Ellingen — Lange war es nur ein Traum auf dem Papier, nun ist es gelebte Realität: Das historische „Hauserschwarzanwesen“ im Herzen von Stopfenheim hat sich in einen lebendigen Dorfmittelpunkt verwandelt. Der neue, vollautomatisierte Minimarkt „Allesdrin24“ hat ab sofort offiziell geöffnet. Das Besondere: Der Laden bietet den Bürgerinnen und Bürgern eine Einkaufsmöglichkeit rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Der Einzug des neuen Dorfladens glich dabei einem logistischen Schauspiel. Da die bauliche Einhausung bereits vorbereitet war, schwebten der Verkaufs- und Lagercontainer sowie das fertige Dach per Großkran auf dem Luftweg an den vorgesehenen Platz mitten im Herzen des Dorfs.
Gemeinsam mit Ellingens Bürgermeister Güngör Buldukund zahlreichen Ehrengästen feierten die Stopfenheimer die offizielle Fertigstellung des Umfelds und die Einweihung ihrer neuen Einkaufsoase. Für Wolfgang Neukirchner, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken, ist das gelungene Projekt ein echter Meilenstein. In seinem Grußwort vor Ort sparte er nicht mit Lob für das einfache Dorferneuerungsverfahren „Stopfenheim 3“: „Mit der Umnutzung der Scheune des Hauserschwarz-Anwesens, der Errichtung des Dorfladens und der Umgestaltung des Umgriffs wird den Zielen der Ländlichen Entwicklung in hervorragender Weise Rechnung getragen“, sagte der Behördenleiter. „Es geht um die Erhaltung und Gestaltung lebenswerter, resilienter ländlicher Räume und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Vergleich zu den Städten.“
Die Antwort auf das Ladensterben
Nachdem über die vergangenen Jahre hinweg Gasthäuser, die Bankfiliale, der Friseur und Bäcker nacheinander ihre Türen schlossen, bringt der moderne Minimarkt seit langem wieder Leben in den Ortskern. Den Stein ins Rollen brachte eine engagierte Dorfgemeinschaft, die gemeinsam mit dem Ellinger Stadtrat nach einer nachhaltigen Lösung suchte. Betreiber Martin Lettenmeier, der das Konzept bereits in Markt Berolzheim erfolgreich erprobt hat, sieht in Stopfenheim – auch dank der direkt vorbeiführenden Bundesstraße 13 – das ideale Kundenpotenzial. Um die Container harmonisch in das sensible historische Umfeld am Kirchenplatz einzufügen, ließ sich das Stopfenheimer Architekturbüro Bittner eine baugestalterisch ansprechende Einhausung einfallen.
Der Dorfladen ist dabei jedoch nur der erste Streich für die Neugestaltung des Areals. Als nächster großer Meilenstein steht bereits der Umbau der alten Scheune zu einer modernen, wettergeschützten „Kaltscheune“ als Haus für die Dorfgemeinschaft auf der Agenda. Vom traditionellen Maitanz über den Laternenumzug bis hin zur Dorfweihnacht bietet sie künftig den perfekten Rahmen für das vitale Vereinsleben.
Ein 700.000-Euro-Kraftakt: „Hilfe zur Selbsthilfe“
Die Gesamtinvestition von rund 696.150 Euro ist bestens angelegtes Geld. Das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken unterstützte die Stadt Ellingen mit der maximalen Förderquote von 55 Prozent und steuerte insgesamt stolze 382.882,50 Euro bei. Den Rest der Summe stemmten die Stadt, Zuschüsse des Heimatfests – und vor allem die Bürgerinnen und Bürger selbst durch eine beeindruckende Welle an Eigenleistungen. „Das ist gelebte Hilfe zur Selbsthilfe“, freute sich Neukirchner. Zum Abschluss seines Grußworts wünschte der ALE-Chef dem neuen Markt „immer beste Geschäfte“.
Bildunterschrift: Fünf lächelnde Männer stehen nebeneinander vor dem neuen Geschäft und freuen sich über die Eröffnung: (v. l.) Landrat Markus Gläser, Ellingens Bürgermeister Güngör Bulduk, Betreiber Martin Lettenmeier, Behördenleiter Wolfgang Neukirchner und Projektbegleiter Rolf Horneber wünschen dem neuen Dorfladen gute Geschäfte. Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken


