410 neue Wohnungen im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen gebaut

von | 3. Juni 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Neu­es Woh­nen im Land­kreis: Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ins­ge­samt 410 Woh­nun­gen neu gebaut – dar­un­ter 259 in Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern. Das sind 203 Woh­nun­gen mehr als im Vor­jahr. Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser, Rei­hen- und Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser: Ins­ge­samt inves­tier­ten die Bau­her­ren im ver­gan­ge­nen Jahr im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen rund 92,6 Mil­lio­nen Euro für den Woh­nungs­neu­bau. Das teilt die Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt mit. Die IG BAU Mit­tel­fran­ken beruft sich dabei auf aktu­el­le Zah­len des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes.

Für das lau­fen­de Bau­jahr warnt die IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­de Iris San­to­ro vor einem Abwärts­trend: „Bau­vor­ha­ben wer­den auf Eis gelegt. Denn hohe Bau­kos­ten tref­fen auf hohe Zin­sen und hohe Hür­den beim Bau­en durch staat­li­che Auf­la­gen und Vor­schrif­ten. Das ist ein toxi­scher Mix für den Woh­nungs­bau.“ Die Kauf­prei­se beim Neu­bau sei­en längst „aus den Fugen gera­ten“ und die Mie­ten „klet­tern enorm nach oben“ – vor allem bei neu gebau­ten Woh­nun­gen.

Ent­schei­dend sei jetzt, was gebaut wer­de: „Die Woh­nun­gen müs­sen zur Lohn­tü­te der Men­schen pas­sen. Es kommt dar­auf an, vor allem bezahl­ba­re Woh­nun­gen und Sozi­al­woh­nun­gen zu bau­en“, sagt die Vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken, Iris San­to­ro.

Gebraucht wer­de jetzt ein „Boos­ter für den Neu­bau“ von sozia­len und bezahl­ba­ren Woh­nun­gen. San­to­ro appel­liert an die hei­mi­schen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten, sich in Ber­lin für ein „mas­si­ves Auf­sto­cken der För­der­gel­der“ stark zu machen. Aber auch das Land Bay­ern sei mehr gefor­dert.

„Für mehr Sozi­al­woh­nun­gen und für mehr bezahl­ba­re Woh­nun­gen muss der Staat – müs­sen Bund und Län­der – bis 2025 min­des­tens 72 Mil­li­ar­den Euro in die Hand neh­men“, sagt Iris San­to­ro. Die Gewerk­schaf­te­rin beruft sich dabei auf Berech­nun­gen von zwei Woh­nungs­bau-Stu­di­en, die die IG BAU beim Pest­el-Insti­tut (Han­no­ver) und beim Bau­for­schungs­in­sti­tut ARGE (Kiel) mit in Auf­trag gege­ben hat.

Kon­kret wer­de ein Son­der­ver­mö­gen von 50 Mil­li­ar­den Euro für den sozia­len Woh­nungs­bau benö­tigt. „Nur dann kann es noch klap­pen, bun­des­weit 100.000 Sozi­al­woh­nun­gen pro Jahr zu bau­en“, so die IG BAU-Bezirks­chefin. Zusätz­lich sei­en 22 Mil­li­ar­den Euro für den Neu­bau von 60.000 bezahl­ba­ren Woh­nun­gen drin­gend erfor­der­lich. Davon pro­fi­tie­re schließ­lich auch der Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen.

Außer­dem drängt die IG BAU auf ein „schlan­ke­res Bau­ge­setz­buch“: „Es geht um das Durch­fors­ten von Geset­zen, Ver­ord­nun­gen und Nor­men, auf das die Bran­che seit Jah­ren war­tet. Das muss jetzt pas­sie­ren – und nicht irgend­wann im nächs­ten Jahr“, for­dert San­to­ro.

Foto: Indus­trie­ge­werk­schaft — Bau­en-Agrar-Umwelt — Bezirks­ver­band Mit­tel­fran­ken