Vom Blütenmeer zur Vogelkinderstube am See — Kontrastreiche und aktive Frühlingserlebnisse im Fränkischen Seenland

von | 17. April 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen

Frän­ki­sches Seen­land (red). Ein wei­ßer Blü­ten­tep­pich wogt vor dem blau­en Früh­lings­him­mel. Dazwi­schen fun­kelt das Was­ser des Sees in der Son­ne. Eine sanf­te Bri­se trägt zar­te Kirsch­blü­ten­blät­ter mit sich und bläht die hel­len Segel der Schif­fe. Reiz­vol­le Kon­tras­te prä­gen den Früh­ling im Frän­ki­schen Seen­land. Vor allem die Streu­obst­wie­sen zei­gen sich nun von ihrer schöns­ten Sei­te. Am bes­ten lässt sich die Blü­ten­pracht beim Wan­dern und Radeln am See­ufer genie­ßen. Noch ist es ruhig an den Strän­den und auf den Lie­ge­wie­sen, aber die Café- und Restau­rant­ter­ras­sen haben schon geöff­net. Hier wer­den haus­ge­mach­te Spe­zia­li­tä­ten in der mil­den Früh­lings­son­ne ser­viert.

Vom 22. April bis 5. Novem­ber absol­viert die „MS Alt­mühl­see“ ihre täg­li­chen Rund­fahr­ten. An Bord ver­bringt man erleb­nis­rei­che Stun­den: Gespens­ter- und Pira­ten­fahr­ten für Kin­der,
Tanz­ver­an­stal­tun­gen für jedes Alter, Musi­kan­ten­tref­fen oder sogar Pokeraben­de und Schaf­kopf­ren­nen für „ver­spiel­te“ Pas­sa­gie­re. Die „MS Brom­b­ach­see“ hat ihren Anker bereits gelich­tet. Der auf Euro­pas Bin­nen­seen ein­zig­ar­ti­ge Tri­ma­ran sorgt mit sei­nem gro­ßen Son­nen­deck und dem umfas­sen­den gas­tro­no­mi­schen Ange­bot für Kreuz­fahrt­fee­ling. Die Pas­sa­gie­re sind bunt gemischt. An einem Tisch trifft sich eine Damen­run­de zum Sekt­früh­stück, an einem ande­ren sit­zen meh­re­re Gene­ra­tio­nen einer Fami­lie zusam­men – vom Klein­kind im Bug­gy bis zum Groß­va­ter mit Rol­la­tor. Dank Pan­ora­ma­auf­zug sind alle drei Decks des Schif­fes bar­rie­re­frei erreich­bar. Cir­ca ein­ein­halb Stun­den dau­ert eine Rund­fahrt. Unter­bre­chun­gen sind an jeder Anle­ge­stel­le mög­lich – etwa in Abs­berg, nahe des Damms, der den Gro­ßen vom Klei­nen Brom­b­ach­see trennt. Bei die­sem Zwi­schen­stopp zeigt sich, was für Früch­te die präch­tig blü­hen­den Obst­bäu­me am See­ufer tra­gen – und was aus die­sen wird. Im Alten Schul­haus von Abs­berg ist die „Pru­no­thek“ mit einer inter­ak­ti­ven Aus­stel­lung rund um die Kir­sche und die „Echt Brombachseer“-Kirschprodukte unter­ge­bracht. Ab Mit­te April öff­net sie immer am Frei­tag­nach­mit­tag von 15.00 bis 18.00 Uhr die Türen. Außer­halb der Öff­nungs­zei­ten bekommt man die fei­nen Kirsch­pro­duk­te ein Stock­werk tie­fer im Dorf­la­den.

Vom Spar­gel bis zum Löwen­zahn-Eis
Im Umland der Seen wach­sen noch vie­le wei­te­re Genüs­se, unter ande­rem ein Star der Früh­lings­kü­che: Rund um die Stadt Roth wird fei­ner Spar­gel ange­baut. Vom 29. April bis 24. Juni 2023 haben rund 30 ört­li­che Gas­tro­no­men im Rah­men der „Spar­gel-Genuss­wo­chen“ abwechs­lungs­rei­che Gerich­te mit dem „könig­li­chen Gemü­se“ auf der Kar­te. Mor­gens gesto­chen, lan­det es mit­tags bereits auf dem Tel­ler – fri­scher geht es nicht. Appe­tit holt man sich zum Bei­spiel bei einem Spa­zier­gang um den ruhi­gen Roth­see.

Wer das Frän­ki­sche See­land erkun­det, kommt außer­dem vor­bei an den Hop­fen­gär­ten rund um Spalt, an den Nuss­bäu­men bei Dit­ten­heim oder den Mer­ken­dor­fer Kraut­gär­ten, an Fel­dern, Rin­der- und Schaf­wei­den, Fisch­tei­chen – und immer wie­der an Hof­lä­den. Hier bekommt man vie­le Pro­duk­te direkt da, wo sie erzeugt wur­den, von fri­schem Gemü­se bis hin zu Brot, Nudeln oder Mar­me­la­den. Beson­ders prak­tisch sind die Selbst­be­die­nungs­au­to­ma­ten, an denen echt regio­na­le Genüs­se rund um die Uhr zu haben sind. Etwa der Eis­au­to­mat in Gun­zen­hau­sen-Schlun­gen­hof am Alt­mühl­see: Bestückt ist er mit Bau­ern­hof­eis vom Wer­zin­ger­hof, her­ge­stellt ohne Farb­stof­fe und künst­li­che Aro­men aus hof­ei­ge­ner Milch und mit krea­ti­ven Ideen. Ein Kür­bis­kern­eis, ein frän­ki­sches Kaf­fee-Eis oder ein Löwen­zahn-Joghurt­eis kommt bei dem son­ni­gen Früh­lings­wet­ter gera­de recht.

Eltern­zeit auf der Vogel­in­sel
Der kur­ze Weg vom Brom­bach- an den Alt­mühl­see lässt sich gut per Fahr­rad zurück­le­gen. Die Schil­der des Frän­ki­schen Was­ser­Rad­wegs wei­sen den Weg. Das Herz­stück die­ser ins­ge­samt rund 460 Kilo­me­ter lan­gen Fern­stre­cke ver­bin­det Roth­see, Gro­ßen und Klei­nen Brom­b­ach­see, Igels­b­ach­see, Alt­mühl­see und Den­nen­lo­her See. An letz­te­rem blüht die Viel­falt im Schloss­park Den­nen­lo­he mit Süd­deutsch­lands größ­tem Rho­do­den­dron­park. Die Blü­te­zeit der Rho­do­den­dren beginnt Mit­te April, zuvor sor­gen schon Tau­sen­de Oster­glo­cken, Blau­stern­chen, Tul­pen und früh­blü­hen­de Aza­leen für ein far­ben­fro­hes Natur­er­leb­nis.

Eben­so fas­zi­nie­rend und doch ganz anders ist das Schau­spiel, das sich den Natur­fans jetzt am Alt­mühl­see bie­tet: Eine lan­ge Holz­brü­cke führt nahe Muhr a.See auf die Vogel­in­sel, die kein ein­zel­nes Eiland ist, son­dern eine gan­ze Insel­land­schaft mit Flach­was­ser­zo­nen – und ein Para­dies für Vögel. Jetzt im Früh­jahr ist die Luft erfüllt von Tschil­pen, Zwit­schern und Rufen. Ent­lang des Rund­wegs, der sich zwi­schen Bäu­men und Was­ser hin­durch­schlän­gelt, gibt es immer wie­der etwas zu ent­de­cken. Hier haben Biber ihre Spu­ren hin­ter­las­sen, dort wagt sich eine Grup­pe flau­schi­ger Küken aus dem Schilf. Mit Glück lässt sich sogar ein Fisch­ad­ler auf der Jagd erspä­hen.

Insi­der-Tipps am Markt­tag
Die Insel im Alt­mühl­see ist der Hot­spot für Vogel­be­ob­ach­tun­gen, aber längst nicht die ein­zi­ge Gele­gen­heit dafür. Ganz in der Nähe befin­det sich das Natur­schutz­ge­biet Wies­met, ein Rück­zugs­ort für sel­te­ne Wie­sen­brü­ter. Pas­sen­der Wei­se liegt es an der Wan­der­tour „Vogel­kund­ler“, einem der sie­ben neu­en Schlau­fen­we­ge des Fern­wan­der­wegs „Der Seen­län­der“. Jede der Halbtages‑, Tages- und Mehr­ta­ges­tou­ren star­tet an einem Bahn­hof, was für die An- und Abrei­se beson­ders prak­tisch ist. Die „Vogelkundler“-Tour beginnt am Bahn­hof in Muhr a.See. Alle, denen die gan­zen 20,5 Kilo­me­ter zu lang sind, kön­nen die Wan­de­rung pro­blem­los abkür­zen, denn die Anle­ge­stel­len des Aus­flugs­schif­fes „MS Alt­mühl­see“ lie­gen am Weg.

Mit der Abkür­zung per Schiff bie­tet sich auch Gun­zen­hau­sen, eines der his­to­ri­schen Städt­chen im Frän­ki­schen Seen­land, als Start­punkt für die Tour an. Tür­me mit Stor­chen­nes­tern, Fach­werk­häu­ser und klei­ne Gas­sen ver­lei­hen der Stadt, die 2023 den 1200. Jah­res­tag ihrer ers­ten urkund­li­chen Erwäh­nung fei­ert, einen beson­de­ren Charme. Beson­ders leben­dig geht es hier – wie auch in den ande­ren Städ­ten der Regi­on – am Markt­tag zu. Dann bau­en vie­le regio­na­le Direkt­ver­mark­ter ihre Stän­de auf und bie­ten neben erst­klas­si­gen Pro­duk­ten auch immer Gele­gen­heit, ins Gespräch zu kom­men. Sicher haben die Ein­hei­mi­schen noch den ein oder ande­ren Insi­der-Tipp für die Früh­lings­tour durchs Frän­ki­sche Seen­land parat!

Mehr Infos: Tou­ris­mus­ver­band Frän­ki­sches Seen­land, Haf­ner­markt 13, 91710 Gun­zen­hau­sen, Tel. 09831/5001–20, E‑Mail info@fraenkisches-seenland.de, www.fraenkisches-seenland.de.

Bild­un­ter­schrift: Die MS Brom­b­ach­see bei den ers­ten Früh­lings­fahr­ten. Foto: Tou­ris­mus­ver­band Frän­ki­sches Seen­land