Wissen vermitteln, das Gefahrenbewusstsein schärfen, den Überblick im Straßenverkehr gewinnen und dadurch Verkehrsunfälle verhindern – das sind einige der Ziele der Jugendverkehrsschule. Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherheit unserer Kinder.
Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen werden zunächst in den Grundschulen im theoretischen Teil der Radfahrausbildung unterrichtet. Anschließend geht es für insgesamt zehn Unterrichtseinheiten auf die Verkehrsübungsplätze.
Dort zeigt sich schnell, dass vieles, was in der Theorie logisch erscheint, in der Praxis deutlich schwieriger ist. Fragen wie:
- Wie komme ich sicher von zu Hause auf die Straße?
- Wie fahre ich sicher an einem geparkten PKW vorbei?
- Was bedeutet „Rechts vor Links“?
- Wie verhalte ich mich an einer Ampel oder bei vorfahrtsregelnden Verkehrszeichen?
- Was ist zu tun, wenn ein Polizeibeamter den Verkehr regelt?
- Wie lauten die acht Punkte des Linksabbiegens und wie ordne ich mich auf den unterschiedlichen Straßen richtig ein?
müssen plötzlich nicht mehr nur beantwortet, sondern auch sicher umgesetzt werden.
Diese zehn Unterrichtseinheiten umfassen ein anspruchsvolles und eng getaktetes Ausbildungsprogramm, bei dem sicherlich auch der eine oder andere Erwachsene ins Grübeln kommen würde.
Umso wichtiger ist es, dass Kinder bereits vor der Jugendverkehrsschule sicher Fahrrad fahren können. Das Fahrrad fördert nicht nur die Selbstständigkeit, sondern vermittelt auch Sicherheit im täglichen Straßenverkehr.
Leider kommen in den vergangenen Jahren immer häufiger Kinder auf die Verkehrsübungsplätze, die nicht nur unsicher, sondern teilweise gar nicht Fahrrad fahren können. Einige können deshalb am praktischen Unterricht nicht teilnehmen. Andere haben Schwierigkeiten, einhändig zu fahren, Handzeichen zu geben oder den wichtigen Schulterblick sicher auszuführen.
Gerade das Umschauen über die linke Schulter ist jedoch ein elementarer Bestandteil des sicheren Radfahrens. Wer beim Linksabbiegen den Gegenverkehr übersieht, bringt sich schnell in eine lebensgefährliche Situation. Selbst Erwachsene haben mit solchen Verkehrslagen immer wieder Probleme – beispielsweise an der Kreuzung Kaufland/Hörnlein in Weißenburg.
Aus diesem Grund wird das Linksabbiegen während der Ausbildung besonders intensiv geübt. Von Unterrichtseinheit zu Unterrichtseinheit gewinnen die Kinder mehr Sicherheit und setzen das Gelernte immer besser um. Den Abschluss bilden die theoretische und die praktische Radfahrprüfung.
Nun gilt: Übung macht den Meister.
Deshalb unsere Bitte an alle Eltern: Üben Sie nach der bestandenen Radfahrprüfung regelmäßig mit Ihren Kindern. Nur durch ständiges Wiederholen werden die erlernten Abläufe zur Routine.
Ebenso wichtig ist die Vorbildfunktion der Erwachsenen. Wer selbst die Verkehrsregeln einhält, vermittelt seinen Kindern ganz selbstverständlich richtiges Verhalten im Straßenverkehr. Dazu gehören auch ein verkehrssicheres Fahrrad, gut sichtbare Kleidung und ein passender Fahrradhelm.
Radfahrer gehören – ebenso wie Fußgänger – zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Umso wichtiger ist gegenseitige Rücksichtnahme.
Es gilt deshalb für alle Verkehrsteilnehmer – ob mit oder ohne Motor:
„Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“
Im Schuljahr 2025/2026 nahmen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen insgesamt 975 Schülerinnen und Schüler von 987 Kindern an der Ausbildung der Jugendverkehrsschule teil. 956 Kinder schlossen die Ausbildung erfolgreich ab. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 98 Prozent.
Im Bereich der Polizeiinspektion Weißenburg – hierzu zählen die Grundschulen Weißenburg, Pleinfeld, Ellingen, Nennslingen, Alesheim-Emetzheim, die Altmühlfranken-Schule sowie die Montessori-Schule – wurden insgesamt 389 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. 385 Kinder bestanden die Radfahrprüfung. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 99 Prozent.
Bildunterschrift: Auf dem Foto ist eine Klasse der Grundschule Weißenburg zu sehen. Auf dem Bild sind neben den Schülerinnen und Schülern, ihre Lehrerin, Frau Greul, sowie die beiden Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Weißenburg, PHMín Wieser, PI Treuchtlingen (links) und PHM Amberger, PI Weißenburg (rechts). Foto: Grundschule Weißenburg


