an, zum Bei­spiel die fünf Las­ten­rä­der, die über die Ver­wal­tung kos­ten­los aus­ge­lie­hen und getes­tet wer­den kön­nen. Oder die Senio­ren­rik­scha, die Kapi­tän Rein­hard Adolphs im Foy­er der Stadt­hal­le prä­sen­tie­ren konn­te.“

Foto: Tere­sa Biswanger/Stadt Gun­zen­hau­sen