Meisterverband Weißenburg-Gunzenhausen informiert über den Klimacheck
Wachstein – Die Berechnung der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft – diesem Thema widmete sich der Kreisverband landwirtschaftlicher Meister und Ausbilder (VLM) auf seiner Mitgliederversammlung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
Zu Beginn begrüßte der Kreisvorsitzende Erwin Auernhammer die Anwesenden und gab einen Rückblick über die Aktivitäten des Verbands. Ein Schwerpunkt bildet nach wie vor die Nachwuchsgewinnung für den Beruf Landwirt unter anderem bei der Berufsausbildungsmesse in Gunzenhausen. Neu im Kreis der Meister im Landkreis sind insgesamt vier junge Landwirte, welche den Meisterbrief in Triesdorf erhielten. Danach leitete der Vorsitzende mit einer kleinen Vorführung zum Kohlenstoffkreislauf auf das Fachreferat von Frau Vanessa Karger von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mit dem Thema „Der LfL Klima-Check Milchkuh – Senkung des CO₂ — Fußabdrucks in landwirtschaftlichen Betrieben!“ über.
Frau Karger zeigte zunächst auf, wie sich durch die politischen Vorgaben unter anderem im Green Deal der Europäischen Union die Zielvorgaben zur Treibhausgasreduktion auf die großen Firmen auswirkten. So müssen diese nun nicht mehr allein die direkten Emissionen aus der Produktion, sondern daneben auch die zugekaufte Energie und die „importierten“ Emissionen erfassen. Bei letzterem kommt die Landwirtschaft ins Spiel. Es geht zum Beispiel beim Milchverkauf um den CO₂ — Fußabdruck der Milch, hinzukommt die Weiterverarbeitung in der Molkerei bis letztendlich der Handel das Ende der Lieferkette bildet. Die LfL arbeitet nun bereits seit dem Jahr 2021 daran eine praktikable und nachvollziehbare Erfassung für die bayerischen Landwirte zu erstellen. Auf Grundlage wissenschaftlicher Vorgaben sind die Ergebnisse für die Landwirte auf der Homepage der LfL zu finden. Hier können sowohl für einzelne Verfahren als auch auf Betriebsebene eine Treibhausgas-Bewertung durchgeführt werden. Noch sind nicht alle Produktionsverfahren verfügbar – aber es werden immer mehr. Die Referentin machte sehr deutlich, dass die Erkenntnisse in diesem Bereich noch ausbaufähig sind. Es fehlt nach wie vor an ausreichend Daten. Diese werden aber immer mehr, nicht zuletzt, weil die Industrie und der Handel die Daten von den Erzeugern bereits teilweise einfordern – siehe Milch.
Neben der Industrie und dem Handel muss auch die Finanzbranche beim Thema Nachhaltigkeit gewisse Vorgaben einhalten. Deshalb erfährt der Klimacheck der LfL gerade deutschlandweit großes Interesse, da die Rentenbank seit Kurzem bei Vorliegen einer Klimabilanz einen Zinsbonus gewährt.
Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Jank – Geschäftsführer des Kreisverbands des VLM und Schulleiter der beiden Landwirtschaftsschulen in Roth und Weißenburg – berichtete anschließend von den aktuellen Studierendenzahlen und den Neuerungen in der Meisterausbildung Landwirtschaft. So sind aktuell 45 junge Männer und Frauen aus acht verschiedenen Landkreisen in der Abteilung Landwirtschaft in zwei Semestern an der Schule in Roth, um sich fit zu machen einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Der Großteil davon peilt die Meisterprüfung an. An beiden Abteilungen Hauswirtschaft – in Roth und in Weißenburg – sind gerade die Semester in vollem Gange. Für Weißenburg ist ab September 2026 wieder ein neuer Kurs geplant.
Mit einem Ausblick auf das kommende Jahr und guten Wünschen beendete Erwin Auernhammer den kurzweiligen Abend.
Bildunterschrift: Neue Gesichter im VLM – die Vorsitzenden Erwin Auernhammer und Karin Deffner begrüßen den HLS-Absolventen Georg Wieser (Hagenau) und Andreas Meier (Gräfensteinberg); daneben der Geschäftsführer Wolfgang Jank. Foto: Hans-Jürgen Auinger


