Zukunft der Landwirtschaft — Fritz Gronauer-Weddige referiert in Triesdorf

von | 12. Juni 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Tri­es­dorf (red). „Kei­ner weiß, was hin­ter der nächs­ten Kur­ve des Lebens kommt“. Mit die­sem Bild führ­te Pfar­rer Wolf­gang Simon von der Cam­pus­seel­sor­ge Tri­es­dorf mit einer Andacht in den Dis­kus­si­ons­abend „Zukunft der Land­wirt­schaft“ ein. Fritz Gro­nau­er-Wed­di­ge, Lei­ter der HLS und Tech­ni­ker­schu­le Tri­es­dorf, stell­te auf Ein­la­dung des Agrar­so­zia­len Arbeits­krei­ses, der Evan­ge­li­schen Fach­stel­le für Länd­li­che Räu­me, der Cam­pus­seel­sor­ge Tri­es­dorf und der Katho­li­schen Hoch­schul­ge­mein­de Tri­es­dorf sei­ne fach­li­che Ein­schät­zung der Zukunft der Land­wirt­schaft vor.

Gro­nau­er-Wed­di­ge zeig­te auf, dass die hei­mi­sche Land­wirt­schaft unter star­kem Druck steht. Vie­le Wett­be­wer­ber im Welt­markt arbei­ten mit kom­plett ande­ren Struk­tu­ren und auch gesetz­li­chen
Rah­men­be­din­gun­gen. Bei­spiels­wei­se wür­den in Chi­na Stall­hoch­häu­ser für zehn­tau­sen­de von Schwei­nen gebaut und eine kos­ten­güns­ti­ge Erzeu­gung ermög­li­chen. In Deutsch­land gehö­ren hohe Kos­ten für Neu­bau­ten und eine extre­me Arbeits­be­las­tung zum All­tag vie­ler Fami­li­en und stel­len die Zukunfts­fä­hig­keit in Fra­ge. Ein stän­di­ges Risi­ko für die Land­wirt­schaft sind die durch den Kli­ma­wan­del ver­ur­sach­ten Wet­ter­ex­tre­me. Risi­ko­vor­sor­ge und Liqui­di­täts­pla­nung bekom­men einen höhe­ren Stel­len­wert auch auf Grund der zuneh­men­den Vola­ti­li­tät der Märk­te. Gro­nau­er-Wed­di­ge stell­te fest: „Wir haben zu wenig den Mut, etwas Neu­es aus­zu­pro­bie­ren, und umkeh­ren heißt nicht schei­tern“. Land­wir­te könn­ten auf der Suche nach Ein­kom­mens­al­ter­na­ti­ven
erst ein­mal klein ein­stei­gen und mit gerin­gem Risi­ko etwas Neu­es aus­pro­bie­ren. Ein Bei­spiel dafür sei ein jun­ger Land­wirt, der in den Anbau von hei­mi­schen Was­ser­me­lo­nen ein­ge­stie­gen sei. In den klas­si­schen Berei­chen kön­nen sich nur die Fähigs­ten ent­wi­ckeln, das sind nicht zwin­gend nur die Größ­ten.

Eine gro­ße Chan­ce liegt in den rege­ne­ra­ti­ven Ener­gien, die auch einen wesent­li­chen Bei­trag zum Kli­ma­schutz leis­ten. Es gel­te jedoch, die Wert­schöp­fung in der Land­wirt­schaft und den Kom­mu­nen zu hal­ten und nicht an Inves­to­ren abflie­ßen zu las­sen. Dazu braucht es zeit­li­che Frei­räu­me in den Betrie­ben, um Netz­wer­ke und Inves­ti­tio­nen zu gestal­ten.

Foto: Evang. Bil­dungs­zen­trum Hes­sel­berg