Weniger Verletzte im Straßenverkehr, weniger Verkehrstote

von | 20. März 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik 2024 für den Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Wei­ßen­burg / Gun­zen­hau­sen / Treucht­lin­gen (red). Die hie­si­gen Poli­zei­dienst­stel­len im Land­kreis bli­cken auf durch­weg erfreu­li­che Zah­len aus 2024 im Ver­kehrs­be­reich. Auch wenn die Stei­ge­rung kaum mess­bar ist — im Jahr 2024 gab es im gesam­ten Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen zwar ins­ge­samt mehr Ver­kehrs­un­fäl­le als im Vor­jahr, die Zahl der ver­letz­ten und getö­te­ten Per­so­nen ist jedoch erfreu­li­cher­wei­se rück­läu­fig.

In dem durch die Poli­zei­in­spek­tio­nen Wei­ßen­burg, Gun­zen­hau­sen und Treucht­lin­gen betreu­ten Stra­ßen­netz ereig­ne­ten sich ins­ge­samt 3474 Ver­kehrs­un­fäl­le und somit gan­ze 3 Unfäl­le mehr als im Vor­jahr. Dies ent­spricht einer kaum mess­ba­ren Stei­ge­rung von 0,09 %. Die über­wie­gen­de Anzahl von 2546 waren soge­nann­te Klein­un­fäl­le mit Sach­scha­den. Auch die Zahl der Ver­kehrs­un­fäl­le mit Per­so­nen­scha­den sank leicht um 1,71%. Bei 345 Ver­kehrs­un­fäl­len wur­den 440 Per­so­nen ver­letzt, 99 davon erlit­ten schwe­re Ver­let­zun­gen, muss­ten also unfall­be­dingt sta­tio­när im Kran­ken­haus behan­delt wer­den.

Wie auch in den Jah­ren zuvor wer­den erkann­te Unfall­schwer­punk­te im Rah­men der Unfall­kom­mis­si­ons­ar­beit durch Mit­glie­der der Stra­ßen­bau­last­trä­ger, Stra­ßen­ver­kehrs-behör­den und der Poli­zei unter­sucht. Bei der Begut­ach­tung vor Ort im Rah­men von soge­nann­ten Ver­kehrs­schau­en wird ste­tig nach Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten hin­sicht­lich der Ver­kehrs­si­cher­heit gesucht.

Ver­lo­ren im Vor­jahr noch 8 Men­schen ihr Leben im Stra­ßen­ver­kehr, waren im Jahr 2024 im Land­kreis 2 Ver­kehrs­to­te zu bekla­gen. Bei aller Tra­gik haben nach­fol­gend erläu­ter­te Ver­kehrs­un­fäl­le mit töd­li­chem Aus­gang alle­samt gemein, dass ihnen indi­vi­du­el­les Fehl­ver­hal­ten der Betei­lig­ten als Haupt­un­fall­ur­sa­che zugrun­de liegt.

Haun­dorf — Im April kam es auf der Bun­des­stra­ße 466 nahe der Abzwei­gung Grä­fen­stein­berg aus noch nicht abschlie­ßend geklär­ter Ursa­che zum Sturz eines 57-jäh­ri­gen Motor­rad­fah­rers, wel­cher weni­ge Tage spä­ter im Kran­ken­haus sei­nen schwe­ren Ver­let­zun­gen erlag. Ein wei­te­rer Motor­rad­fah­rer wur­de hier­bei eben­falls schwer ver­letzt.

Gun­zen­hau­sen — Im Okto­ber kam ein 22-jäh­ri­ger Motor­rad­fah­rer nahe Unter­wurm­bach allein­be­tei­ligt ins Schleu­dern und zog sich beim Auf­prall gegen die Leit­plan­ke töd­li­che Ver­let­zun­gen zu.

Bei 59 Unfäl­len waren Motor­rad­fah­rer betei­ligt (Vor­jahr 57). Dabei wur­den 56 Zwei­rad­fah­rer ver­letzt, genau 12% mehr als im ver­gan­ge­nen Jahr.

Auch im Bereich der Schul­weg­un­fäl­le ist ein deut­li­cher Rück­gang von 7 im Vor­jahr auf 4 Unfäl­le im Jahr 2024 zu ver­zeich­nen. Glück­li­cher­wei­se wur­de kein Schü­ler schwer­wie­gend ver­letzt. Fes­ter Bestand­teil der Ver­kehrs­si­cher­heits­ar­beit mit den „ABC-Schüt­zen“ ist neben dem Bereich der täg­li­chen Schul­weg­über­wa­chung die Auf­ar­bei­tung der jewei­li­gen Unfall­sze­na­ri­en durch die poli­zei­li­chen Ver­kehrs­er­zie­her in enger Koope­ra­ti­on und mit Unter­stüt­zung der Lehr­kräf­te in den Klas­sen der betrof­fe­nen Kin­der. In die­sem Zusam­men­hang beson­ders her­aus­zu­he­ben ist zudem die uner­müd­li­che Arbeit der vie­len ehren­amt­lich täti­gen Schul­weg­hel­fer, wel­che Tag für Tag mit ihrem Ein­satz eben­so einen wesent­li­chen Bei­trag für einen siche­ren Schul­weg unse­rer Kin­der leis­ten.

Die Zahl der Ver­kehrs­un­fäl­le mit Betei­li­gung von jun­gen Erwach­se­nen im Alter von 18 bis 24 Jah­ren sta­gniert wie bereits in den Vor­jah­ren nahe­zu gleich­blei­bend bei 199 Ver­kehrs­un­fäl­len. Glei­cher­ma­ßen ver­hält es sich bei den Ver­kehrs­un­fäl­len mit Betei­li­gung von Senio­ren im Alter ab 65 Jah­ren. Auch hier ist bei 242 Unfäl­len nahe­zu kei­ne Ver­än­de­rung aus­zu­ma­chen. Wäh­rend bei der Per­so­nen­grup­pe der jun­gen Erwach­se­nen ein leich­ter Rück­gang der ver­letz­ten Per­so­nen um gut 5% auf 53 zu ver­zeich­nen ist, stieg die Anzahl der ver­letz­ten Senio­ren um gut 6 % auf 67 Per­so­nen an.

Nach­dem in den ver­gan­ge­nen Jah­ren unter ande­rem die ver­stärk­te Nut­zung von Pedelec und Fahr­rä­dern zu einem ten­den­zi­el­len Anstieg bei den Rad­fahr­un­fäl­len geführt hat, sind die Fall­zah­len vom ver­gan­ge­nen Jahr rück­läu­fig. Bei 95 Rad­fahr­un­fäl­len bedeu­tet dies einen Rück­gang um knapp 10 % im Ver­gleich zum Vor­jahr. Nichts des­to trotz bie­ten die Poli­zei­in­spek­tio­nen im Land­kreis in Zusam­men­ar­beit mit der Kreis­ver­kehrs­wacht in die­sem Zusam­men­hang spe­zi­el­le Pedelec Trai­nings für Senio­ren an. Dort wer­den neben theo­re­ti­scher Ver­mitt­lung des siche­ren Umgangs mit dem E‑Bike auch pra­xis­be­zo­ge­ne Fahr­übun­gen unter Anlei­tung durch­ge­führt.

Auch die Fall­zah­len im Bereich der Fah­rer­fluch­ten sind rück­läu­fig. Bei 383 Unfall­fluch­ten — gut 11 % weni­ger als im Vor­jahr — konn­te in 138 Fäl­len der jewei­li­ge Ver­ur­sa­cher, nicht zuletzt auf­grund vie­ler Mit­tei­lun­gen und Hin­wei­se aus der Bevöl­ke­rung, ermit­telt wer­den. Die Anzahl der Ver­kehrs­un­fäl­le unter Alko­hol- bzw. Dro­gen­ein­fluss erfährt einen leich­ten Anstieg, befin­det sich mit 34 Fäl­len den­noch im Durch­schnitt der letz­ten Jah­re.

Haupt­un­fall­ur­sa­chen sind wei­ter­hin nicht ange­pass­te Geschwin­dig­keit, unge­nü­gen­der Sicher­heits­ab­stand, Feh­ler beim Abbie­gen, Wen­den und Rück­wärts­fah­ren sowie Vor­fahrts­ver­stö­ße, aber auch Ablen­kungs­ver­stö­ße, teil­wei­se durch die Nut­zung von Mobil­te­le­fo­nen. Aber auch ohne indi­vi­du­el­les Fehl­ver­hal­ten kann es immer wie­der zu Ver­kehrs­un­fäl­len kom­men. So ver­zeich­net die Sta­tis­tik ins­ge­samt 1598 Wild­un­fäl­le, gut 5 % mehr als im Vor­jahr.

Zur Bekämp­fung der Geschwin­dig­keits­un­fäl­le wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr durch die drei Land­kreis­in­spek­tio­nen bei Geschwin­dig­keits­über­wa­chun­gen mit dem Hand­la­ser­mess­ge­rät ins­ge­samt 1070 Ein­satz­stun­den geleis­tet. Gegen 187 Ver­kehrs­teil­neh­mer wur­de ein Ver­war­nungs­geld aus­ge­spro­chen, 559 erhiel­ten einen Buß­geld­be­scheid inklu­si­ve Punk­te in Flens­burg. Zusätz­lich über­wach­te die Ver­kehrs­po­li­zei Ans­bach mit tech­ni­schem Gerät (Licht­schran­ke, Radar­ge­rät) Unfall­häu­fungs­stel­len und Gefah­ren­punk­te im Land­kreis. Auch sei­tens der kom­mu­na­len Ver­kehrs­über­wa­chung der Städ­te Wei­ßen­burg, Gun­zen­hau­sen und Treucht­lin­gen wur­den Geschwin­dig­keits­kon­trol­len durch­ge­führt.

Wei­ter­hin wur­den 120 Fahr­ten unter Alko­hol­ein­fluss im straf- und ord­nungs­wid­rig­kei­ten­re­le­van­ten Bereich fest­ge­stellt und ver­folgt. Bezüg­lich Fahr­ten unter Dro­gen­ein­fluss muss­ten sich 121 Kraft­fahr­zeug­füh­rer ver­ant­wor­ten. 131 Kraft­fah­rer bzw. deren Bei­fah­rer ver­stie­ßen ‑trotz der mitt­ler­wei­le in nahe­zu jedem Fahr­zeug ver­bau­ten akus­ti­schen Warn­ein­rich­tun­gen- gegen die Gurt­an­le­ge­pflicht. 588 Buß­geld­be­schei­de ergin­gen gegen Fahr­zeug­füh­rer wegen ver­bo­te­ner Nut­zung des Mobil­te­le­fons.

Obwohl durch die geziel­ten Kon­troll­ak­tio­nen der letz­ten Jah­re in Zusam­men­ar­beit mit der eigens dar­auf spe­zia­li­sier­ten Kon­troll­grup­pe Car­tu­ning des Poli­zei­prä­si­di­ums Mit­tel­fran­ken dem Phä­no­men der soge­nann­ten Poser wirk­sam begeg­net wer­den konn­te, wur­den auch im Jahr 2024 meh­re­re ent­spre­chen­de Ver­kehrs­ver­stö­ße fest­ge­stellt. Ins­ge­samt wur­den 14 Ver­stö­ße der unzu­läs­si­gen Lärm­ver­ur­sa­chung durch Poser geahn­det, fer­ner wur­den 62 Anzei­gen wegen dem Erlö­schen der Betriebs­er­laub­nis an nicht ord­nungs­ge­mäß aus­ge­rüs­te­ten Fahr­zeu­gen erstat­tet. Auch im Jahr 2025 wer­den die Poli­zei­in­spek­tio­nen Wei­ßen­burg, Gun­zen­hau­sen und Treucht­lin­gen rele­van­te Ver­stö­ße in die­sem Bereich kon­se­quent ver­fol­gen.

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