Zukunft kirchlichen Lebens diskutiert

von | 28. Mai 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Tagung „Pfarr­dienst im länd­li­chen Raum (Dorf­pfar­re­rin­nen- und Dorf­pfar­rer­wo­che)“, 04. – 08.05. 2026

Hes­sel­berg — 16 Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer tra­fen sich zur Tagung „Pfarr­dienst im länd­li­chen Raum (Dorf­pfar­re­rin­nen- und Dorf­pfar­rer­wo­che)“ am Evan­ge­li­schen Bil­dungs­zen­trum Hes­sel-berg, um gemein­sam mit Andrea Erken­bre­cher (EBZ Hes­sel­berg) und Peter Schlee (Evang. Fach­stel­le für Länd­li­che Räu­me) künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen kirch­li­chen Lebens zu dis­ku­tie­ren und neue Impul­se für die eige­ne Arbeit zu gewin­nen.

Schwer­punk­te bil­de­ten unter ande­rem die Pla­nun­gen der baye­ri­schen evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che hin­sicht­lich Immo­bi­li­en­be­stand und Gemein­de­struk­tur sowie ein ver­tief­ter Blick auf das eige­ne Rol­len­ver­ständ­nis als Pfar­re­rin oder Pfar­rer in einer länd­lich gepräg­ten Kir­chen­ge­mein­de.

Ober­kir­chen­rat Flo­ri­an Bai­er stell­te der Grup­pe in einem Vor­trag die kirch­li­che Gebäu­de­be­darfs­pla­nung in den länd­li­chen Räu­men vor. Der Lei­ter der Abtei­lung „Gemein­den und Kir­chen­steu­er“ im Lan­des­kir­chen­amt mach­te deut­lich, dass ange­sichts sin­ken­der Mit­glie­der­zah­len und gerin­ge­rer finan­zi­el­ler Mög­lich­kei­ten bis zum Jahr 2035 ca. 50 Pro­zent weni­ger Immo­bi­li­en aus Kir­chen­steu-ermit­teln bezu­schusst wer­den kön­nen. Die Her­aus­for­de­rung läge dar­in, als Volks­kir­che wei­ter in der Flä­che prä­sent zu sein sowie Koope­ra­tio­nen und Ver­ei­ni­gun­gen im Bereich der Deka­nats­be­zir­ke und Kir­chen­ge­mein­den ein­zu­ge­hen.

Neu ist auch die Pla­nung von Regio­nal­ge­mein­den. Hier han­delt es sich um eine neue regio­na­le Hand­lungs­ebe­ne, in der die Zusam­men­ar­beit selb­stän­dig blei­ben­der Kir­chen­ge­mein­den koor­di­niert wird. Getra­gen wird die haupt­amt­li­che Arbeit von „mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Teams“, bestehend aus jeweils min­des­tens fünf Arbeits­kräf­ten (Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer, Dia­ko­nin­nen und Dia­ko­nen, Reli­gi­ons­päd­ago­gin­nen und ‑päd­ago­gen, Kir­chen­mu­si­ke­rin­nen und Kir­chen­mu­si­kern oder Fach­kräf­ten in der Ver­wal­tung).

Gemein­sam mit Pro­fes­sor Dr. Chris­ti­an Eyse­lein von der August­a­na-Hoch­schu­le in Neu­en­det­tels­au hin­ter­frag­ten die Teil­neh­men­den außer­dem ihr eige­nes Rol­len­ver­ständ­nis in der Kir­chen­ge­mein­de. Eine Rol­le, so Eyse­lein, sei die selbst­ge­wähl­te oder zuge­schrie­be­ne Funk­ti­on in einem sozia­len Gefü­ge. Bei Pfar­re­rin­nen und Pfar­rern kön­ne ange­sichts der vie­len zu bewäl­ti­gen-den Auf­ga­ben schnell das Gefühl auf­kom­men, eine „eier­le­gen­de Woll­milch­sau“ zu sein.

Ihre zen­tra­len Auf­ga­ben sahen die Teil­neh­men­den in den Berei­chen Gemein­schaft und Ver­kün­di­gung. Deut­lich wur­de dies in State­ments wie „wir brin­gen das Licht zu den Men­schen“ oder „wir wol­len in Kon­takt blei­ben mit Men­schen, die gar nicht so kirch­lich sind“. Chan­cen gelun­ge­ner Gemein­de­ar­beit ergä­ben sich bei beson­de­ren Got­tes­diens­ten, bei­spiels­wei­se bei Ver­ei­nen oder anläss­lich einer Kirch­weih. Leu­te kämen dann wegen des Fes­tes, aber auch ganz bewusst zum Got­tes­dienst.
Auf dem Pro­gramm der Tagung stand auch ein Besuch des im Jahr 752 gegrün­de­ten Klos­ters Hei­den­heim. Die­ser mach­te deut­lich, dass das Chris­ten­tum nicht nur heu­te, son­dern über die Jahr­hun­der­te hin­weg immer wie­der gro­ße Ver­än­de­run­gen erfah­ren hat. Doch stets konn­te der Glau­be den Men­schen Hoff­nung, Trost und Halt geben – damals wie heu­te.


Bild­un­ter­schrift: Die teil­neh­men­den Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer vor dem Hei­den­hei­mer Müns­ter. (Rechts im Bild: Ver­an­stal­tungs­lei­ter Dr. Peter Schlee von der Evang. Fach­stel­le für Länd­li­che Räu­me. Foto: Schlee