Ab in den Frühling – so macht Radfahren glücklich

von | 8. April 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

  • Kurz­stre­cken: Neue Rou­ti­nen und schö­ne Rou­ten für All­tags­we­ge
  • Für die fahr­rad­freund­li­che Stadt: mit bun­ten Aktio­nen Zei­chen set­zen
  • Fahr­rad­stell­plät­ze und tem­po­rä­re Rad­we­ge: So wer­den Sie aktiv

(red). Die wär­me­re Jah­res­zeit lädt ein, wie­der aufs Rad zu stei­gen. Rei­fen auf­pum­pen, Ket­te ölen, ein paar Schrau­ben nach­zie­hen: Viel mehr ist oft nicht nötig und auch Fahr­rä­der, die im Kel­ler über­win­tert haben, sind wie­der start­klar. Chris­ti­ne Wenzl, Nach­hal­tig­keits­exper­tin beim Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND) erklärt, wie Sie gut in die Rad­sai­son star­ten und dabei nicht nur die eige­ne Lebens­qua­li­tät stei­gern, son­dern auch Ihre Umge­bung ver­schö­nern.

Gesund­heits­för­dernd und umwelt­freund­lich

Rad­fah­ren ist gesund und macht glück­lich. Es gibt wohl kaum einen gesün­de­ren Aus­dau­er­sport: Mit regel­mä­ßi­gem Trai­ning nimmt das Herz­vo­lu­men zu, die Blut­ge­fä­ße wer­den elas­ti­scher, und das Gehirn wird bes­ser durch­blu­tet. Bereits 30 Minu­ten täg­li­che Bewe­gung stei­gern Gesund­heit und Wohl­be­fin­den erheb­lich. Zugleich pro­fi­tiert die Umwelt.

Chris­ti­ne Wenzl, BUND-Exper­tin für Nach­hal­tig­keit: „Mit jedem Weg, den wir nicht mit dem Pkw, son­dern mit dem Rad zurück­le­gen, ver­klei­nern wir unse­ren CO2-Fuß­ab­druck und leis­ten einen Bei­trag für bes­se­re Luft und weni­ger Lärm. Ver­kehrs­be­ru­hig­te städ­ti­sche Quar­tie­re bie­ten mehr Sicher­heit und ver­bes­sern damit die Lebens­qua­li­tät für uns alle – beson­ders aber für Kin­der und älte­re Men­schen.“

Kurz­stre­cken-Rou­ti­ne auf­bau­en

Jeder zwei­te Weg, der mit dem Auto zurück­ge­legt wird, ist kür­zer als fünf Kilo­me­ter. Ein Vier­tel aller Auto­fahr­ten sind sogar kür­zer als zwei Kilo­me­ter. Doch gera­de auf Kurz­stre­cken ist der Sprit­ver­brauch erhöht: bei kal­tem Motor auf den ers­ten zwei Kilo­me­tern bis zu 200 Pro­zent. Mit der rich­ti­gen Aus­rüs­tung wie wet­ter­fes­ter Klei­dung, Helm, Fahr­rad­ta­schen oder Anhän­ger, dem pas­sen­den Fahr­rad und etwas Trai­ning wird das Rad­fah­ren schnell zur bes­se­ren Alter­na­ti­ve. Oft lässt sich das Rad auch gut mit dem öffent­li­chen Nah­ver­kehr kom­bi­nie­ren, indem Sie einen Teil der Stre­cke mit Bus oder Bahn zurück­le­gen. Ins­be­son­de­re im länd­li­chen Raum kön­nen Pedelecs für län­ge­re Wege bis zehn Kilo­me­tern und die noch etwas schnel­le­ren S‑Pedelecs auf Stre­cken über zehn Kilo­me­ter eine sinn­vol­le Alter­na­ti­ve zum Auto sein.

Chris­ti­ne Wenzl emp­fiehlt: „Für den Anfang bie­ten sich viel­leicht schon ein oder zwei All­tags­we­ge pro Woche an, um neue Rou­ti­nen zu eta­blie­ren. Etwa der Weg ins Fit­ness­stu­dio oder zum Sport­ver­ein. Das lässt sich lang­sam stei­gern. Und für den Weg zur Arbeit lässt sich mit einem klei­nen Umweg viel­leicht eine Rou­te fin­den, die grü­ner und ruhi­ger ist als der gewohn­te Weg ent­lang der Haupt­stra­ße.“

Bun­te Aktio­nen für fahr­rad­freund­li­che Städ­te

„Fahr­rad­fah­ren hat gesell­schaft­lich stark an Bedeu­tung gewon­nen. Sowohl die Anzahl der Wege wächst, die mit dem Rad zurück­ge­legt wer­den, als auch die Zahl gut aus­ge­bau­ter Fahr­rad­we­ge. In den letz­ten Jah­ren ist eine neue Fahr­rad-Bewe­gung ent­stan­den. Ob Cri­ti­cal Mass, Fahr­rad-Stern­fahr­ten oder Pro­test­ak­tio­nen für geschütz­te Rad­fahr­strei­fen: Zig­tau­send Men­schen machen Jahr für Jahr mit Aktio­nen wie die­sen fürs Rad­fah­ren mobil“, erklärt Chris­ti­ne Wenzl.

Eine Cri­ti­cal Mass etwa lässt sich auch leicht selbst orga­ni­sie­ren: Laut Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung dür­fen mehr als 15 Rad­fah­ren­de auf der Fahr­bahn einen geschlos­se­nen Ver­band bil­den und dann auch zu zweit neben­ein­an­der auf der Fahr­bahn fah­ren. Chris­ti­ne Wenzl rät den­noch eine Fahr­rad­de­mons­tra­ti­on anzu­mel­den: „Denn dann kön­nen Sie auch poli­ti­sche Bot­schaf­ten und For­de­run­gen in Form von Pla­ka­ten etc. trans­por­tie­ren. Eine sol­che Fahrt durch die Stadt eig­net sich bes­tens, um ein Zei­chen für mehr Platz für den Rad­ver­kehr zu set­zen.“

Für siche­re Fahr­rad­we­ge und Stell­plät­ze auch in Ihrer Stadt

Die BUND-Exper­tin ermu­tigt Bürger*innen, auch auf dem Behör­den­weg bes­se­re Bedin­gun­gen für den Rad­ver­kehr vor Ort ein­zu­for­dern: „Kon­kret kön­nen Sie sich für Fahr­rad­stell­plät­ze in ihrer Stra­ße, gut ein­seh­ba­re Kreu­zun­gen oder einen tem­po­rä­ren Fahr­rad­weg ein­set­zen. Ers­ter Ansprech­part­ner ist das zustän­di­ge Ver­kehrs­amt. Dort kön­nen Sie in einem form­lo­sen Antrag, zum Bei­spiel direkt mit einer E‑Mail, ihr Anlie­gen vor­tra­gen. Wich­tig ist es, Grün­de zu nen­nen, war­um die Maß­nah­me nötig ist. Dabei hilft es, wenn Sie nach­wei­sen kön­nen, dass vie­le Men­schen sich die Ver­än­de­rung wün­schen, etwa durch eine Unter­schrif­ten­samm­lung.“

Das kos­ten­lo­se BUND-Hand­buch „Rad­ver­kehr sel­ber machen!“ bie­tet zahl­rei­che Tipps und Anre­gun­gen, wie Sie sich an Ihrem Wohn­ort für eine fahr­rad­freund­li­che­re Umge­bung ein­set­zen kön­nen. Das lohnt sich in mehr­fa­cher Hin­sicht. „Die Fahr­rad­be­we­gung ver­eint Kli­ma­schutz und Stadt­po­li­tik, das Loka­le und Glo­ba­le und: Sie zeigt Wir­kung. Machen Sie mit. Denn das Schö­ne am The­ma Rad­ver­kehr ist: Das eige­ne Enga­ge­ment hat ganz kon­kre­te, sicht­ba­re Aus­wir­kun­gen“, weiß Chris­ti­ne Wenzl.

Der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND) ist mit ins­ge­samt über 674.000 Mit­glie­dern und Unterstützer*innen einer der größ­ten Umwelt­ver­bän­de Deutsch­lands. Seit 50 Jah­ren enga­giert er sich unter ande­rem für eine öko­lo­gi­sche Land­wirt­schaft, den Kli­ma­schutz, den Schutz bedroh­ter Arten, des Wal­des und des Was­sers. Finan­ziert durch Spen­den und Mit­glieds­bei­trä­ge ist der BUND unab­hän­gig von Poli­tik und Wirt­schaft.

Foto: Pix­a­bay