Alte warten 8,5 Monate auf Pflegekräfte

von | 9. April 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Die Pfle­ge­kos­ten gera­de in der sta­tio­nä­ren Alten­pfle­ge stei­gen seit Jah­ren unauf­halt­sam. Hin­zu kommt ein wei­te­res Pro­blem, das die Situa­ti­on der Pfle­ge in Bay­ern belas­tet. Um die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen der Per­so­nal­ent­wick­lung in der Pfle­ge zu über­prü­fen hat der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Har­ry Scheu­en­stuhl, SPD, eine ent­spre­chen­de Anfra­ge im Land­tag gestellt.

Die Ant­wort des Staats­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit, Pfle­ge und Prä­ven­ti­on bestä­tigt die Ver­mu­tung, dass die Per­so­nal­ent­wick­lung in der Pfle­ge sta­gniert. Trotz stei­gen­der Zahl an Pfle­ge­be­dürf­ti­gen wur­de die Ankün­di­gung im baye­ri­schen Koali­ti­ons­ver­trag zwi­schen CSU und FW „den Pfle­ge­be­ruf attrak­ti­ver“ zu machen „und mehr qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te in Pfle­ge­be­ru­fe“ zu brin­gen, ver­fehlt.

Die Zahl der abge­schlos­se­nen Berufs­aus­bil­dun­gen in den Berei­chen der Alten­pfle­ge, der Kran­ken­pfle­ge und der Kin­der­kran­ken­pfle­ge geben kei­nen Anlass zu Opti­mis­mus. In den Jah­ren seit 2021 sind die Zah­len teil­wei­se gesun­ken oder nur unwe­sent­lich gestie­gen. Durch die Zusam­men­füh­rung der Pfle­ge­aus­bil­dun­gen in der gene­ra­lis­ti­schen Pfle­ge­aus­bil­dung las­sen sich für die ver­gan­ge­nen zwei Jah­re noch
kei­ne belast­ba­ren Ver­glei­che anstel­len.

Beson­ders die Dau­er der nicht besetz­ten Stel­len in der Alten­pfle­ge bie­tet Grund zur Sor­ge. Im Durch­schnitt der vier Jah­re 2020 bis inklu­si­ve 2023 konn­ten offe­ne Stel­len in der Alten­pfle­ge für 255 Tage nicht neu besetzt wer­den. Im Schnitt wur­den die genann­ten Stel­len folg­lich 8,5 Mona­te nicht wie­der­be­setzt. Bei der Dau­er, für die eine offe­ne Stel­le nicht neu besetzt wer­den kann, die durch das Staats­mi­nis­te­ri­um mit­ge­teilt wur­de, wur­de auf die Daten der Bun­des­agen­tur für Arbeit zurück­ge­grif­fen. Es han­delt sich hier­bei also aus­schließ­lich um Stel­len, die der Bun­des­agen­tur als nicht besetz­te Stel­len gemel­det wur­den. Nicht ent­hal­ten sind alle Stel­len, die über den frei­en Markt, bei­spiels­wei­se auf Inter­net­por­ta­len, ver­ge­ben wer­den.

Har­ry Scheu­en­stuhl for­dert den Frei­staat dazu auf, die Per­so­nal­si­tua­ti­on in der Pfle­ge ent­spre­chend der Ankün­di­gun­gen flä­chen­de­ckend deut­lich zu ver­bes­sern. Gera­de in der Pfle­ge darf nicht geschlampt wer­den, die pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen sind auf die Für­sor­ge des Staa­tes ange­wie­sen.

Bild­un­ter­schrift: MdL Har­ry Scheu­en­stuhl (SPD); Foto: Jens Hart­mann