„Trockene Zeiten, kluge Lösungen für Landwirtschaft und Kommunen“

von | 23. Oktober 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Initia­ti­ve Heimat.Boden.Wasser hat zum zwei­ten Boden­schutz­tag nach Tri­es­dorf am 21.10.2026 ein­ge­la­den

Ansbach/ Tri­es­dorf (Mfr.) – „Wenn der Boden aus­trock­net und die Ern­te auf den Äckern ver­dorrt – Hand­lungs­stra­te­gien für Land­wir­te und Kom­mu­nen“ war das The­ma des zwei­ten Boden­schutz­ta­ges, der am 21. Okto­ber 2026 in Tri­es­dorf statt­fand. Dazu lud die Initia­ti­ve Heimat.Boden.Wasser ein, der unter ande­rem der Baye­ri­sche Bau­ern­ver­band (BBV), das BBV-Bil­dungs­werk und das Was­ser­wirt­schafts­amt Ans­bach ange­hö­ren. Sie haben das Bünd­nis im April 2026 gegrün­det, mit dem Ziel, regio­na­le Lösun­gen zu fin­den und gemein­sam rasch umzu­set­zen, um kli­ma­ti­sche Fol­gen für die Natur abzu­mil­dern.

Kli­ma­ex­tre­me neh­men zu
„Das The­ma Kli­ma­wan­del ist aktu­el­ler denn je, herrsch­te doch in Deutsch­land in die­sem Som­mer eine mehr­wö­chi­ge Hit­ze­pe­ri­ode. Tem­pe­ra­tu­ren bis zu 40 Grad Cel­si­us und aus­blei­ben­der Regen wur­den für Mensch, Tier und Umwelt zuneh­mend zur Belas­tungs­pro­be“, betont Tho­mas Kel­ler, Lei­ter des Was­ser­wirt­schafts­am­tes Ans­bach. Pegel­stän­de von Flüs­sen und Seen san­ken täg­lich, wäh­rend die Bevöl­ke­rung immer mehr Was­ser benö­tig­te. Gär­ten, kom­mu­na­le Grün­an­la­gen und land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­chen ver­trock­ne­ten. „Auf den Wie­sen fehl­te der Auf­wuchs sowohl als Fut­ter für Wei­de­tie­re als auch zum Ein­brin­gen für die Win­ter­mo­na­te. Auf der­ma­ßen aus­ge­trock­ne­ten Flä­chen wür­de Stark­re­gen unge­hin­dert abflie­ßen, zu Über­schwem­mun­gen füh­ren und frucht­ba­ren Boden abtra­gen“, erklärt Peter Könin­ger, Prä­si­dent des BBV Bezirks­ver­ban­des Mit­tel­fran­ken.

Was­ser in der Flä­che hal­ten
Der Boden dient dem Men­schen zur Lebens­mit­tel­er­zeu­gung, als Was­ser­spei­cher und ist zugleich Lebens­raum. Wie Boden „kli­ma­fit“ gemacht wer­den könn­te, wur­de im Rah­men des zwei­ten Boden­schutz­ta­ges mit Kom­mu­nen und Land­wir­ten viel­sei­tig erör­tert. Wel­che Aus­wir­kun­gen etwa kli­ma­ti­sche Ver­än­de­run­gen auf die Anbau­stra­te­gien in der Land­wirt­schaft haben, erläu­ter­te Prof. Dr. Bern­hard Bau­er von der Hoch­schu­le Wei­hen­ste­phan-Tri­es­dorf (HSWT).
Das Sys­tem Schwamm­land­schaf­ten mit erhöh­tem Poten­zi­al zur Spei­che­rung und Rück­hal­tung von Was­ser in der Land­schaft wur­de von Nor­bert Blei­st­ei­ner von den Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stal­ten (LLA) Tri­es­dorf im Detail vor­ge­stellt. Da Städ­te und Gemein­den zuneh­mend vor der Her­aus­for­de­rung ste­hen, Lebens­räu­me zu erhal­ten und kli­ma­re­si­li­ent zu gestal­ten, wird das The­ma Schwamm­land­schaf­ten auch für Kom­mu­nen und Städ­te deut­lich an Bedeu­tung gewin­nen.
Key­line Design gilt als Zukunfts­tech­no­lo­gie für Was­ser­rück­halt, Ero­si­ons­schutz und Kli­ma­an­pas­sung. Dr. Phil­ipp Ger­hardt von der Baum­feld­wirt­schaft Deut­sche Agro­forst GmbH erläu­ter­te, wie land­wirt­schaft­li­che Wäs­ser­sys­te­me geplant und umge­setzt wer­den kön­nen, damit sie Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se wie etwa Tro­cken­pe­ri­oden oder Stark­re­gen abpuf­fern. Pra­xis­bei­spie­le für Kli­ma­land­schaf­ten sol­len auf­zei­gen, wie sich wirk­sa­mes Was­ser­ma­nage­ment betrieb­lich inte­grie­ren lässt und wel­che Chan­cen der Zusam­men­ar­beit sich für Land­wirt­schaft und Kom­mu­nen im Umgang mit Was­ser eröff­nen.

Boden­druck redu­zie­ren
Neben den Fach­vor­trä­gen wur­de auch das The­ma „Boden­druck“ the­ma­ti­siert. Schma­le Rei­fen an Zug­ma­schi­nen und Anhän­gern etwa erhö­hen den Boden­druck auf land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen. Ver­dich­tun­gen in tie­fe­ren Schich­ten las­sen den Boden weni­ger Was­ser auf­neh­men und Ertrags­ein­bu­ßen sind die Fol­ge. Wie Boden unter Druck reagiert und wel­che tech­ni­schen Maß­nah­men ergrif­fen wer­den kön­nen, um Boden­ver­dich­tun­gen zu ver­mei­den, zeig­te Nor­bert Blei­st­ei­ner von den Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stal­ten (LLA) Tri­es­dorf anhand von Ver­su­chen auf einem Demons­tra­ti­ons­feld pra­xis­nah auf.

Bewusst­sein schaf­fen, Wis­sen ver­mit­teln
Ein ers­ter Boden­schutz­tag hat bereits im April 2026 im Bereich der Obe­ren Alt­mühl statt­ge­fun­den. Das For­mat Boden­schutz­tag fort­zu­füh­ren haben sich die Part­ner der Initia­ti­ve Heimat.Boden.Wasser auf die Fah­nen geschrie­ben. „Boden und Was­ser sind lebens­not­wen­di­ge, wert­vol­le Res­sour­cen. Es ist unse­re Ver­pflich­tung – ins­be­son­de­re gegen­über den kom­men­den Gene­ra­tio­nen — land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­chen für die Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on zu erhal­ten, Was­ser zu schüt­zen und nach­hal­tig zu nut­zen sowie unse­ren Lebens­raum in Stadt und Land kli­ma­re­si­li­ent zu gestal­ten“, erklärt Ott­mar Braun, Direk­tor des BBV Bezirks­ver­ban­des Mit­tel­fran­ken.

Initia­ti­ve Heimat.Boden.Wasser
Die Initia­ti­ve Heimat.Boden.Wasser wird getra­gen vom Baye­ri­schen Bau­ern­ver­band (BBV) und dem Was­ser­wirt­schafts­amt Ans­bach, dem Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung und dem Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten Ans­bach. Die Initia­ti­ve wur­de im April 2026 gegrün­det, mit dem Ziel, regio­nal Lösun­gen zu fin­den, um kli­ma­ti­sche Fol­gen für die Natur abzu­mil­dern, Böden zu schüt­zen und Lebens­räu­me zu erhal­ten.

Bild­un­ter­schrift: Anhand von Ver­su­chen demons­trier­te das Team der Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stal­ten, dass Boden­druck stark redu­ziert wer­den kann, wenn bei Nutz­fahr­zeu­gen der Rei­fen­druck auf 0,6 bar gesenkt wird.
Foto: BBV