Stellungnahme des SPD-Kreisverbandes und der SPD-Kreistagsfraktion zur Tagesordnung der kommenden Umweltausschusssitzung des Kreises.

von | 18. Februar 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Wie die loka­le Tages­pres­se bereits berich­te­te, beinhal­tet die Tages­ord­nung für den Umwelt­aus­schuss des Krei­ses am kom­men­den Mon­tag neben der Abstim­mung über die Zukunft des Natur­schutz­groß­pro­jek­tes “chance.natur — Lebens­raum Alt­mühl­tal” auch die Abstim­mung über einen Prüf­auf­trag für ein land­kreis­ei­ge­nes Alter­na­tiv­pro­jekt. Die­ses soll nach dem Wil­len des Land­rats im Fall des Schei­terns von “chance.natur” vom Kreis­tag ins Werk gesetzt wer­den. Aus Sicht der Sozi­al­de­mo­kra­ten erfolgt eine sol­che Abstim­mung zur Unzeit und lässt erneut befürch­ten, dass man im Land­rats­amt nicht mehr mit der Umset­zung des Natur­schutz­groß­pro­jekts und der Zusam­men­ar­beit mit dem Land­kreis Ans­bach rech­net.

SPD-Kreis­vor­sit­zen­der Harald Dösel und SPD-Frak­ti­ons­chef im Kreis­tag Mathi­as Hertlein fin­den das äußerst bedau­er­lich und schrei­ben in ihrer jüngs­ten Pres­se­mit­tei­lung: „Ein Schei­tern von ‘chance.natur’ wür­de das Vor­ha­ben auch im Land­kreis Ans­bach gefähr­den. Wir rech­nen mit dras­ti­schen finan­zi­el­len Fol­gen für den Natur- und Arten­schutz in der gesam­ten Regi­on, da im Fall des Schei­terns die Bun­des­mit­tel von rund 10 Mio. Euro nicht mehr zur Ver­fü­gung stün­den.”

Die Mög­lich­keit, für ein Alter­na­tiv­pro­jekt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen nen­nens­wer­te Mit­tel, etwa von Sei­ten des Frei­staats Bay­ern, zu erhal­ten, beur­tei­len die bei­den SPD-Poli­ti­ker sehr zurück­hal­tend: „Bis­her ver­neh­men wir ledig­lich, dass der Land­rat auf Umwelt­mi­nis­ter Glau­ber in der Sache zuge­gan­gen ist. Wir kön­nen uns nicht vor­stel­len, dass die­ser auf die Schnel­le die knapp vier Mio. Euro zur Ver­fü­gung stellt, die für das Pro­jekt­ge­biet von ‚chance.natur‘ in unse­rem Land­kreis vor­ge­se­hen wären.“

Die bei­den Sozi­al­de­mo­kra­ten wei­sen auch dar­auf hin, dass die unge­wis­se Zukunft des Bun­des­pro­jekts vor allem auch nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Land­wirt­schaft habe. Denn für Land­wir­te in bei­den Land­krei­sen, die sich an dem Pro­jekt betei­li­gen woll­ten, wür­de nun plötz­lich schlicht jed­we­de Pla­nungs­si­cher­heit ver­lo­ren gehen. Bei einem Aus­stieg des Krei­ses Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen wäre allen­falls noch zu hof­fen, dass es dem Land­kreis Ans­bach gelingt, das Bun­des­pro­jekt allei­ne wei­ter­zu­füh­ren. Dies sei aller­dings kei­nes­wegs sicher.

Im letz­te­ren Fal­le stel­le sich trotz­dem die Fra­ge, wes­halb für einen öko­lo­gisch zusam­men­hän­gen­den Raum mit dem vom Land­rat vor­ge­schla­ge­nen Alter­na­tiv­pro­jekt dann zwei unter­schied­li­che Pro­jekt­struk­tu­ren mit einem gege­be­nen­falls höhe­ren Per­so­nal­be­darf ein­ge­setzt wer­den sol­len. „Das dürf­te den Steu­er­zah­lern kaum ver­mit­tel­bar sein. Vor allem, weil ja schon im Rah­men der ers­ten Pro­jekt­pha­se von ‘chance.natur’ sehr viel Vor­ar­beit geleis­tet wur­de und man in unse­rem Land­kreis prak­tisch wie­der von vor­ne begin­nen müss­te”, geben die bei­den Sozi­al­de­mo­kra­ten zu beden­ken.

Foto: Pix­a­bay