Umweltpreis 2026

von | 23. August 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Alt­mühl­fran­ken — Der Umwelt­preis des Land­krei­ses Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen wur­de heu­er zum 13. Mal ver­lie­hen und wür­digt das viel­fäl­ti­ge Enga­ge­ment von Kin­dern und Jugend­li­chen für den Natur- und Umwelt­schutz. Zur Ver­lei­hung des Umwelt­prei­ses durch Land­rat Mar­kus Glä­ser wur­den die 1., 2. und 3. Preis­trä­ger der bei­den Alters­grup­pen „Kin­der­gär­ten und Grund­schu­len“ und „wei­ter­füh­ren­de Schu­len und Ver­ei­ne“ sowie der Son­der­preis­trä­ger ein­ge­la­den.

Den Son­der­preis erhielt der 15-jäh­ri­ge Jugend­li­che Samu­el Birn­gru­ber aus Ber­gen für sein außer­or­dent­li­ches Pro­jekt „Kreis­lauf statt Müll – Arten­schutz für unse­re hei­mi­sche Vogel­welt“.

Samu­el sam­melt in sei­ner Frei­zeit alte bzw. kaput­te Vogel-Nist­käs­ten und erneu­ert die­se. Bei intak­ten Nist­käs­ten prüft er die Aus­rich­tung und rei­nigt sie. Außer­dem baut er aus alten Palet­ten oder Abfall­holz neue Nist­käs­ten und Fut­ter­häus­chen. Der Trans­port erfolgt aus­schließ­lich mit sei­nem Fahr­rad. Die Nist­käs­ten, die er repa­riert bzw. neu baut, eig­nen sich für alle hei­mi­schen Vogel­ar­ten, wie z. B. Kohl­mei­se, Star, Haus­rot­schwanz aber auch für Greif­vö­gel wie Schlei­er­eu­le und Turm­fal­ke. Das „know-how“ erhält er von sei­nem Ver­ein, dem Lan­des­bund für Vogel­schutz. Das pri­va­te Enga­ge­ment von Samu­el Birn­gru­ber ist her­aus­ra­gend und wur­de des­halb mit einem Preis­geld von 450 Euro gewür­digt.

Im Bereich „Kin­der­gär­ten und Grund­schu­len“ ging der mit 400 Euro dotier­te 1. Preis an die Grund­schu­le Süd in Gun­zen­hau­sen, die in der Ver­gan­gen­heit bereits mehr­mals erfolg­reich am Umwelt­preis­wett­be­werb teil­ge­nom­men hat.

Das Pro­jekt „All­tags­kom­pe­ten­zen für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ soll Schü­le­rin­nen und Schü­ler befä­hi­gen, ihren All­tag eigen­ver­ant­wort­lich, gesund und res­sour­cen­scho­nend zu gestal­ten. Dabei geht es unter ande­rem um bewuss­tes Kon­sum­ver­hal­ten, nach­hal­ti­ge Ernäh­rung und Abfall­ver­mei­dung, um den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck zu ver­rin­gern. Die­se The­men wer­den nicht nur in der Theo­rie behan­delt, son­dern im Schul­all­tag umge­setzt (z. B.: durch Ein­rich­tung eines Bücher­tausch­re­gals im Schul­haus, Pfle­ge der Streu­obst­wie­se und Anle­gen eines Kar­tof­fel­ackers auf dem Schul­ge­län­de).

Die Evan­ge­li­sche Kin­der­ta­ges­stät­te St. Micha­el in Fri­cken­fel­den freu­te sich über den mit 250 Euro dotier­ten 2. Preis. Bei dem Pro­jekt „Vom Abfall zum Ein­fall“ stan­den Müll­tren­nung, Müll­ver­mei­dung, Müll sam­meln und Upcy­cling im Mit­tel­punkt. Dar­über hin­aus wur­den ein Hoch­beet ange­legt, ein selbst­ge­stal­te­tes Insek­ten­ho­tel auf­ge­hängt und Blu­men für Insek­ten und Schmet­ter­lin­ge ein­ge­pflanzt. Ziel ist, die Kin­der für nach­hal­ti­ges und umwelt­scho­nen­des Han­deln zu sen­si­bi­li­sie­ren.

Den mit 200 Euro dotier­ten 3. Preis erhielt der Evan­ge­li­sche Kin­der­gar­ten Tau­send­füß­ler in Wei­ßen­burg für das Pro­jekt „Wir sind Müll­hel­den“. Mit den Kin­dern wur­de sich inten­siv mit dem The­ma Müll aus­ein­an­der­ge­setzt. So wur­de z. B. die rich­ti­ge Müll­tren­nung ein­ge­übt, am Wan­der­tag Müll gesam­melt, der Recy­cling­hof besucht, über­legt, wie Müll ver­mie­den wer­den kann (Mehr­weg statt Ein­weg), krea­ti­ve Upcy­cling-Ideen umge­setzt (gesam­mel­te Glä­ser wur­den für Oster­nes­ter ver­wen­det) und zum Schluss wur­de noch ein schö­nes Müll­au­to aus gebrauch­ten Kar­tons gebas­telt.

Im Bereich „wei­ter­füh­ren­de Schu­len und Ver­ei­ne“ wur­de dem Wer­ner-von-Sie­mens-Gym­na­si­um Wei­ßen­burg (Schul­gar­ten- und Bie­nen-AG) der 1. Preis (400 Euro) für das Pro­jekt „Nach­hal­tig­keit kennt kei­ne Win­ter­pau­se“ ver­lie­hen.

Die Schul­gar­ten- und Bie­nen-AG ver­mit­telt ganz­jäh­rig pra­xis­na­he Umwelt­bil­dung und nach­hal­ti­ges Han­deln:  Von der Aus­saat im Früh­jahr über das gemein­schaft­li­che Honig­schleu­dern im Som­mer bis hin zum tra­di­tio­nel­len Kar­tof­fel­feu­er im Herbst erle­ben die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die gesam­te Wert­schöp­fungs­ket­te unse­rer Natur. Durch Pro­jek­te wie Wurm­kom­pos­tie­rung, Streu­obst­wie­sen­pfle­ge, Imke­rei und nach­hal­ti­ge Ver­ar­bei­tung regio­na­ler Natur­pro­duk­te ler­nen sie öko­lo­gi­sche Zusam­men­hän­ge. Ziel ist die För­de­rung von Arten- und Res­sour­cen­schutz sowie nach­hal­ti­gem Den­ken im Schul­all­tag.

Die Orts­grup­pe Dit­ten­heim der Evan­ge­li­schen Land­ju­gend freu­te sich über den 2. Preis (250 Euro) für ihr Pro­jekt „Streu­obst­wie­se erle­ben – Natur ver­ste­hen, nut­zen und bewah­ren“. Streu­obst­wie­sen bie­ten vie­len Tier- und Pflan­zen­ar­ten Lebens­raum und Nah­rung und för­dern damit die hei­mi­sche Arten­viel­falt. Die Jugend­li­chen im Alter von 14 bis 18 Jah­ren setz­ten sich inten­siv mit der Bedeu­tung die­ser wert­vol­len Lebens­räu­me aus­ein­an­der. Auf den Streu­obst­wie­sen in Dit­ten­heim hat die Jugend­grup­pe 600 kg Äpfel geern­tet und zu Saft ver­ar­bei­tet. Durch die­ses Pro­jekt soll das Umwelt­be­wusst­sein bei Jugend­li­chen gestärkt und ein kon­kre­ter Bei­trag zum Erhalt und zur Nut­zung von Streu­obst­wie­sen geleis­tet wer­den.

Gleich gut abge­schnit­ten hat die die Jugend­feu­er­wehr der Gemein­de Pol­sin­gen. Des­halb erhiel­ten die Jugend­li­chen für ihr Pro­jekt „Wir ver­bes­sern unse­ren CO2-Fuß­ab­druck mit leben­di­gen Kunst­wer­ken und Natur­kos­me­tik“ eben­falls einen 2. Preis (250 Euro). Bei dem mehr­stu­fi­gen Pro­jekt haben sich die Jugend­li­chen inten­siv mit dem The­ma Nach­hal­tig­keit aus­ein­an­der­ge­setzt, den eige­nen CO2-Fuß­ab­druck berech­net und über­legt, wie sie die­sen durch bewuss­te­ren Kon­sum ver­klei­nern kön­nen. Außer­dem wur­den prak­ti­sche Lösun­gen gegen Mikro­plas­tik (Her­stel­lung von Natur­kos­me­tik) und für mehr Grün an Wän­den (Moos-Graf­fi­tis) umge­setzt. Die Mit­glie­der der Jugend­feu­er­wehr haben dabei gelernt, dass Umwelt­schutz im Klei­nen anfängt und dass sie als Grup­pe viel bewe­gen kön­nen.

Der 3. Preis (200 Euro) ging an die Real­schu­le Hen­solts­hö­he in Gun­zen­hau­sen (Wahl­fach Schul­gar­ten) für ihr Pro­jekt „Unser Key­ho­le-Beet“. Auf der Suche nach einer Metho­de für was­ser­spa­ren­den und kli­ma­an­ge­pass­ten Gemü­se­an­bau sind die Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Wahl­fa­ches Schul­gar­ten auf Key­ho­le-Bee­te gesto­ßen, die ursprüng­lich für den Gemü­se­an­bau in Afri­ka gedacht waren. Das kreis­run­de Hoch­beet mit einem Kom­pos­ter in der Mit­te kommt mit wenig Was­ser, Nähr­stof­fen und Pfle­ge aus und lie­fert trotz­dem gute Erträ­ge. Auch die Arbei­ten in dem bereits seit meh­re­ren Jah­ren bestehen­den Schul­gar­ten wur­den mit Begeis­te­rung ange­packt.

Die wei­te­ren Preis­trä­ger sind die Grund­schu­le Wei­ßen­burg-Ober­hoch­statt (Klas­se 3b), Grund­schu­le Abs­berg-Haun­dorf (Klas­sen 1 — 4), Römer­brun­nen­schu­le Wei­ßen­burg (Klas­se MS 7b), Alt­mühl­fran­ken­schu­le Treucht­lin­gen (Klas­se 1a), OGTS Emetz­heim (Klas­se 3b), OGTS Brom­b­ach­see-Mit­tel­schu­le Plein­feld (Klas­sen 5 — 9), Wirt­schafts­schu­le Gun­zen­hau­sen (Klas­se V6), Staat­li­ches Beruf­li­ches Schul­zen­trum Alt­mühl­fran­ken (BIK – V10) und bfz Wei­ßen­burg (berufs­vor­be­rei­ten­de Maß­nah­me). Sie erhiel­ten Geld­prei­se von 50 bis 100 Euro.

Bild­un­ter­schrift: Grup­pen­bild der Preis­trä­ger mit Land­rat Mar­kus Glä­ser und Ver­tre­ter der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de. Foto:
Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen / Son­ja Eisen­ber­ger