Tag der Rekorde in Roth

von | 26. Juni 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Roth (red). Es war ein Tag der Super­la­ti­ve beim DATEV Chall­enge Roth powered by hep: Der Däne Magnus Dit­lev ver­tei­dig­te in neu­er Welt­best­zeit von 7:24:40 Stun­den sei­nen Titel, die Schwei­ze­rin Danie­la Ryf unter­bot die zwölf Jah­re alte Welt­best­zeit von Chris­sie Wel­ling­ton um knapp zehn Minu­ten. Außer­dem kamen mit rund 300.000 Zuschau­ern ent­lang der Stre­cke der Tri­ath­lon-Lang­di­stanz so vie­le Zuschau­er wie noch nie ins frän­ki­sche Tri­ath­lon-Mek­ka.

Schon beim Wech­sel vom Rad auf die Lauf­stre­cke zeich­ne­te sich die neue Welt­best­zeit für Magnus Dit­lev ab, der mit knapp sechs Minu­ten Vor­sprung vor Patrick Lan­ge und dem US-Ame­ri­ka­ner Ben Kanu­te ins Ziel in Roth ein­lief. Der 25-jäh­ri­ge Vor­jah­res­sie­ger hat­te sei­nen eige­nen im Vor­jahr auf­ge­stell­ten Rad­re­kord unter­bo­ten und blieb mit 3:57:45 Stun­den über die 180 Kilo­me­ter deut­lich unter der vier Stun­den Mar­ke. Beim Wech­seln kam der spä­te­re Acht­plat­zier­te, Sam Laid­low aus Frank­reich, noch knapp vor Magnus Dit­lev aus dem Wech­sel­zelt. Auf der Lauf­stre­cke hat­te Laid­low jedoch mit Pro­ble­men an der Wade zu kämp­fen, so dass Dit­lev sich rasch einen gro­ßen Vor­sprung her­aus­lau­fen konn­te.

„Ich füh­le mich müde, aber über­glück­lich“, sag­te Dit­lev im Ziel. Nach etwa der Hälf­te der 42 Kilo­me­ter lan­gen Lauf­stre­cke war ihm bewusst gewor­den, dass er das Ren­nen gewin­nen wer­de: „Dar­an darf ich aber nie den­ken, sonst blo­ckiert das.“ Erst kurz vor dem Ziel habe er rea­li­siert, dass er die Welt­best­zeit tat­säch­lich kna­cken wer­de: „In ers­ter Linie bin ich für den Sieg gelau­fen. Dass es eine so gute Zeit gewor­den ist, macht mich aber umso glück­li­cher.“

Patrick Lan­ge, Roth-Sie­ger aus dem Jahr 2021, hat­te auf der Lauf­stre­cke noch ein­mal auf­ge­holt, bei Kilo­me­ter 24 Sam Laid­low über­holt. „Mir war aber schon mit dem Wech­sel zum Lau­fen klar, dass ich den Rück­stand nicht mehr ein­ho­len kann“, sag­te der 36-Jah­re alte Hawaii-Sie­ger von 2017 und 2018. „Es war trotz­dem ein mega Tag. Ich habe eine gute Auf­hol­jagd gezeigt und es am Ende doch noch ein­mal span­nend gemacht. Ich habe alles gege­ben.“ Geschmerzt habe ihn nur, dass er sein Ziel, den Mara­thon in einer Zeit von unter 2:30 Stun­den zurück­zu­le­gen, um 27 Sekun­den ver­passt habe. „Außer­dem habe ich beim Schwim­men eins aufs Auge bekom­men.“

Sebas­ti­an Kien­le, Roth-Sie­ger 2018, hat sich mit dem 14. Platz bei sei­ner letz­ten Lang­di­stanz in Deutsch­land noch ein­mal fei­ern las­sen. “Die Zeit war mir egal. Ich habe es heu­te noch ein­mal genie­ßen kön­nen, den Sola­rer Berg hoch­zu­fah­ren und ins Sta­di­on ein­zu­lau­fen. Das war sen­sa­tio­nell. Die­se Atmo­sphä­re habe ich in mei­ner Lauf­bahn nir­gend­wo sonst erlebt“, lob­te der zwei­fa­che Hawaii-Cham­pi­on die Tri­ath­lon­fans in Roth.

Zwei Deut­sche kom­plet­tie­ren das Podi­um in Roth

Im Star­ter­feld der Frau­en unter­bot die Schwei­ze­rin Danie­la Ryf mit 8:08:21 die Welt­best­zeit von Chris­sie Wel­ling­ton aus dem Jahr 2011, die in Roth in 8:18:13 Stun­den ins Ziel gekom­men war. Die Bri­tin Wel­ling­ton hat per­sön­lich die Medail­le an Ryf über­ge­ben und vor­her schon ora­kelt: „Die Welt­best­zeit wird fal­len. Da bin ich mir sicher. Ich habe sie lan­ge genug gehal­ten. Ich bin so hap­py, dass ich dabei bin, wenn sie heu­te geknackt wird.“ Auch Ryf hat­te bereits im Vor­feld ange­kün­digt, um zu gewin­nen, müs­se man eine neue Welt­best­zeit auf­stel­len.

Im Ziel strahl­te die nun drei­fa­che Roth-Sie­ge­rin über­glück­lich: „Es war ein per­fek­ter Tag. Das war mei­ne bes­te Leis­tung, die ich jemals gezeigt habe.“ Nach einem guten Sai­son­start hat­te sie vor knapp zwei Mona­ten aller­dings ein Virus aus dem Tritt gebracht. „Die letz­ten bei­den Wochen ist es wie­der gut gelau­fen, so dass ich schon zuver­sicht­lich war.“ Bereits auf dem Rad hat­te sich die Schwei­ze­rin einen so gro­ßen Vor­sprung erar­bei­tet, der für ihre Kon­kur­ren­tin­nen unein­hol­bar war.

So hat­te auch die Zweit­plat­zier­te und Vor­jah­res­sie­ge­rin Anne Haug beim Wech­sel vom Rad auf die Lauf­stre­cke den Sieg bereits abge­schrie­ben. „Es war für mich trotz­dem ein gutes Ren­nen, vor allem auf der Lauf­stre­cke.“ Auch die Drit­te, Lau­ra Phil­ipp war über ihre Plat­zie­rung zufrie­den: „Beim Schwim­men hat­te ich den Anschluss an die Spit­ze ver­lo­ren und auch auf dem Rad muss­te ich eine Durst­stre­cke durch­ma­chen. Die fan­tas­ti­schen Zuschau­er haben dafür gesorgt, dass es dann doch noch ein guter Tag wur­de.“

So vie­le Zuschau­er wie noch nie am Sola­rer Berg

Rund 300.000 Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er ent­lang der Stre­cke bedeu­ten eben­falls einen neu­en Rekord für den DATEV Chall­enge Roth powered by hep. Vor allem beim Schwimm­start am Main-Donau-Kanal und am Hot­spot Sola­rer Berg feu­er­ten deut­lich mehr Besu­cher die rund 3500 Ein­zel­star­ter und 650 Staf­feln an. „Das war beein­dru­ckend wie nie zuvor“, freu­te sich Renn­lei­ter Felix Walch­s­hö­fer.

Foto: LPZ