Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen auf niedrigstem Wert seit zehn Jahren

von | 14. November 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). „Gemein­sam mit Partner*innen in Schu­len und Unter­neh­men konn­te unse­re Berufs­be­ra­tung mehr Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber als in den zurück­lie­gen­den drei Jah­ren akqui­rie­ren. Dadurch ist es gelun­gen, dass der Anteil der unbe­setz­ten Aus­bil­dungs­stel­len den nied­rigs­ten Wert seit zehn Jah­ren erreicht hat“, freut sich Clau­dia Wol­fin­ger, Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Ans­bach-Wei­ßen­burg. „Gleich­wohl bleibt der Aus­bil­dungs­markt ein „Bewer­ber­markt“. Das heißt, Jugend­li­che haben sehr gute Chan­cen, eine Aus­bil­dungs­stel­le zu fin­den, zumal es auch heu­er wie in den Vor­jah­ren deut­lich mehr Aus­bil­dungs­stel­len als Bewerber*innen gibt“, erläu­tert Clau­dia Wol­fin­ger.

So waren mit 4.517 Aus­bil­dungs­stel­len 251 bezie­hungs­wei­se 5,9 Pro­zent mehr gemel­det als zum Ende des vori­gen Berichts­jahrs. Gleich­zei­tig hat die Zahl der Bewerber*innen mit 2.981 um 196 bezie­hungs­wei­se 7,0 Pro­zent zuge­nom­men. Im Ver­gleich zu 2021 sind es 183 bezie­hungs­wei­se 6,5 Pro­zent mehr Bewerber*innen, obwohl die Zahl der Schulabgänger*innen ins­ge­samt rück­läu­fig ist. Rech­ne­risch stan­den heu­er jedem/jeder Bewerber*in rund 1,5 Aus­bil­dungs­stel­len zur Ver­fü­gung was in etwa dem Bewer­ber-Stel­len-Ver­hält­nis des Vor­jah­res ent­spricht.

Zahl der unbe­setz­ten Aus­bil­dungs­stel­len nimmt um über ein Drit­tel ab
Von 4.517 gemel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len waren Ende Sep­tem­ber 464 Stel­len bezie­hungs­wei­se 10,3 Pro­zent unbe­setzt. Das sind 235 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­stel­len bezie­hungs­wei­se 33,6 Pro­zent weni­ger als vor einem Jahr.

Im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be waren von den 1.515 gemel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len
Ende Sep­tem­ber noch 140 bezie­hungs­wei­se 9,2 Pro­zent unbe­setzt. Im Han­del waren von 1.049 Stel­len noch 105 bezie­hungs­wei­se 10,0 Pro­zent unbe­setzt. Das Bau­ge­wer­be hat 580 Stel­len gemel­det, von denen noch 64 bezie­hungs­wei­se 11,0 Pro­zent unbe­setzt waren. Aus dem Bereich Erbrin­gung von frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen wie zum Bei­spiel Rechts- und Steu­er­be­ra­tung oder Ver­wal­tung und Füh­rung von Unter­neh­men waren 65 der 370 Aus­bil­dungs­stel­len unbe­setzt (17,6 Pro­zent). Das Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen hat 249 Stel­len ange­bo­ten, von denen bis­lang 21 bezie­hungs­wei­se 8,4 Pro­zent nicht besetzt wer­den konn­ten. Im Gast­ge­wer­be waren von 167 Aus­bil­dungs­stel­len noch 28 frei bezie­hungs­wei­se 16,8 Pro­zent.

Mehr Bewerber*innen begin­nen Berufs­aus­bil­dung
Die meis­ten gemel­de­ten Bewerber*innen, 1.912 bezie­hungs­wei­se 64,1 Pro­zent, haben eine Berufs­aus­bil­dung begon­nen. Das ist ein Plus von 180 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 10,4 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr. Eine wei­te­re Schu­le, ein Stu­di­um oder ein Prak­ti­kum absol­vie­ren 468 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 15,7 Pro­zent. 146 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 4,9 Pro­zent gehen mitt­ler­wei­le einer Erwerbs­tä­tig­keit nach, 64 oder 2,1 Pro­zent benö­ti­gen noch eine För­der­maß­nah­me, die sie auf eine Aus­bil­dung vor­be­rei­tet. 33 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 1,1 Pro­zent leis­ten einen gemein­nüt­zi­gen oder sozia­len Dienst wie zum Bei­spiel Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst. „Es ist erfreu­lich, dass mehr jun­ge Men­schen als ver­gan­ge­nes Jahr eine Berufs­aus­bil­dung begon­nen haben. Eine Aus­bil­dung ist ein sehr guter Ein­stieg ins Erwerbs­le­ben und legt die Basis für gute Kar­rie­re­chan­cen. Sie bie­tet jun­gen Men­schen die Mög­lich­keit, wert­vol­le prak­ti­sche Berufs­er­fah­rung zu sam­meln, ers­te Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und sich stark nach­ge­frag­te Fach­kennt­nis­se anzu­eig­nen“, ist Clau­dia Wol­fin­ger über­zeugt.

Fle­xi­bi­li­tät ist gefragt: Ver­mitt­lung in Aus­bil­dung ist auch jetzt noch mög­lich
Zum Berichts­jah­res­en­de waren mit 28 Bewerber*innen weni­ger als ein Pro­zent der Aus­bil­dungs­su­chen­den unver­sorgt. Im letz­ten Jahr waren zum Aus­bil­dungs­start 16 Jugend­li­che noch auf der Suche nach einem Aus­bil­dungs­platz oder einer Alter­na­ti­ve. „Für jun­ge Men­schen, die bis jetzt noch kei­nen Aus­bil­dungs­platz haben, bie­ten sich immer noch vie­le Mög­lich­kei­ten. Rein rech­ne­risch ste­hen jedem unver­sorg­ten Jugend­li­chen noch fast 17 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­stel­len zur Ver­fü­gung. Dafür ist Fle­xi­bi­li­tät auf Sei­ten der Jugend­li­chen nötig, auch über alter­na­ti­ve Aus­bil­dungs­be­ru­fe nach­zu­den­ken. Aber auch Betrie­be soll­ten schwä­che­ren Bewerber*innen eine Chan­ce geben. Hier kön­nen wir mit einer För­de­rung zum Bei­spiel im Rah­men der Assis­tier­ten Aus­bil­dung unter­stüt­zen. Ger­ne hel­fen unse­re Berufs­be­ra­tung und unser Arbeit­ge­ber­ser­vice, den „Such­ra­di­us“ auf bei­den Sei­ten zu ver­grö­ßern“, emp­fiehlt Clau­dia Wol­fin­ger.

Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on in der Stadt und den Land­krei­sen

Stadt Ans­bach
In der Stadt Ans­bach gab es 343 Bewerber*innen für 571 Aus­bil­dungs­stel­len. Das ent­spricht 1,7 Aus­bil­dungs­stel­len pro Bewerber*in. 33 Aus­bil­dungs­stel­len bezie­hungs­wei­se 5,8 Pro­zent waren Ende Sep­tem­ber noch unbe­setzt. Das sind 35 bezie­hungs­wei­se 51,5 Pro­zent unbe­setz­te Aus­bil­dungs­stel­len weni­ger als letz­tes Jahr. Im Han­del waren von 135 Aus­bil­dungs­stel­len zum Stich­tag noch 16 unbe­setzt, was 11,9 Pro­zent ent­spricht. Im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be waren von den 134 Aus­bil­dungs­stel­len nahe­zu alle besetzt eben­so wie von den 43 Aus­bil­dungs­stel­len im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen. Aus dem Bereich Erbrin­gung von frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen wie zum Bei­spiel Rechts- und Steu­er­be­ra­tung oder Ver­wal­tung und Füh­rung von Unter­neh­men waren sie­ben der 93 ange­bo­te­nen Aus­bil­dungs­stel­len unbe­setzt (7,5 Pro­zent). Im Bereich Öffent­li­che Ver­wal­tung konn­ten alle der 53 Aus­bil­dungs­stel­len besetzt wer­den.

Sechs Bewerber*innen waren noch unver­sorgt, 184 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 53,6 Pro­zent haben eine Berufs­aus­bil­dung begon­nen. 66 Bewerber*innen oder 19,2 Pro­zent absol­vie­ren eine wei­te­re Schu­le, ein Stu­di­um oder ein Prak­ti­kum. Eine Erwerbs­tä­tig­keit haben 15 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 4,4 Pro­zent auf­ge­nom­men. Fünf Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 1,5 Pro­zent benö­ti­gen noch eine För­der­maß­nah­me, die sie auf eine Aus­bil­dung vor­be­rei­tet.

Land­kreis Ans­bach
Im Land­kreis Ans­bach gab es 1.153 Bewerber*innen für 1.581 Aus­bil­dungs­stel­len. Das ent­spricht rund 1,4 Stel­len pro Bewerber*in. 235 Aus­bil­dungs­stel­len (14,9 Pro­zent) waren Ende Sep­tem­ber noch unbe­setzt. Das sind fünf bezie­hungs­wei­se 2,1 Pro­zent unbe­setz­te Aus­bil­dungs­stel­len weni­ger als letz­tes Jahr.
Im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be waren von den 627 gemel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len Ende Sep­tem­ber noch 78 bezie­hungs­wei­se 12,4 Pro­zent unbe­setzt. Im Han­del waren von 299 Stel­len noch 38 bezie­hungs­wei­se 12,7 Pro­zent unbe­setzt. Das Bau­ge­wer­be hat 263 Stel­len gemel­det, von denen noch 34 bezie­hungs­wei­se 12,9 Pro­zent unbe­setzt waren. Aus dem Bereich Erbrin­gung von frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen wie zum Bei­spiel Rechts- und Steu­er­be­ra­tung oder Ver­wal­tung und Füh­rung von Unter­neh­men waren 30 der 128 Aus­bil­dungs­stel­len unbe­setzt (23,4 Pro­zent). Das Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen hat 73 Stel­len ange­bo­ten, von denen bis­lang 11 bezie­hungs­wei­se 15,1 Pro­zent nicht besetzt wer­den konn­ten.
Zwölf Bewerber*innen waren noch unver­sorgt, 750 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 65,0 Pro­zent haben eine Berufs­aus­bil­dung begon­nen. 195 Bewerber*innen oder 16,9 Pro­zent absol­vie­ren eine wei­te­re Schu­le, ein Stu­di­um oder ein Prak­ti­kum. Eine Erwerbs­tä­tig­keit haben 57 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 4,9 Pro­zent auf­ge­nom­men. 14 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 1,2 Pro­zent benö­ti­gen noch eine För­der­maß­nah­me, die sie auf eine Aus­bil­dung vor­be­rei­tet. 14 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 1,2 Pro­zent leis­ten einen gemein­nüt­zi­gen oder sozia­len Dienst wie zum Bei­spiel Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst.

Land­kreis Roth
Im Land­kreis Roth gab es 762 Bewerber*innen für 1.396 Aus­bil­dungs­stel­len. Das ent­spricht 1,8 Aus­bil­dungs­stel­len pro Bewerber*in. 130 Aus­bil­dungs­stel­len bezie­hungs­wei­se 9,3 Pro­zent waren Ende Sep­tem­ber noch unbe­setzt. Das sind 126 bezie­hungs­wei­se 49,2 Pro­zent unbe­setz­te Aus­bil­dungs­stel­len weni­ger als letz­tes Jahr. Im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be waren von den 438 gemel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len Ende Sep­tem­ber noch 41 bezie­hungs­wei­se 9,4 Pro­zent unbe­setzt. Im Han­del waren von 387 Stel­len noch 47 bezie­hungs­wei­se 12,1 Pro­zent unbe­setzt. Das Bau­ge­wer­be hat 193 Stel­len gemel­det, von denen noch 17 bezie­hungs­wei­se 8,8 Pro­zent unbe­setzt waren. Das Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen hat 72 Stel­len ange­bo­ten, von denen bis­lang fünf bezie­hungs­wei­se 6,9 Pro­zent nicht besetzt wer­den konn­ten. Aus dem Bereich Erbrin­gung von frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen wie zum Bei­spiel Rechts- und Steu­er­be­ra­tung oder Ver­wal­tung und Füh­rung von Unter­neh­men waren sechs der 66 Aus­bil­dungs­stel­len unbe­setzt (9,1 Pro­zent).
Nur noch drei Bewerber*innen waren unver­sorgt, 501 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 65,7 Pro­zent haben eine Berufs­aus­bil­dung begon­nen. 103 Bewerber*innen oder 13,5 Pro­zent absol­vie­ren eine wei­te­re Schu­le, ein Stu­di­um oder ein Prak­ti­kum. Eine Erwerbs­tä­tig­keit haben 35 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 4,6 Pro­zent auf­ge­nom­men. 17 Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 2,2 Pro­zent benö­ti­gen noch eine För­der­maß­nah­me, die sie auf eine Aus­bil­dung vor­be­rei­tet. Zwölf Bewerber*innen bezie­hungs­wei­se 1,6 Pro­zent leis­ten einen gemein­nüt­zi­gen oder sozia­len Dienst wie zum Bei­spiel Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst.

Foto: Bri­git­te Dorr