Wolfgang Hauber besucht Polen und die Republik Moldau

von | 7. August 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­tags­de­le­ga­ti­on dis­ku­tier­te über Grenz­si­che­rung, Rechts­staat­lich­keit, EU-Bei­tritt und gedenkt der Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus vor Ort

Polen / Repu­blik Modau / Wei­ßen­burg i.Bay. — Wäh­rend einer Rei­se nach Polen und in die Repu­blik Mol­dau hat sich eine Dele­ga­ti­on des Arbeits­krei­ses „Recht, Euro­pa und Inne­re Sicher­heit“ der FREIE WÄHLER Land­tags­frak­ti­on über die poli­ti­sche Ent­wick­lung Polens sowie die deutsch-pol­ni­schen Bezie­hun­gen infor­miert. Der Dele­ga­ti­on gehör­ten die Abge­ord­ne­ten Land­tags­vi­ze­prä­si­dent Alex­an­der Hold, der innen­po­li­ti­sche Spre­cher Wolf­gang Hau­ber, Gabi Schmidt und Ulri­ke Mül­ler sowie der rechts­po­li­ti­sche Spre­cher und Dele­ga­ti­ons­lei­ter Mar­tin Scharf an.

Den Auf­takt bil­de­te der Besuch des Euro­päi­schen Zen­trums Soli­dar­ność in Dan­zig. Dort erhielt die Dele­ga­ti­on ein­drucks­vol­le Ein­bli­cke in die Geschich­te der pol­ni­schen Frei­heits­be­we­gung und den Kampf der Gewerk­schaft Soli­dar­ność für Demo­kra­tie und Frei­heit durch den Auf­stand der Werft­ar­bei­ter in Dan­zig, der den Beginn des Nie­der­gangs des Kom­mu­nis­mus in Euro­pa mar­kier­te.

Am zwei­ten Rei­se­tag stan­den inten­si­ve Gesprä­che mit dem deut­schen Gene­ral­kon­sul in Dan­zig, Karl-Mat­thi­as Klau­se, sowie Ver­tre­tern der Pome­ra­nia Deve­lo­p­ment Agen­cy auf dem Pro­gramm. Im Mit­tel­punkt stan­den die poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung Polens, die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Bay­ern und der Regi­on Pom­mern sowie Mög­lich­kei­ten, die part­ner­schaft­li­chen Bezie­hun­gen wei­ter aus­zu­bau­en.

Der drit­te Rei­se­tag stand ganz im Zei­chen des Geden­kens, der Trau­er und der Ver­ant­wor­tung. Die Dele­ga­ti­on besuch­te die Gedenk­stät­te des ehe­ma­li­gen deut­schen Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­gers Ausch­witz-Bir­ken­au. Wäh­rend einer mehr­stün­di­gen Füh­rung setz­ten sich die Abge­ord­ne­ten inten­siv mit den Ver­bre­chen des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­ror­re­gimes aus­ein­an­der. Die authen­ti­schen Orte des Lei­dens und der sys­te­ma­ti­schen Ermor­dung von mehr als einer Mil­li­on Men­schen mach­ten das unvor­stell­ba­re Aus­maß der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­bre­chen ein­drucks­voll sicht­bar. Der Wei­ßen­bur­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Wolf­gang Hau­ber zeig­te sich tief bewegt: „Wir tra­gen die Ver­ant­wor­tung, dass die Erin­ne­rung an die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus nie­mals ver­blasst.“

Die Repu­blik Mol­dau spielt eine Schlüs­sel­rol­le für die Sta­bi­li­tät Ost­eu­ro­pas, die Sicher­heit der Ukrai­ne und den EU-Bei­tritts­pro­zess des Lan­des. Mold­aus Sta­bi­li­tät ist von zen­tra­ler Bedeu­tung für die Sicher­heit Euro­pas. Die Repu­blik steht an der geo­po­li­ti­schen Naht­stel­le zwi­schen Euro­pa und dem rus­si­schen Ein­fluss­be­reich. Gera­de des­halb ist es wich­tig, den Reform­kurs des Lan­des zu beglei­ten und den per­sön­li­chen Aus­tausch mit den Ver­ant­wort­li­chen zu suchen. Die Gesprä­che haben gezeigt, mit wel­cher Ent­schlos­sen­heit Mol­dau sei­nen euro­päi­schen Weg ver­folgt.

Im Mit­tel­punkt der Gesprä­che stan­den unter ande­rem die Fort­schrit­te bei den EU-Bei­tritts­ver­hand­lun­gen, Refor­men zur Stär­kung von Rechts­staat­lich­keit und Jus­tiz, der Kampf gegen Kor­rup­ti­on und Des­in­for­ma­ti­on sowie Fra­gen der inne­ren Sicher­heit und des Grenz­schut­zes. Dabei wur­de deut­lich, dass ins­be­son­de­re die Siche­rung der EU-Außen­gren­ze und der Umgang mit hybri­den Bedro­hun­gen für Mol­dau eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar­stel­len. Gleich­zei­tig unter­stri­chen die Gesprächs­part­ner den hohen Stel­len­wert der Zusam­men­ar­beit mit Bay­ern und Deutsch­land.

Die Dele­ga­ti­on traf den deut­schen Bot­schaf­ter Hubert Knirsch. Es folg­ten Gesprä­che mit der stell­ver­tre­ten­den Minis­ter­prä­si­den­tin und Chef­un­ter­händ­le­rin für den EU-Bei­tritt, Cris­ti­na Ghera­si­mov, der Staats­se­kre­tä­rin des Innen­mi­nis­te­ri­ums, Dia­na Sal­cuțan, und Ver­tre­tern der Grenz­po­li­zei, dem Vor­sit­zen­den des Par­la­ments­aus­schus­ses für Euro­päi­sche Inte­gra­ti­on, Her­mann Spa­ta­ri, sowie mit Rechts­exper­ten, der Gesell­schaft für Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit und Jugend­li­chen aus Mol­dau. Ins­be­son­de­re wur­de auch das Moni­to­ring des in Gang gesetz­ten Reform­pro­zes­ses bespro­chen.

Abschlie­ßend kam es noch zu einem inten­si­ven Aus­tausch mit der Lei­te­rin der GIZ, Clau­dia Her­mes, sowie Ver­tre­tern der mol­daui­schen Streit­kräf­te und der Bun­des­wehr auf dem Pro­gramm. Die Bun­des­wehr unter­stützt das Mili­tär der Repu­blik Mol­dau bera­tend beim Auf­bau moder­ner Struk­tu­ren und der sicher­heits­po­li­ti­schen Zusam­men­ar­beit. Hau­ber beton­te: „Gera­de in der aktu­el­len poli­ti­schen Situa­ti­on sind die­se Part­ner­schaf­ten exis­ten­ti­ell!“

Nahe­zu zeit­gleich mit der Dele­ga­ti­ons­rei­se der FREIEN WÄHLER hielt sich auch Bay­erns Minis­ter­prä­si­dent Dr. Mar­kus Söder für eini­ge Stun­den zu poli­ti­schen Gesprä­chen in der Repu­blik Mol­dau auf. Dies unter­strich die hohe außen- und sicher­heits­po­li­ti­sche Bedeu­tung des Lan­des sowie das wach­sen­de Inter­es­se Bay­erns an einer engen Zusam­men­ar­beit mit dem EU-Bei­tritts­kan­di­da­ten.

Bild­un­ter­schrift: (v.l.n.r.): MdL Alex­an­der Hold, MdL Gabi Schmidt, MdL Ulri­ke Mül­ler, MdL Mar­tin Scharf und MdL Wolf­gang Hau­ber. Foto: MdL Wolf­gang Hau­ber