Zum Schutz der Gewässer: Arzneimittel nicht über die Toilette oder Spüle entsorgen

von | 21. März 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Wei­ßen­burg (red).  Nicht ver­brauch­te Medi­ka­men­te dür­fen nicht die Toi­let­te oder den Aus­guss hin­un­ter­ge­spült wer­den. „Die­ser Ent­sor­gungs­weg ist unge­eig­net, denn so kön­nen Arz­nei­stof­fe in die Gewäs­ser gelan­gen“, sagt Apo­the­ke­rin Kat­rin Bin­kert, Pres­se­spre­che­rin der Apo­the­ker im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen. Nicht mehr benö­tig­te oder ver­fal­le­ne Medi­ka­men­te kön­nen über den Haus­müll ent­sorgt wer­den. Die Kom­mu­nen ver­bren­nen den Haus­müll in der Regel in Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen, bevor mög­li­che Res­te auf Depo­nien gela­gert wer­den. Dadurch ist die Belas­tung des Grund­was­sers durch Medi­ka­men­ten­res­te aus­ge­schlos­sen. Grö­ße­ren Men­gen an nicht mehr benö­tig­ten Medi­ka­men­ten, etwa nach einem Todes­fall, neh­men Schad­stoff­sam­mel­stel­len an.

Apo­the­ke­rin Bin­kert, erklärt: „Alt-Arz­nei­mit­tel sind kein Son­der­müll, son­dern aus recht­li­cher Sicht Haus­müll. Die meis­ten Tablet­ten, Zäpf­chen oder Sal­ben kön­nen Sie daher ein­fach in die Rest­müll­ton­ne geben. Das gilt auch für flüs­si­ge Arz­nei­mit­tel­res­te wie Hus­ten­saft. Wich­tig ist, dass Sie Ihre Medi­ka­men­te gut ver­pa­cken, bevor Sie sie in die Ton­ne wer­fen und sie – wenn mög­lich – erst am Lee­rungs­tag unter den Haus­müll mischen. So ver­mei­den Sie, dass Unbe­fug­te oder Kin­der an die Medi­ka­men­te gelan­gen. Wer sich nicht sicher ist, wie er sei­ne Alt-Medi­ka­men­te rich­tig ent­sorgt, kann in jeder Apo­the­ke im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen nach­fra­gen“. Obwohl Apo­the­ken nicht ver­pflich­tet sind, Alt­me­di­ka­men­te zurück­zu­neh­men, wird die­ser Ser­vice noch in eini­gen Apo­the­ken ange­bo­ten. Auch hier lohnt sich die Nach­fra­ge. „Für Apo­the­ken besteht kei­ne gesetz­li­che Ver­pflich­tung, nicht ver­brauch­te Medi­ka­men­te anzu­neh­men. Den­noch bie­ten vie­le Apo­the­ken einen frei­wil­li­gen Rück­nah­me-Ser­vice an und tra­gen die Kos­ten der Ent­sor­gung“, so Apo­the­ke­rin Kat­rin Bin­kert. Auch die Inter­net­sei­te https://www.arzneimittelentsorgung.de des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung infor­miert Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher dar­über, wie im jewei­li­gen Land­kreis die Ent­sor­gung von Alt­arz­nei­mit­teln aus Pri­vat­haus­hal­ten gere­gelt ist.

Alt-Medi­ka­men­te nicht spen­den

Apo­the­ke­rin Bin­kert: „Weil vie­le Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit ihren Medi­ka­men­ten­res­ten noch etwas Gutes tun wol­len, wer­den wir oft nach der Mög­lich­keit von Arz­nei­mit­tel­spen­den gefragt. Des­halb: Gebrauch­te Arz­nei­mit­tel dür­fen auch nicht an Bedürf­ti­ge gespen­det wer­den, egal ob im In- oder Aus­land. Denn eine hoch­wer­ti­ge Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung ist bei einer sol­chen ‚Res­te­ver­wer­tung‘ schlicht unmög­lich. Neben der frag­wür­di­gen Arz­nei­mit­tel­qua­li­tät ist bei sol­chen Kleinst­men­gen kei­ne Ver­sor­gung mit aus­rei­chen­den Men­gen in der rich­ti­gen Dosie­rung garan­tiert. Wer Gutes tun will, soll­te an Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen Geld spen­den, aber bit­te kei­ne Medikamentenreste.“4

Foto: Pix­a­bay