Stellungnahme Landrat zu erneut angestoßenen Diskussionen um den Ausbau der „Hörnleinkreuzung”

von | 9. Februar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Auf­grund der erneut ange­sto­ße­nen Dis­kus­si­on um den Aus­bau der „Hörn­lein­kreu­zung“ in Wei­ßen­burg neh­me ich dazu als Land­rat nach­fol­gend Stel­lung:

Der geplan­te Bür­ger­ent­scheid zur Ableh­nung des Umbaus der Hörn­lein­kreu­zung bewegt vie­le Men­schen in unse­rer Regi­on. Das ist ver­ständ­lich – denn es geht um eine der wich­tigs­ten Ver­kehrs­dreh­schei­ben im Land­kreis und um eine Ent­schei­dung mit weit­rei­chen­den Fol­gen. Nicht umsonst wur­de die­ses The­ma in ver­schie­de­nen Sit­zun­gen des Kreis­aus­schus­ses und des Kreis­ta­ges auf­ge­grif­fen und aus­führ­lich dar­über gespro­chen.

Die Hörn­lein­kreu­zung ist eine der bedeu­tends­ten Ver­kehrs­kno­ten­punk­te im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen mit zwei sich anschlie­ßen­den Bun­des­stra­ßen. Sie weist die höchs­ten Fahr­zeug­zah­len auf mit stei­gen­der Ten­denz z.B. auf der B 2 von 17.000 Kfz/24 h (2022) auf pro­gnos­ti­zier­te 21.300 Kfz/24 h (2030). Sie ist ein zen­tra­ler Kno­ten­punkt für Pend­le­rin­nen und Pend­ler, für den Wirt­schafts­ver­kehr, also für Hand­werk, Mit­tel­stand und Indus­trie in der Regi­on. Sowohl von regio­na­len Wirt­schafts­ver­tre­tern als auch von Mit­glie­dern des Kreis­tags wur­de bereits deut­lich gemacht, dass eine leis­tungs­fä­hi­ge und siche­re Ver­kehrs­in­fra­struk­tur eine Grund­vor­aus­set­zung für wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, Arbeits­plät­ze und Stand­ort­at­trak­ti­vi­tät ist.

Noch schwe­rer wiegt jedoch der Aspekt der Ver­kehrs­si­cher­heit. Die Zah­len spre­chen eine deut­li­che Spra­che. Laut der Unfall­da­ten­bank des Baye­ri­schen Stra­ßen­in­for­ma­ti­ons­sys­tems (Bay­SIS) kam es an der Hörn­lein­kreu­zung im Zeit­raum von 2015 bis Ende Okto­ber 2025 zu 111 Unfäl­len, dabei wur­den sechs Men­schen schwer und 72 Men­schen leicht ver­letzt. Allein in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren (01.01.2015 ‑31.10.2025) waren es 56 Unfäl­le mit fünf Schwer- und 29 Leicht­ver­letz­ten.

Auch für vie­le direk­te Anlie­ger der bestehen­den Kreu­zung ist die der­zei­ti­ge Situa­ti­on, gera­de auch mit Blick auf das stei­gen­de Ver­kehrs­auf­kom­men und der damit ver­bun­de­nen Lärm­be­las­tung, nicht mehr trag­bar.

Das Staat­li­che Bau­amt hat die ver­schie­de­nen Vari­an­ten genau­es­tens geprüft und Vor- und Nach­tei­le mit Blick auf das Gesamt­pro­jekt abge­wo­gen. Final fiel die Ent­schei­dung auf den höhen­frei­en Umbau der Kreu­zung. Unter Abwä­gung aller geneh­mi­gungs­re­le­van­ten Aspek­te erging am 27.06.2024 ein mitt­ler­wei­le rechts­kräf­ti­ger Plan­fest­stel­lungs­be­schluss zu die­sem Vor­ha­ben. Unter Ein­be­zie­hung von Umwelt, Lärm, Ver­kehr, Natur­schutz, Anwoh­ner usw. wur­de sozu­sa­gen die „Bau­ge­neh­mi­gung“ für das Stra­ßen­bau­vor­ha­ben erteilt. Eine aus­führ­li­che Prü­fung der Aus­wir­kun­gen liegt somit vor und konn­te in die Ent­schei­dun­gen des Kreis­tags mit ein­be­zo­gen wer­den. Dem Ergeb­nis die­ser Prü­fun­gen gilt es aus mei­ner Sicht nun auch zu ver­trau­en und unse­ren Teil für einen erfolg­rei­chen Umbau bei­zu­tra­gen.

Natür­lich ist es legi­tim, kri­tisch über Bau­pro­jek­te und unter­schied­li­che Vari­an­ten zu dis­ku­tie­ren. Aus die­sem Grund gab es im zustän­di­gen Gre­mi­um, dem Kreis­tag, dazu auch aus­gie­bi­ge Dis­kus­sio­nen und das Staat­li­che Bau­amt als zustän­di­ger Bau­last­trä­ger hat den Kreis­tags­mit­glie­der detail­lier­te Infor­ma­tio­nen zu dem Umbau zur Ver­fü­gung gestellt. Letzt­end­lich gibt es nun zwei demo­kra­tisch gefass­te Beschlüs­se die­ses Gre­mi­ums, in denen sich die Kreis­tags­mit­glie­der mehr­heit­lich für den Aus­bau und somit für die finan­zi­el­le Betei­li­gung des Land­krei­ses ent­schie­den haben. Mei­ne Auf­ga­be als Land­rat ist es, die­se Beschlüs­se nun auch zu voll­zie­hen.

Eine siche­re Lösung für die Hörn­lein­kreu­zung ist kein Luxus, sie ist eine Ver­pflich­tung, wes­halb ich mich in den ver­schie­de­nen Abstim­mun­gen auch für den Umbau, wie vom Staat­li­chen Bau­amt vor­ge­schla­gen, aus­ge­spro­chen habe.

Foto: Bri­git­te Dorr