Über den Horizont hinaus- Abiturientin aus dem Bistum Eichstätt entdeckt mit dem „Praktikum im Norden“ Lettland

von | 20. August 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Eich­stätt (red). Über den Tel­ler­rand schau­en sowie die Welt und Kir­che aus einer neu­en Per­spek­ti­ve erle­ben: Das Boni­fa­ti­us­werk bie­tet jun­gen Men­schen die­se Mög­lich­keit mit sei­nem „Prak­ti­kum im Nor­den“. 23 Frei­wil­li­ge aus 15 (Erz-)Bistümern in ganz Deutsch­land wer­den in den kom­men­den Wochen nach Schwe­den, Nor­we­gen, Däne­mark, Finn­land, Island, Lett­land und Est­land rei­sen, um sich dort sozi­al zu enga­gie­ren und in kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen mit­zu­ar­bei­ten.

Aus dem Bis­tum Eich­stätt bricht Luzia am 6. Sep­tem­ber Rich­tung Lett­land auf. Im Erz­bis­tum Riga sind nur 17,5 Pro­zent katho­lisch, eine beson­de­re Situa­ti­on auch für die Abitu­ri­en­tin: „Auf­ge­wach­sen bin ich in einer katho­lisch gepräg­ten Umge­bung und mich inter­es­siert es, wie Kir­che in einer Min­der­heit gestal­tet wird. Mir gefällt die Idee, im Unter­stüt­zen und Hel­fen mei­nen christ­li­chen Glau­ben zu ver­tie­fen. Ich möch­te ger­ne wei­te­re Erfah­run­gen mit der Kir­che sam­meln und dabei neue Men­schen ken­nen­ler­nen.“ Ihr Frei­wil­li­gen­dienst in Riga zeich­net sich durch sei­ne viel­fäl­ti­gen Ein­satz­stel­len aus. Die Abitu­ri­en­tin kann im deut­schen Kin­der­gar­ten oder im katho­li­schen Gym­na­si­um mit­ar­bei­ten. Im Fami­li­en­zen­trum des Roten Kreu­zes ist Unter­stüt­zung bei der Haus­auf­ga­ben­hil­fe oder bei spie­le­ri­schen Ange­bo­ten gefragt. In der Ker­zen­werk­statt kann Luzia Men­schen mit Behin­de­rung bei der Pro­duk­ti­on von Ker­zen hel­fen.

Über das Leben und Wir­ken in einer Kir­che, die von vie­len ver­schie­de­nen Natio­na­li­tä­ten geprägt wird, hat der Boni­fa­ti­us­werk-Gene­ral­se­kre­tär Mon­si­gno­re Georg Aus­ten die jun­gen Men­schen wäh­rend eines Vor­be­rei­tungs­se­mi­nars in Pader­born infor­miert. „Ein ganz ande­res Bild von Kir­che wer­den die Frei­wil­li­gen in den jewei­li­gen Ein­satz­län­dern erle­ben – eine Welt­kir­che mit unter­schied­li­chen Men­ta­li­tä­ten und Tra­di­tio­nen. Das kann berei­chern­de, aber auch her­aus­for­dern­de Momen­te mit sich brin­gen. Wich­tig ist, dass man über Gemein­sam­kei­ten und Inhal­te des Glau­bens in den Dia­log kommt“, sag­te Aus­ten, der das „Prak­ti­kum im Nor­den“ als sinn­vol­le „Inves­ti­ti­on“ des Boni­fa­ti­us­wer­kes in die per­sön­li­che Zukunft von jun­gen Men­schen sieht.

Von der Pro­gramm-Ver­ant­wort­li­chen Mari­sa Grum­mich und der Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin Ricar­da Cla­sen haben die neu­en Prak­ti­kan­tin­nen und Prak­ti­kan­ten hilf­rei­che Infor­ma­tio­nen und Mate­ria­li­en für ihre Zeit im Nor­den mit auf den Weg bekom­men. Prak­ti­sche Tipps gab es außer­dem von ehe­ma­li­gen Frei­wil­li­gen. Wäh­rend ihrer Prak­ti­kums­zeit wer­den die Teil­neh­men­den vor Ort zusätz­lich von Men­to­ren beglei­tet.

Seit Prak­ti­kums­start im Jahr 2011 haben mitt­ler­wei­le schon mehr als 220 jun­ge Men­schen den Frei­wil­li­gen­dienst absol­viert. Für das „Prak­ti­kum im Nor­den“, ein Koope­ra­ti­ons­pro­gramm zwi­schen dem Boni­fa­ti­us­werk und dem New­man-Insti­tut im schwe­di­schen Upp­sa­la, ist seit Som­mer 2024 eine Aner­ken­nung als „Inter­na­tio­na­ler Jugend­frei­wil­li­gen­dienst“ mög­lich.

Bild­un­ter­schrift: Luzia freut sich auf ihre Zeit im Aus­land. Boni­fa­ti­us­werk-Gene­ral­se­kre­tär Mon­si­gno­re Georg Aus­ten (l.) und Pro­jekt­re­fe­ren­tin Mari­sa Grum­mich (r.) wün­schen ihr alles Gute. Foto: The­re­sa Mei­er