MdL Harry Scheuenstuhl (SPD): „Unser Dringlichkeitsantrag zur Blaualgenproblematik wird nun im Bayerischen Landtag behandelt. CSU und Freie Wähler müssen offiziell Stellung beziehen.“
München/Weißenburg-Gunzenhausen (red). Der Altmühlsee ist in den Jahren seit 2010 immer wieder durch sommerliche Blaualgenplagen in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit gerückt. Daher wurden in jüngster Zeit vermehrt Badeverbote oder Badewarnungen durch das für die Überwachung zu ständige Gesundheitsamt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen ausgesprochen.
Dem zuständigen SPD-Landtagsabgeordneter Harry Scheuenstuhl (Lkr. Fürth) reichte es nun. Er möchte, dass sich an er Situation vor Ort zügig etwas ändert. Daher fordern er und die Mitglieder der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag die Staatsregierung mit Hilfe eines nun eingebrachten Dringlich keitsantrages auf, umgehend umfassende Schritte einzuleiten, um der Blaualgenproblematik im Altmühlsee und weiteren betroffenen Gewässern im Freistaat nachhaltig und wirksam entgegenzutreten. Die SPD möchte hierzu ein integrierten Sanierungs- und Präventionskonzepts erarbeiten lassen, das unter anderem auf die Verminderung des Nährstoffeintrags aus Landwirtschaft und anderen Quellen abzielt, alle beteiligten Akteure aus Landwirtschaft, Tourismus, Kommunen sowie Behörden einbindet und die Ziele und Vorgaben der Bayerischen Badegewässerverordnung (BayBadeGewV) sowie der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) berücksichtigt und einhält. „Während CSU und Freie Wähler immer wieder auf vergangene Investitionen verweisen, ist es nach wie vor Realität, dass die Badestrände vor Ort während der Hauptsaison in den Sommermonaten Juli und August überwiegend geschlossen bleiben, mit negativen Auswirkungen für Tourismus und Fischerei.“, berichtet Scheuenstuhl.
Durch Hochwasser gelangt Phosphor aus der Landwirtschaft in den See, der wiederum das Wachstum der Blaualgen, gerade bei sommerlichen Temperaturen, stark begünstig. „Eine intelligente Steuerung von landwirtschaftlich genutzten Drainagen auf geeigneten Flächen kann deshalb einen wichtigen Bei trag zum Hochwasserschutz und der Steuerung des Wasserrückhaltes bei Trockenheit leisten sowie die Austragung von Phosphor und anderer Stoffe mindern. Hier sehen wir ebenfalls viel Potenzial für den Altmühlsee und andere betroffene Gewässer.“, erklärt Scheuenstuhl stellvertretend für seine Fraktion. Aus diesem Grund fordert die Landtags-SPD in ihrem Dringlichkeitsantrag auch eine entsprechende wissenschaftliche Projektförderung solcher „smarten Drainagesysteme“ für Bayern, wie es sie
bereits seit 2024 in Baden-Württemberg gibt. „Der Altmühlsee käme meiner Meinung nach als Stand ort für ein solches Forschungsvorhaben in Frage.“, so Scheuenstuhl, selbst gelernter Umweltschutzingenieur und in diesem Bereich lange Jahre am benachbarten Landratsamt in Ansbach tätig.
Für die Landtags-SPD jedenfalls steht fest: Nach all der Zeit sind endlich nachhaltige Ansätze notwendig, die über künstliche Barrieren, Filtrierung und Fangnetze hinausgehen. Diese Maßnahmen bekämpfen die Symptome, entbinden aber keineswegs davon, dass insgesamt weniger Nährstoffe in solche belasteten Gewässer eingetragen werden müssen. „Nur so kann garantiert werden, dass der zweitgrößte See Mittelfrankens über Landkreisgrenzen hinaus weiterhin eine Attraktion bleibt und die negativen ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region überwunden werden.“, sagt Scheuenstuhl und richtet seinen Blick auf die anstehenden Beratungen im Landwirtschaftsausschuss in der kommenden Woche. „CSU und Freie Wähler müssen nun offiziell Stellung beziehen. Sollte ihnen das Schicksal der Altmühlsee-Region als beliebtes Erholungsgebiet am Herzen liegen, erwarten wir selbstverständlich Zustimmung zu unserem Dringlichkeitsantrag!“
Foto: MdL Harry Scheuenstuhl


