Après Concert — Ein begeisternder Abend mit Antonia Modes und Justus Rüll

von | 12. März 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Weißenburg

(red). „Lei­den­schaft trifft Leich­tig­keit“ – so titu­lier­te Prof. Manue­la Jahr­mär­ker das drit­te Kon­zert die­ser Sai­son von Klas­sik im Klos­ter. Dies und der Hin­weis auf Ari­en aus vor­wie­gend ita­lie­ni­schen Opern und deut­schen Ope­ret­ten sprach offen­bar vie­le an, so dass ein zahl­rei­ches Publi­kum die Sopra­nis­tin Anto­nia Modes und den Tenor Jus­tus Rüll begrüß­ten. „Bei­de sind Berufs­an­fän­ger, die sich noch ent­wi­ckeln; Rüll steht gar erst am Anfang des Stu­di­ums“, so Jahr­mär­ker. Die Pia­nis­tin Miku Nis­hi­mo­to-Neu­bert dage­gen ist eine erfah­re­ne und vir­tuo­se Kön­ne­rin. Alle drei Künst­ler zeig­ten bei bei­den The­men ihr her­vor­ra­gen­des Kön­nen.

Mit Doni­zet­tis „Una fur­ti­va lagri­ma“ (Eine ver­stoh­le­ne Trä­ne) eröff­ne­te Jus­tus Rüll den Abend und ließ mit sei­ner hel­len, kla­ren Stim­me sogleich auf­hor­chen. Aus­drucks­stark und macht­voll sang er, eben­so auch fein­füh­lig und zart. Gro­ße Bögen vom Pia­no zum For­te und zurück gelan­gen selbst ohne Beglei­tung geschmei­dig; und hauch­dünn, fast zit­ternd gestand er dann: „Dann kann ich ster­ben vor Lie­be“. Auch bei Mozarts „Il mio tesoro“ hör­te man die cha­rak­te­ris­ti­sche Stim­me, hohe Töne kom­men leicht, und Kolo­ra­tu­ren, die die Inten­si­tät des Gefühls aus­drü­cken, trug er mit viel Gefühl vor. In Schu­berts „Der Musen­sohn“, einem her­aus­for­dern­den Lied auch für das Kla­vier, setz­te die Pia­nis­tin ziel­si­cher den Ton, und eben­so leicht, locker und fröh­lich sang der Tenor vom Früh­ling, vom Win­ter und dem jun­gen Völk­chen bei der Lin­de.

Die Sopra­nis­tin Anto­nia Modes bril­lier­te stimm­lich und schau­spie­le­risch ins­be­son­de­re in Lehárs „Vil­ja Lied“ – mit fle­hen­der Stim­me drück­te sie die unge­still­te Sehn­sucht des Jägers nach dem Wald­mäg­de­lein aus, wobei sie gekonnt und sicher selbst höchs­te Lagen erreich­te –, und hin­rei­ßend über­zeu­gend war ihr „Schwips­lied“ von Johann Strauß. Sprit­zig, fröh­lich, hei­ter sang sie mit zwei Sekt­glä­sern in der Hand und trug mit hel­ler Stim­me vor, was dabei pas­sie­ren kann.

Die vier Duet­te, in denen die Sän­ger Lei­den­schaft und Leich­tig­keit hör­bar erfahr­bar mach­ten, stell­ten Höhe­punk­te eige­ner Art dar, nicht zuletzt, weil sie auch die sze­ni­sche Situa­ti­on lust­voll aus­spiel­ten. In Doni­zet­tis vor­ge­täusch­tem Ren­dez-vous „Tor­na­mi a dir che m’ami“ (Komm zurück um mir zu sagen, dass du mich liebst) erklang Nori­nas (Modes’) Sopran sehn­suchts­voll und lei­den­schaft­lich; lang­sam näher­te sich Ernes­to (Rüll) der Gelieb­ten, bis sie in ihrem gemein­sa­mem Schluss ihre wah­re Zunei­gung zeig­ten. Bei Ver­dis „Lasst uns nip­pen an freu­di­gen Glä­sern“ aus La Tra­via­ta lie­ßen es sich Modes und Rüll nicht ent­ge­hen, zu ihrem leich­ten und sprit­zi­gen, fröh­li­chen und hei­te­ren Gesang in einer eige­nen Pau­se einen Sekt­kor­ken knal­len zu las­sen. Rüll sang herr­lich von Lie­be und Küs­sen, Modes in hohen Tönen von Wahn­sinn und Genie­ßen, und dar­auf wur­de denn auch gleich ange­sto­ßen.

Sou­ve­rän und mit bestechen­der Tech­nik beglei­te­te Miku Nis­hi­mo­to-Neu­bert den Abend. Ob sie eine trau­ri­ge oder fro­he, eine über­schäu­men­de oder aus­ge­las­se­ne Stim­mung ein­zu­lei­ten hat: sie weiß dies hör­bar vor­zu­stel­len, eben­so aber auch, sich, wo nötig, unter­zu­ord­nen oder die Stim­men zu stüt­zen.

Kräf­ti­ger Bei­fall nach jedem Lied und beson­ders am Ende; man erklatsch­te sich Zuga­ben: ein fei­nes und zar­tes Duett von Brahms erfreu­te die Zuhö­rer­schaft, und Lehárs „Lip­pen schwei­gen“ begeis­ter­te noch ein­mal die vie­len Besu­che­rin­nen und Besu­cher.

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Foto: Johann Grad