Ukraine Krieg und kein Ende?

von | 13. März 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Zwei Jah­re nach Beginn des Ukrai­ne­krie­ges ist es für  Dr. Ingo Fried­rich, den Prä­si­den­ten des Euro­päi­schen Wirt­schafts­se­nats an der Zeit eine Zwi­schen­bi­lanz zu zie­hen und zu ana­ly­sie­ren wie es wei­ter­geht: Putin in der „Hit­ler-Fal­le“

1. Der Wes­ten ins­ge­samt hat bis­her mehr gewon­nen als ver­lo­ren: die NATO ist um zwei Län­der grö­ßer gewor­den, Euro­pa ist erstaun­lich geschlos­sen, die Wirt­schaft hat die Abkop­pe­lung von der Ener­gie­zu­lie­fe­rung aus Russ­land ver­kraf­tet und die Infla­ti­on hat deut­lich nach­ge­las­sen.

2. Furcht­ba­re Ver­lus­te hat aller­dings die Ukrai­ne zu ver­kraf­ten: Sie erlei­det stän­dig zivi­le Bom­bar­die­run­gen, es ster­ben täg­lich viel zu vie­le Men­schen und 20 Pro­zent des ukrai­ni­schen Ter­ri­to­ri­ums sind rus­sisch besetzt. Ins­ge­samt befin­det sich die Ukrai­ne in einem furcht­ba­ren und ver­lust­rei­chen Abwehr­kampf ums Über­le­ben. Aus die­sen Grün­den hat sie auch das Recht pri­mär zu ent­schei­den wann der Kampf enden soll.

3. Der rus­si­sche Prä­si­dent und Kriegs­ver­bre­cher Putin tut bis­her so als ob Russ­land die­sen ver­lust­rei­chen Krieg so neben­bei als vor allem tech­ni­sche Mili­tär­ak­ti­on füh­ren kann. Aber die Fak­ten sind auch in einer Mili­tär­dik­ta­tur auf Dau­er nicht zu ver­ste­cken. Der Krieg ist irr­sin­nig teu­er und auch die ehe­ma­li­ge Sowjet­uni­on ist dar­an geschei­tert, dass sie im sog. Kal­ten Krieg das teu­re Wett­rüs­ten mit dem Wes­ten auf Dau­er nicht durch­hal­ten konn­te. Und die rus­si­schen Bür­ger wer­den durch die per­ma­nen­te Pro­pa­gan­da zwar ruhig gehal­ten aber eine Begeis­te­rung für die­sen Krieg gegen das „Bru­der­volk Ukrai­ne“ ist nir­gend­wo zu fin­den.

4.  Wie geht es wei­ter bei die­sem Kampf: Es wird der „Kom­bat­tant“ die­se schlim­me Aus­ein­an­der­set­zung bes­ser über­ste­hen, der die grö­ße­ren Reser­ven und die bes­se­ren Ner­ven hat. Einen Sie­ger oder Ver­lie­rer im klas­si­schen Sinn wird es nicht geben. Es läuft auf einen Abnut­zungs­krieg hin­aus: Ins­ge­samt ist dafür das Poten­ti­al, also die Reser­ven des Wes­tens immens grö­ßer als die Russ­lands. Auch Euro­pa ohne die USA brin­gen ein Mehr­fa­ches „auf die Mat­te“ als Russ­land. Es kann natür­lich noch ein oder zwei Jah­re dau­ern bis der Krieg für bei­de Kon­tra­hen­ten im wei­tes­ten Sinn „unbe­zahl­bar“ wird, aber der Zeit­punkt wird kom­men. Des­we­gen gilt es vor allem “Ner­ven behal­ten”.

5. Der Wes­ten oder nach einer mög­li­chen Wahl Trumps auch Euro­pa allein muss auf die Erfah­run­gen des kal­ten Krie­ges zurück­grei­fen, denn fak­tisch befin­den wir uns in einer Neu­auf­la­ge des Kal­ten Krie­ges, der nur in der Ukrai­ne „heiß“ geführt wird. Auch damals gab es sowje­ti­sche Spio­ne all über­all und kom­mu­nis­ti­sche Unter­stüt­zer der Sowjet­uni­on saßen in vie­len natio­na­len Par­la­men­ten Euro­pas.  Eigent­lich war es damals viel schwe­rer und unwahr­schein­li­cher, dass der Wes­ten die­sen unglei­chen Kampf gegen die rie­si­ge Welt­macht Sowjet­uni­on gewinnt. Die­ses Mal wird sich Russ­land zwar nicht wie einst die Sowjet­uni­on auf­lö­sen aber Russ­land wird einen Dämp­fer erhal­ten und mit einem wei­te­ren NATO-Mit­glied

Ukrai­ne leben müs­sen.  Sel­ber schuld. Im Übri­gen wird auch ein Prä­si­dent Trump nicht alle Brü­cken nach Euro­pa abbre­chen.

5. Putin steckt in einer Art „Hit­ler-Fal­le“: Putin will prak­tisch die Ver­lus­te des ver­lo­re­nen Kal­ten Krie­ges durch sei­ne aggres­si­ve Poli­tik wie­der revi­die­ren und rück­gän­gig machen mit dem Ziel der Wie­der­her­stel­lung des Impe­ri­ums. Genau­so dach­te Hit­ler bei sei­nem Aus­bruch des 2. Welt­krie­ges. Auch er woll­te die Ver­lus­te des ver­lo­re­nen 1. Welt­krie­ges revi­die­ren und das alte Reich wie­der her­stel­len. Er ist damals genau­so geschei­tert wie die­ses Mal Putin. Wir müs­sen aller­dings dar­auf ach­ten, dass sich die­ses Schei­tern nicht kra­chend, son­dern „mit einem lei­sen Seuf­zer“ voll­zieht.