Stadt Gunzenhausen – Stadtgeschichte im Modell

von | 25. Oktober 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Im sog. Haus des Gas­tes im Mark­gräf­li­chen Hof­gar­ten in Gun­zen­hau­sen träum­te vor drei Jahr­hun­der­ten der Wil­de Mark­graf Carl Wil­helm Fried­rich von Bran­den­burg-Ans­bach von sei­ner Fal­ken­jagd. Mehr als 250 Jah­re spä­ter brü­te­te an glei­cher Stel­le der mut­maß­li­che Gold­ma­cher und Heil­prak­ti­ker Johann Rei­chard über sei­nen alche­mis­ti­schen For­meln. Dar­über hin­aus gab es noch die auf­re­gen­de Zeit der eli­tä­ren Casi­no-Gesell­schaft um Limes-For­scher Dr. Hein­rich Eidam, wel­che 1810 auf dem Gelän­de und inner­halb des Haus des Gas­tes eine Hei­mat fand. Das schmie­de­ei­ser­ne Tor wur­de von die­sem Män­ner­ver­ein im Jahr 1832 ange­bracht. Heu­te wird das Haus des Gas­tes und der angren­zen­de Gar­ten u.a. für kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen genutzt. Das Haus des Gas­tes ist eines der bedeu­tends­ten Gun­zen­häu­ser Wahr­zei­chen und belieb­tes Foto­mo­tiv für Gäs­te aus nah und fern.

Was kaum jemand weiß: Das Haus des Gas­tes wur­de in akri­bi­scher Fein­ar­beit und mit viel hand­werk­li­chem Geschick maß­stabs­ge­treu als Modell nach­ge­baut. Die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner des AWO The­ra­pie­zen­trums Schloss Cron­heim haben dafür rund 2300 Stun­den getüf­telt und gebaut. Her­aus­ge­kom­men ist eine fan­tas­ti­sche und beein­dru­cken­de Arbeit im Maß­stab 1:33, ein Blick­fang und gleich­zei­tig eine detail­lier­te Ver­nei­gung vor dem his­to­ri­schen Ori­gi­nal. Stadt­ar­chi­var Wer­ner Mühl­h­äu­ßer hat­te Ori­gi­nal­plä­ne und Fotos zur Ver­fü­gung gestellt, die ein­zel­nen Ele­men­te dar­auf wur­den erfasst und in die not­wen­di­gen Maß­ein­hei­ten „run­ter­ge­rech­net“.

Vom Ver­mes­sen bis zur Mate­ri­al­aus­wahl ent­stand das Modell eigen­stän­dig im Rah­men eines arbeits­the­ra­peu­ti­schen Ange­bots. Unzäh­li­ge High­lights und Ele­men­te sind am Modell außen und innen zu ent­de­cken. So wur­de bei­spiels­wei­se jede ein­zel­ne Zaun­lat­te, jeder Pflas­ter­stein und jeder ein­zel­ne Dach­zie­gel sepa­rat gefer­tigt und bemalt.

Vor kur­zem wur­de das Modell im „ech­ten“ Haus des Gas­tes von AWO-Arbeits­the­ra­pie­lei­ter Ger­hard Hertlein und Modell­bau­er Tho­mas Heigl an die Stadt Gun­zen­hau­sen über­ge­ben. Die Stadt hat­te das hand­werk­li­che Kunst­ob­jekt erwor­ben und wird es künf­tig öffent­lich aus­stel­len. „Das Haus des Gas­tes ist für die Stadt Gun­zen­hau­sen ein Sym­bol. Wir freu­en uns, dass die Geschich­te des Wahr­zei­chens künf­tig noch erleb­ba­rer sein wird“, erklärt Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „Was wir dabei nicht ver­ges­sen dür­fen ist, dass das Objekt das Ergeb­nis eines wich­ti­gen, arbeits­the­ra­peu­ti­schen Ange­bots ist. Hier sind alko­hol­kran­ke Men­schen einer sinn­stif­ten­den Tätig­keit nach­ge­gan­gen. Deren Arbeit wert­schät­zen wir, in dem wir das Modell künf­tig der Öffent­lich­keit prä­sen­tie­ren.“

Wei­ter­ge­hen­de Infor­ma­tio­nen zum Haus des Gas­tes erhal­ten Sie unter www.gunzenhausen.info. Das AWO The­ra­pie­zen­trum Schloss Cron­heim fin­den Sie unter www.awo-mfrs.de

Bild­un­ter­schrift: (v. l. n. r.): AWO-Arbeits­the­ra­pie­lei­ter Ger­hard Hertlein, AWO-Modell­bau­er Tho­mas Heigl, Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz und Stadt­ar­chi­var Wer­ner Mühl­h­äu­ßer. Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser