Initiative Heimat.Boden.Wasser hat zum zweiten Bodenschutztag nach Triesdorf am 21.10.2026 eingeladen
Ansbach/ Triesdorf (Mfr.) – „Wenn der Boden austrocknet und die Ernte auf den Äckern verdorrt – Handlungsstrategien für Landwirte und Kommunen“ war das Thema des zweiten Bodenschutztages, der am 21. Oktober 2026 in Triesdorf stattfand. Dazu lud die Initiative Heimat.Boden.Wasser ein, der unter anderem der Bayerische Bauernverband (BBV), das BBV-Bildungswerk und das Wasserwirtschaftsamt Ansbach angehören. Sie haben das Bündnis im April 2026 gegründet, mit dem Ziel, regionale Lösungen zu finden und gemeinsam rasch umzusetzen, um klimatische Folgen für die Natur abzumildern.
Klimaextreme nehmen zu
„Das Thema Klimawandel ist aktueller denn je, herrschte doch in Deutschland in diesem Sommer eine mehrwöchige Hitzeperiode. Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius und ausbleibender Regen wurden für Mensch, Tier und Umwelt zunehmend zur Belastungsprobe“, betont Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach. Pegelstände von Flüssen und Seen sanken täglich, während die Bevölkerung immer mehr Wasser benötigte. Gärten, kommunale Grünanlagen und landwirtschaftliche Nutzflächen vertrockneten. „Auf den Wiesen fehlte der Aufwuchs sowohl als Futter für Weidetiere als auch zum Einbringen für die Wintermonate. Auf dermaßen ausgetrockneten Flächen würde Starkregen ungehindert abfließen, zu Überschwemmungen führen und fruchtbaren Boden abtragen“, erklärt Peter Köninger, Präsident des BBV Bezirksverbandes Mittelfranken.
Wasser in der Fläche halten
Der Boden dient dem Menschen zur Lebensmittelerzeugung, als Wasserspeicher und ist zugleich Lebensraum. Wie Boden „klimafit“ gemacht werden könnte, wurde im Rahmen des zweiten Bodenschutztages mit Kommunen und Landwirten vielseitig erörtert. Welche Auswirkungen etwa klimatische Veränderungen auf die Anbaustrategien in der Landwirtschaft haben, erläuterte Prof. Dr. Bernhard Bauer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT).
Das System Schwammlandschaften mit erhöhtem Potenzial zur Speicherung und Rückhaltung von Wasser in der Landschaft wurde von Norbert Bleisteiner von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) Triesdorf im Detail vorgestellt. Da Städte und Gemeinden zunehmend vor der Herausforderung stehen, Lebensräume zu erhalten und klimaresilient zu gestalten, wird das Thema Schwammlandschaften auch für Kommunen und Städte deutlich an Bedeutung gewinnen.
Keyline Design gilt als Zukunftstechnologie für Wasserrückhalt, Erosionsschutz und Klimaanpassung. Dr. Philipp Gerhardt von der Baumfeldwirtschaft Deutsche Agroforst GmbH erläuterte, wie landwirtschaftliche Wässersysteme geplant und umgesetzt werden können, damit sie Extremwetterereignisse wie etwa Trockenperioden oder Starkregen abpuffern. Praxisbeispiele für Klimalandschaften sollen aufzeigen, wie sich wirksames Wassermanagement betrieblich integrieren lässt und welche Chancen der Zusammenarbeit sich für Landwirtschaft und Kommunen im Umgang mit Wasser eröffnen.
Bodendruck reduzieren
Neben den Fachvorträgen wurde auch das Thema „Bodendruck“ thematisiert. Schmale Reifen an Zugmaschinen und Anhängern etwa erhöhen den Bodendruck auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Verdichtungen in tieferen Schichten lassen den Boden weniger Wasser aufnehmen und Ertragseinbußen sind die Folge. Wie Boden unter Druck reagiert und welche technischen Maßnahmen ergriffen werden können, um Bodenverdichtungen zu vermeiden, zeigte Norbert Bleisteiner von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) Triesdorf anhand von Versuchen auf einem Demonstrationsfeld praxisnah auf.
Bewusstsein schaffen, Wissen vermitteln
Ein erster Bodenschutztag hat bereits im April 2026 im Bereich der Oberen Altmühl stattgefunden. Das Format Bodenschutztag fortzuführen haben sich die Partner der Initiative Heimat.Boden.Wasser auf die Fahnen geschrieben. „Boden und Wasser sind lebensnotwendige, wertvolle Ressourcen. Es ist unsere Verpflichtung – insbesondere gegenüber den kommenden Generationen — landwirtschaftliche Nutzflächen für die Nahrungsmittelproduktion zu erhalten, Wasser zu schützen und nachhaltig zu nutzen sowie unseren Lebensraum in Stadt und Land klimaresilient zu gestalten“, erklärt Ottmar Braun, Direktor des BBV Bezirksverbandes Mittelfranken.
Initiative Heimat.Boden.Wasser
Die Initiative Heimat.Boden.Wasser wird getragen vom Bayerischen Bauernverband (BBV) und dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach, dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach. Die Initiative wurde im April 2026 gegründet, mit dem Ziel, regional Lösungen zu finden, um klimatische Folgen für die Natur abzumildern, Böden zu schützen und Lebensräume zu erhalten.
Bildunterschrift: Anhand von Versuchen demonstrierte das Team der Landwirtschaftlichen Lehranstalten, dass Bodendruck stark reduziert werden kann, wenn bei Nutzfahrzeugen der Reifendruck auf 0,6 bar gesenkt wird.
Foto: BBV


