Jucken­de Haut­aus­schlä­ge nach Auf­ent­hal­ten im Frei­en: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen infor­miert über mög­li­che Ursa­chen und Schutz­maß­nah­men

In den ver­gan­ge­nen Wochen wur­den dem Gesund­heits­amt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ver­mehrt Fäl­le von jucken­den Haut­aus­schlä­gen gemel­det, die nach Auf­ent­hal­ten im Frei­en auf­ge­tre­ten sind. Als mög­li­che Ursa­chen kom­men der­zeit ins­be­son­de­re Kon­tak­te mit den Brenn­haa­ren von Rau­pen des Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ners, Bis­se von Gras­mil­ben sowie bei Beschwer­den nach dem Baden in natür­li­chen Gewäs­sern soge­nann­te Zer­ka­ri­en in Betracht.

Das Land­rats­amt weist dar­auf hin, dass die Beschwer­den zwar in der Regel unan­ge­nehm, jedoch meist gesund­heit­lich nicht schwer­wie­gend sind. Betrof­fe­ne soll­ten die jewei­li­gen Ursa­chen ken­nen und geeig­ne­te Schutz­maß­nah­men beach­ten.

Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ner: Brenn­haa­re kön­nen Haut­re­ak­tio­nen aus­lö­sen

Der Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ner ist ein Nacht­fal­ter, des­sen Rau­pen von Mai bis Juli auf Eichen vor­kom­men. Die Rau­pen bil­den ab dem drit­ten Lar­ven­sta­di­um fei­ne Brenn­haa­re aus, die das Nes­sel­gift Thau­me­to­po­ein ent­hal­ten. Die Haa­re kön­nen durch den Wind über grö­ße­re Ent­fer­nun­gen ver­brei­tet wer­den und auch noch lan­ge Zeit in alten Gespinst­nes­tern aktiv blei­ben. Ein Kon­takt mit den Brenn­haa­ren kann zu stark jucken­den Haut­aus­schlä­gen, Rötun­gen und Quad­deln füh­ren. Dar­über hin­aus sind Augen­rei­zun­gen, Atem­wegs­be­schwer­den oder all­er­gi­sche Reak­tio­nen mög­lich.

Geeig­ne­te Schutz­maß­nah­men sind des­halb: Befal­le­ne Eichen und abge­sperr­te Berei­che mei­den, Gespinst­nes­ter nicht berüh­ren oder eigen­stän­dig ent­fer­nen, bei Auf­ent­hal­ten in betrof­fe­nen Gebie­ten mög­lichst lan­ge Klei­dung tra­gen, nach dem Auf­ent­halt Klei­dung wech­seln und bei min­des­tens 60 Grad waschen sowie Haut und Haa­re gründ­lich rei­ni­gen.

Gras­mil­ben: Sai­son mit erhöh­ter Akti­vi­tät

Auch Gras­mil­ben, ins­be­son­de­re die Lar­ven der Herbst­gras­mil­be, sind der­zeit ver­stärkt aktiv. Die win­zi­gen Lar­ven hal­ten sich bevor­zugt in Wie­sen, Gär­ten, Parks und an Weg­rän­dern auf. Sie ste­chen nicht, son­dern rit­zen die obers­te Haut­schicht an und neh­men Gewebs­flüs­sig­keit auf. Typisch sind stark jucken­de Haut­ver­än­de­run­gen, die häu­fig erst meh­re­re Stun­den nach dem Auf­ent­halt im Frei­en auf­tre­ten. Beson­ders betrof­fen sind Berei­che mit engem Klei­dungs­ab­schluss wie Knö­chel, Knie­keh­len, Leis­ten oder die Tail­le.

Geeig­ne­te Schutz­maß­nah­men sind des­halb: Bei Auf­ent­hal­ten in hohem Gras mög­lichst geschlos­se­ne Schu­he und lan­ge Klei­dung tra­gen, nach Gar­ten­ar­beit oder Spa­zier­gän­gen duschen und Klei­dung wech­seln, Rasen­flä­chen im häus­li­chen Umfeld kurz hal­ten sowie der Ein­satz von Repell­ents (abschre­cken­de Wirk­stof­fe gegen Schäd­lin­ge), wel­che die Zahl der Bis­se teil­wei­se redu­zie­ren kön­nen.

Zer­ka­ri­en: Haut­aus­schlag nach dem Baden in Seen

Tre­ten Haut­aus­schlä­ge vor allem nach dem Baden in einem See auf, kann es sich um eine soge­nann­te Zer­ka­ri­en-Der­ma­ti­tis („Bade­der­ma­ti­tis“) han­deln. Zer­ka­ri­en sind Lar­ven bestimm­ter Saug­wür­mer, die natür­li­cher­wei­se Was­ser­vö­gel als Wir­te nut­zen. Gelan­gen die Lar­ven ver­se­hent­lich auf die mensch­li­che Haut, kön­nen sie die­se kurz­zei­tig durch­drin­gen, ster­ben jedoch anschlie­ßend ab. Die Fol­gen sind jucken­de rote Fle­cken oder klei­ne Quad­deln, die meist eini­ge Stun­den bis Tage nach dem Baden auf­tre­ten. Die Erkran­kung ist unan­ge­nehm, aber in der Regel unge­fähr­lich und nicht anste­ckend. Beson­ders bei war­men Tem­pe­ra­tu­ren und län­ger anhal­ten­den Hit­ze­pe­ri­oden kön­nen Zer­ka­ri­en in fla­chen, ufer­na­hen Berei­chen von Seen ver­mehrt auf­tre­ten.

Geeig­ne­te Schutz­maß­nah­men sind des­halb: Nach dem Baden den Kör­per mög­lichst sofort gründ­lich abtrock­nen, län­ge­re Auf­ent­hal­te in fla­chen Ufer­zo­nen ver­mei­den, Bade­klei­dung nach dem Schwim­men wech­seln sowie Hin­wei­se der zustän­di­gen Behör­den und Bade­see­be­trei­ber beach­ten.

Was tun bei Beschwer­den?

Bei leich­tem Ver­lauf klin­gen die Beschwer­den meist inner­halb weni­ger Tage von selbst ab. Küh­len­de Umschlä­ge sowie juck­reiz­lin­dern­de Sal­ben kön­nen die Sym­pto­me lin­dern. Bei star­ken Beschwer­den, aus­ge­präg­ten all­er­gi­schen Reak­tio­nen, Atem­not oder anhal­ten­den Sym­pto­men soll­te ärzt­li­cher Rat ein­ge­holt wer­den. Das Gesund­heits­amt beob­ach­tet die Situa­ti­on wei­ter­hin auf­merk­sam und steht für fach­li­che Rück­fra­gen zur Ver­fü­gung.

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