Treuchtlingen steht auf – Für gerechte Wasserpolitik und den Schutz unserer Lebensgrundlage

von | 14. Juli 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Ers­te Akti­ons­wo­che „Was­ser­ge­rech­tig­keit – Lass dir nicht das Was­ser abgra­ben“ trifft den Nerv der Bevöl­ke­rung

Treucht­lin­gen (red). Treucht­lin­gen orga­ni­siert sich gegen Was­se­run­ge­rech­tig­keit – mit einer kraft­vol­len Akti­ons­wo­che und einer kla­ren Bot­schaft: Was­ser gehört allen.In der Regi­on kommt Bewe­gung in den lang­jäh­ri­gen Was­ser­kon­flikt. Die ers­te Akti­ons­wo­che unter dem Mot­to „Was­ser­ge­rech­tig­keit – Lass dir nicht das Was­ser abgra­ben“ hat ein star­kes Signal gesetzt: Die Men­schen vor Ort wol­len sich das nicht län­ger gefal­len las­sen – sie orga­ni­sie­ren sich und for­dern Gerech­tig­keit im Umgang mit der lebens­wich­ti­gen Res­sour­ce Was­ser.

„Es kann nicht sein, dass Kon­zer­ne kos­ten­los Was­ser ent­neh­men, wäh­rend wir dafür zah­len – das empört vie­le“, sagt eine Spre­che­rin der Was­ser­grup­pe Treucht­lin­gen.

 Hin­ter­grund: Was­ser für Kon­zer­ne, Kos­ten für Bürger:innen

Aus­lö­ser des Pro­tests ist die gebüh­ren­freie Ent­nah­me von jähr­lich 650.000 Kubik­me­tern Tie­fen­grund­was­ser durch die Alt­mühl­ta­ler Mine­ral­brun­nen GmbH, eine Toch­ter von ALDI Nord. Das ent­spricht dem jähr­li­chen Trink- und Haus­halts­was­ser­be­darf von über 10.000 Men­schen. Wäh­rend­des­sen zah­len die Bürger:innen der Stadt hohe Prei­se für Trink­was­ser, das aus dem weit ent­fern­ten Lech bezo­gen wird.

Eine geplan­te Aus­wei­tung der Ent­nah­me­men­ge ab 2026 droht die ange­spann­te Lage wei­ter zu ver­schär­fen – in einer Regi­on, die ohne­hin unter Dür­re, sin­ken­dem Grund­was­ser­spie­gel und wach­sen­dem Druck auf die Land­wirt­schaft lei­det.

Die Über­schrei­tung der pla­ne­ta­rer Gren­zen wird hier greif­bar.

 Zivilgesellschaft zeigt Stärke

Ver­an­stal­tet wur­de die Akti­ons­wo­che von der Umwelt­grup­pe Guter Grund und der ört­li­chen Bür­ger­initia­ti­ve Was­ser­grup­pe Treucht­lin­gen. Ziel war es, Infor­ma­tio­nen zugäng­lich zu machen, Betrof­fe­ne zu befä­hi­gen, sich selbst zu orga­ni­sie­ren, und gemein­sa­me Per­spek­ti­ven zu ent­wi­ckeln. Die Reso­nanz war groß.

 Das Pro­gramm der Woche war viel­fäl­tig:

·         Geziel­tes Orga­ni­zing mit Haus­tür­ge­sprä­chen – zur direk­ten Anspra­che der Bürger:innen

·         Work­shops und Trai­nings – zur Stär­kung zivil­ge­sell­schaft­li­cher Betei­li­gung

·         Krea­ti­ve Instal­la­tio­nen im Stadt­bild – die Auf­merk­sam­keit erzeug­ten

·         Ein Markt­stand – mit Infor­ma­tio­nen, Was­ser­kost­pro­ben und Raum zum Dia­log

·         Bürger:innenveranstaltung und Gesprä­che – mit poli­ti­schen Entscheidungsträger:innen

Wir haben Ein­bli­cke in den regio­na­len Was­ser­kon­flikt und die glo­ba­len Zusam­men­hän­ge gege­ben – und zugleich Raum für kon­struk­ti­ve Lösun­gen eröff­net.

Mit unse­rem fried­li­chen Pro­test haben wir ein deut­li­ches Zei­chen gegen Was­ser­raub­bau und Ungleich­ver­tei­lung gesetzt.

Start der Peti­ti­on – Vier kla­re For­de­run­gen

Im Rah­men der Akti­ons­wo­che star­te­te auch eine neue Peti­ti­on. Die For­de­run­gen sind klar und kon­kret:

1.      Gerech­te Abga­be für indus­tri­el­le Was­ser­ent­nah­me – finan­zi­el­ler Aus­gleich für eine wert­vol­le Res­sour­ce

2.      Vol­le Trans­pa­renz bei Was­ser­rech­ten und bestehen­den Ver­trä­gen

3.      Begren­zung des LKW-Ver­kehrs durch Treucht­lin­gen

4.      Kei­ne auto­ma­ti­sche Ver­län­ge­rung der Geneh­mi­gung – Neu­aus­rich­tung jetzt!

Ein Anfang – Das Netzwerk wächst weiter

„Die­se Woche war erst der Anfang“, sagt das Akti­ons-Team. „Das Inter­es­se war rie­sig – vie­le Men­schen sind sehr betrof­fen über die­se Unge­rech­tig­keit. Unser Ziel ist es, mit ihnen gemein­sam Struk­tu­ren zu schaf­fen, die dau­er­haft wir­ken – auch über Treucht­lin­gen hin­aus.“

Denn Was­ser ist eine Lebens­grund­la­ge – auch für unse­re Kin­der. Und sie wird ange­sichts von Kli­ma­wan­del, Tro­cken­pe­ri­oden und sin­ken­den Grund­was­ser­stän­den zuneh­mend wert­voll.

Der Ruf nach einem gerech­te­ren Umgang mit Was­ser wird lau­ter – und er wird nicht mehr ver­stum­men.

Wir wer­den Anfang August wie­der­kom­men und unse­ren fried­li­chen Pro­test wei­ter­füh­ren.

Die ers­te Akti­ons­wo­che in Treucht­lin­gen war ein vol­ler Erfolg.
Aber um den Was­ser­kon­flikt zu gewin­nen, braucht es uns alle.
Nur gemein­sam kön­nen wir etwas ver­än­dern.

Kontakt & Mitmachen

Mit einem wach­sen­den Netz­werk enga­gier­ter Bürger:innen set­zen sich Men­schen vor Ort für den Schutz der lebens­wich­ti­gen Res­sour­ce Was­ser ein.

Wem die­se unge­rech­te Was­ser­ent­nah­me nicht egal ist, und wer sich enga­gie­ren oder ein­fach mehr erfah­ren möch­te, kann sich mel­den:

mail: kontakt@wassergruppe-treuchtlingen.de

https://wassergruppe-treuchtlingen.de

https://guter-grund.info/

Bild­un­ter­schrift: Bür­ger­meis­te­rin Dr. Dr. Kris­ti­na Becker im Gespräch mit Anne­lie­se Dischin­ger und der Umwelt­grup­pe Guter Grund am Info­stand. Foto: Gey­er