Abflug: Erster Wanderfalke an der Kaiserburg ausgeflogen

von | 22. Mai 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Nürn­berg (red). Nach knapp 40 Tagen Brut­dau­er und wei­te­ren gut 40 Tagen Jun­gen­auf­zucht war es heu­te soweit: Gegen Mit­tag hat der ers­te Jung­vo­gel des dies­jäh­ri­gen Gele­ges den Horst frei­wil­lig ver­las­sen. Nach­dem am Mon­tag bei Flug­übun­gen bereits einer der Jung­vö­gel vom Abflug­git­ter gefal­len und unbe­scha­det auf dem Dach unter­halb des Hors­tes gelan­det ist, bekommt die­ser Jung­vo­gel nun Gesell­schaft von sei­nen Geschwis­tern.

In den Tagen nach dem ers­ten Abflug ist die Flug­mus­ku­la­tur der Jung­vö­gel noch nicht aus­rei­chend aus­ge­bil­det, um wie­der zum Horst hoch zu flie­gen, sodass sich die juve­ni­len Fal­ken meist unter­halb des Hors­tes oder auf Dächern in der nähe­ren Umge­bung auf­hal­ten. In den kom­men­den Tagen wer­den sie durch Flü­gel­schla­gen und klei­ne­re Sprün­ge wei­ter ihre Flug­mus­ku­la­tur stär­ken, um dann auch wie­der zum Brut­platz zurück­zu­keh­ren. Da sie aktu­ell noch nicht selbst jagen kön­nen, wer­den sie auch in den kom­men­den Wochen wei­ter­hin von den Alt­vö­geln mit Nah­rung ver­sorgt. Sobald die jun­gen Fal­ken aus­rei­chend trai­niert sind, ler­nen sie von den Alt­vö­geln selbst zu jagen. Dabei nut­zen die adul­ten Tie­re teil­wei­se bereits geschla­ge­ne Beu­te und las­sen sie in der Luft fal­len. Der Nach­wuchs muss dann ver­su­chen die­sen Vogel zu fan­gen. Dabei voll­füh­ren sowohl die juve­ni­len als auch adul­ten Tie­re teil­wei­se spek­ta­ku­lä­re Flug­ma­nö­ver. Mit etwas Glück sind die­se auch in der Nähe der Kai­ser­burg zu beob­ach­ten.

Nach­dem die jun­gen Wan­der­fal­ken in den kom­men­den Mona­ten das Jagen ler­nen und ihre Flug­küns­te per­fek­tio­nie­ren wer­den, wird sich der Fami­li­en­ver­bund ab Anfang August zuneh­mend auf­lö­sen. Die Jung­tie­re zie­hen dann teil­wei­se bis nach Spa­ni­en und Por­tu­gal, wo sie ihren ers­ten Win­ter ver­brin­gen wer­den. Die Alt­vö­gel, zumin­dest die der Kai­ser­burg, blei­ben meis­tens in Nürn­berg und sind auch immer mal wie­der am Brut­platz zu sehen.

Neben den Fal­ken gibt es auf dem Gelän­de der Kai­ser­burg aber auch noch eini­ge wei­te­re Arten und Lebens­räu­me zu ent­de­cken. Seit Beginn des Pro­jek­tes ‚Lebens­raum Burg‘ im Jahr 2013 wur­den über 2.000 ver­schie­de­ne Pflan­zen- und Tier­ar­ten auf dem etwa 65 Hekt­ar gro­ßen Burg­ge­län­de kar­tiert. Wer Inter­es­se hat, kann Tei­le die­ser gro­ßen Viel­falt im Rah­men der dies­jäh­ri­gen Füh­run­gen ken­nen­ler­nen. Im Juni und August wer­den je zwei Füh­run­gen zu Fle­der­mäu­sen bzw. Insek­ten auf dem Gelän­de der Kai­ser­burg statt­fin­den. Schau­en Sie ger­ne vor­bei und las­sen Sie sich von der Welt der jewei­li­gen Arten­grup­pe begeis­tern!

Anmel­dun­gen sind per Mail unter Anga­be des Namens und der gewünsch­ten Füh­rung unter biodiversitaet@reg-mfr.bayern.de mög­lich. Wir wür­den uns freu­en, Sie bei einer der Füh­run­gen begrü­ßen zu dür­fen.

Foto: Dr. Ste­fan Böger – Regie­rung von Mit­tel­fran­ken