PROGNOS-Zukunftsatlas 2025: Altmühlfranken rückt deutlich vor

von | 14. Juli 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Alt­mühl­fran­ken (red). Erfreu­li­che Zah­len hat der Zukunfts­at­las 2025 der Pro­g­nos AG für den Wirt­schafts­stand­ort Alt­mühl­fran­ken (Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen). Der Stand­ort ver­bes­ser­te sich gegen­über 2022 von Rang 300 auf Rang 195. Er liegt jetzt im obe­ren Mit­tel­feld der 400 deut­schen Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te.

Beson­ders ein­drucks­voll ist der Sprung im The­men­feld Arbeits­markt: Dort klet­ter­te der Land­kreis von Platz 378 auf 129, gemes­sen wur­den hier die Indi­ka­to­ren sin­ken­de Arbeits­lo­sig­keit, Arbeits­platz­dich­te oder Schul­ab­bre­cher­quo­te. Auch im Bereich Wohl­stand und sozia­le Lage ver­bes­ser­te sich Alt­mühl­fran­ken deut­lich (von Rang 137 auf 77). Bei der „Dyna­mik“ – etwa Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung oder Wan­de­rungs­sal­do jun­ger Erwach­se­ner – ging es von Platz 379 auf 153 nach oben.

Inno­va­ti­on – Zen­tra­les Ele­ment der Wirt­schafts­stand­ort­stra­te­gie

Einen Dämp­fer gab es im Seg­ment Wett­be­werb und Inno­va­ti­on: Hier rutsch­te der Land­kreis von Rang 276 auf 337 ab. Für Land­rat Manu­el West­phal ist das jedoch kein Grund zur Beun­ru­hi­gung: „Die von Pro­g­nos her­an­ge­zo­ge­nen Kri­te­ri­en wie Patent­an­mel­dun­gen, Grün­dun­gen oder For­schungs­vo­lu­men sind für einen klein- und mit­tel­stän­disch gepräg­ten Raum wie unse­ren natur­ge­mäß her­aus­for­dernd, weil mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men in die­sen The­men nicht so stark wie Kon­zer­ne sind. Wir dür­fen hier kei­ne Rie­sen­sprün­ge erwar­ten.“ Ein wei­te­rer Indi­ka­tor im Feld Wett­be­werb und Inno­va­ti­on ist die Erreich­bar­keit von Auto­bah­nen oder ICE-Hal­ten sowie Flug­ha­fen­nä­he. Auch das sei bekann­ter­ma­ßen im Land­kreis nicht opti­mal. Nicht­de­sto­trotz nimmt die Wirt­schafts­för­de­rung die schlech­te­re Plat­zie­rung sehr ernst. Die Wirt­schafts­för­de­rung han­de­le bereits. „Das The­ma Inno­va­ti­on und Wett­be­werbs­fä­hig­keit ist für die Wirt­schafts­för­de­rung essen­zi­ell und zen­tra­ler Bestand­teil der Wirt­schafts­stand­ort­stra­te­gie. Die ver­stärk­te Zusam­men­ar­beit mit dem kunst­stoff­cam­pus bay­ern und die Stel­le der Inno­va­ti­ons­lot­sen für Kunst­stoff- und Metall­ver­ar­bei­tung in der Wirt­schafts­för­de­rung des Land­krei­ses bezie­hungs­wei­se für Natur­stein, Bau­en und Woh­nen in der Wirt­schafts­för­de­rung der Stadt Treucht­lin­gen sind wich­ti­ge Säu­len der neu­en Wirt­schafts­stand­ort­stra­te­gie“, betont Sabi­ne Unter­land­staett­ner, die Lei­te­rin der Wirt­schafts­för­de­rung. „Wir set­zen sie seit Ende 2024 um und wol­len hier in den nächs­ten Jah­ren deut­li­che Zei­chen set­zen.“

Tie­fen­schär­fe durch stand­ort­spe­zi­fi­sche Ana­ly­se

Die tie­fer­ge­hen­de Bewer­tung des Wirt­schafts­stand­orts erfolg­te 2023 im Rah­men besag­ter Wirt­schafts­stand­ort­stra­te­gie durch die Len­nardtund­Bir­ner GmbH. Im Unter­schied zu Pro­g­nos, das mit 31 eher all­ge­mei­nen Indi­ka­to­ren arbei­tet, ver­glich Len­nardtund­Bir­ner über 120 Indi­ka­to­ren in mehr als zehn The­men­blö­cken. Alle Daten wur­den über einen Zehn-Jah­res-Zeit­raum und mit ähn­li­chen Wett­be­werbs­stand­or­ten ver­gli­chen. Die ein­zel­nen Indi­ka­to­ren wur­den nicht wie bei Pro­g­nos zusam­men­ge­fasst, son­dern ein­zeln bewer­tet – mit Blick auf Umset­zungs­po­ten­zia­le. So wur­de etwa die Wohn­bau­ak­ti­vi­tät als wich­ti­ger Indi­ka­tor für die Fach­kräf­te­si­che­rung betrach­tet. Der Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen liegt hier deut­lich über Lan­des- und Bun­des­ni­veau. Die­ser star­ke Stand­ort­fak­tor fließt bei Pro­g­nos gar nicht ein, obwohl die­ser ein wich­ti­ger Plus­punkt bezüg­lich der nega­ti­ven demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung in länd­li­chen Regio­nen ist. Dass Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen sich im Demo­gra­fie­in­dex bei Pro­g­nos ver­schlech­ter­te, ist für die Wirt­schafts­för­de­rung vor die­sem Hin­ter­grund kri­tisch zu sehen.

Bran­chen­spe­zi­fi­sche Ent­wick­lun­gen oder auf­stre­ben­de Wert­schöp­fungs­ket­ten sei­en eben­falls nicht berück­sich­tigt. Unter­land­staett­ner: „Auf die Natur­stein-Bran­che mit Bau­en und Woh­nen als Zukunfts-Kom­pe­tenz­feld kommt Pro­g­nos für Alt­mühl­fran­ken nicht, dazu ist die Ana­ly­se zu all­ge­mein.“

„Natür­lich schau­en auch wir immer mit Span­nung auf den Zukunfts­at­las“, sagt Land­rat West­phal. „Aber nach­dem wir bereits eine auf sehr spe­zi­fi­schen Stand­ort­fak­ten basie­ren­de und wesent­lich detail­lier­te­re Wirt­schafts­stand­ort­stra­te­gie haben, bin ich hier inzwi­schen ent­spannt. Wir sehen unse­ren Weg bestä­tigt und wer­den ihn kon­se­quent wei­ter­ge­hen. Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass wir als länd­li­cher Land­kreis in Bay­ern auf einem star­ken Weg sind – mit sta­bi­ler Basis und kla­ren Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ven.“

Beglei­tend zum Pro­g­nos-Zukunfts­at­las gibt es zum 20-jäh­ri­gen Jubi­lä­um eine dyna­mi­sche Kar­te, die Zukunfts­pro­jek­te der Regio­nen dar­stellt. Auch hier ist der Land­kreis mit sechs Zukunfts­pro­jek­ten stark ver­tre­ten (Medi­zi­ni­sche Nach­wuchs­ge­win­nung im länd­li­chen Raum, Über­re­gio­na­le Initia­ti­ve: Errich­tung Hos­piz, Digi­ta­ler Ener­gie­nut­zungs­plan, Kli­ma­re­si­li­enz in Alt­mühl­fran­ken, Inno­va­tions- und Kunst­stoff­zen­trum am kunst­stoff­cam­pus bay­ern, Stand­ort­mar­ke­ting Wirt­schafts­re­gi­on Alt­mühl­fran­ken)

Zum Pro­g­nos-Zukunfts­at­las:

Der Pro­g­nos Zukunfts­at­las ist ein seit 2004 alle drei Jah­re erschei­nen­des Ran­king der Unter­neh­mens­be­ra­tung Pro­g­nos in Koope­ra­ti­on mit dem Han­dels­blatt. Er bewer­tet die Zukunfts­fä­hig­keit aller 400 Krei­se und kreis­frei­en Städ­te in Deutsch­land nach bestimm­ten Indi­ka­to­ren.

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