ÖPNV-Förderung 2024: Rund 191 Millionen Euro für den öffentlichen Personennahverkehr in Mittelfranken

von | 12. März 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Der Frei­staat Bay­ern hat den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) in Mit­tel­fran­ken sowie Ver­bund­pro­jek­te im Ver­kehrs­ver­bund Groß­raum Nürn­berg (VGN) im Jahr 2024 mit einer Sum­me von rund 191 Mil­lio­nen Euro geför­dert. Die Mit­tel wur­den von der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung und vom Baye­ri­schen Land­tag zur Ver­fü­gung gestellt, durch die Regie­rung von Mit­tel­fran­ken aus­ge­zahlt und für neue Fahr­zeu­ge, ver­bil­lig­te Schü­ler­fahr­kar­ten und ÖPNV-Infra­struk­tur­maß­nah­men ein­ge­setzt. Durch Zuwei­sun­gen an die Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te wur­den kom­mu­na­le Pro­jek­te zur Ver­bes­se­rung des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs geför­dert. Hohe Beträ­ge flie­ßen in den Aus­gleich für das Deutsch­land-Ticket und das baye­ri­sche Ermä­ßi­gungs­ti­cket, wodurch die Attrak­ti­vi­tät des ÖPNV erheb­lich gestei­gert wird.

Um sicher­zu­stel­len, dass das zum 01.05.2023 ein­ge­führ­te Deutsch­land-Ticket nicht zu erheb­li­chen finan­zi­el­len Ein­bu­ßen für Ver­kehrs­ver­bün­de und ‑unter­neh­men führt, über­neh­men die Bun­des­re­gie­rung und der Frei­staat Bay­ern jeweils die Hälf­te der Dif­fe­renz zu den bestehen­den Tari­fen. Als Aus­gleich für die Min­der­ein­nah­men, die durch die Aner­ken­nung der deutsch­land­weit gül­ti­gen Tickets ent­ste­hen, erhal­ten die Ver­kehrs­un­ter­neh­men einen finan­zi­el­len Aus­gleich in Form von Bil­lig­keits­leis­tun­gen. Im Jahr 2024 gewähr­te die Regie­rung von Mit­tel­fran­ken den betrof­fe­nen Ver­kehrs­un­ter­neh­men Bil­lig­keits­leis­tun­gen in Höhe von 72,1 Mil­lio­nen Euro unver­än­der­tem Ver­kaufs­preis von 49 Euro pro regu­lä­rem Ticket und 29 Euro pro baye­ri­schem Ermä­ßi­gungs­ti­cket.

Neue Nie­der­flur­li­ni­en­bus­se

Mit fast 7,9 Mil­lio­nen Euro wur­de die Anschaf­fung von 80 neu­en Nie­der­flur­li­ni­en­bus­sen für den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr geför­dert. Von die­sen Fahr­zeu­gen wer­den 35 Fahr­zeu­ge aus­schließ­lich elek­trisch betrie­ben. Bei den wei­te­ren 45 Fahr­zeu­gen han­delt es sich um emis­si­ons­ar­me Kli­ma­bus­se.

Die Kos­ten für einen Elek­tro­bus belau­fen sich auf das Zwei­ein­halb- bis Drei­fa­che der Kos­ten eines her­kömm­li­chen Die­sel­bus­ses. Der finan­zi­el­le Mehr­auf­wand für die antriebs­be­ding­ten Mehr­kos­ten bei Elek­tro­bus­sen wird zusätz­lich mit Bun­des­mit­teln und mit Finanz­mit­teln des Frei­staa­tes Bay­ern geför­dert. Ins­ge­samt inves­tier­ten die mit­tel­frän­ki­schen Unter­neh­men mehr als 38,3 Mil­lio­nen Euro net­to für die 80 neu­en Bus­se, die sämt­lich den Anfor­de­run­gen der Bar­rie­re­frei­heit ent­spre­chen.

Schü­ler­be­för­de­rung

Die Schü­ler­be­för­de­rung bleibt eine wich­ti­ge Säu­le der ÖPNV-Finan­zie­rung in Mit­tel­fran­ken. Für den Ver­kauf ver­güns­tig­ter Zeit­fahr­kar­ten an Schü­ler, Stu­den­ten und Aus­zu­bil­den­de ent­ste­hen den Ver­kehrs­un­ter­neh­men regel­mä­ßig Min­der­ein­nah­men. Die­se wer­den teil­wei­se vom Frei­staat Bay­ern aus­ge­gli­chen. In Sum­me erhiel­ten die Unter­neh­men im Jahr 2024 dafür 14.433.173 Mil­lio­nen Euro.

ÖPNV-Zuwei­sun­gen an Land­krei­se und kreis­freie Städ­te

Fast 17 Mil­lio­nen Euro wur­den den mit­tel­frän­ki­schen Land­krei­sen, kreis­frei­en Städ­ten und kreis­an­ge­hö­ri­gen Städ­ten mit eige­ner Auf­ga­ben­trä­ger­schaft soge­nann­te ÖPNV-Zuwei­sun­gen bewil­ligt. Die­se Zuwei­sun­gen wer­den von den Auf­ga­ben­trä­gern nach eige­nem Ermes­sen zur Ver­bes­se­rung des ÖPNV ver­wen­det. Sie sind ein finan­zi­el­ler Aus­gleich für die Pla­nung, Orga­ni­sa­ti­on und Sicher­stel­lung des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs in den Kom­mu­nen und wer­den über­wie­gend für Ver­kehrs­ver­bes­se­run­gen, Lini­en­er­wei­te­run­gen, Lini­en­ver­dich­tun­gen und Ver­kehrs­ko­ope­ra­tio­nen ein­ge­setzt. Die Höhe der ÖPNV-Zuwei­sung rich­tet sich nach den erbrach­ten Ver­kehrs­leis­tun­gen, der Ein­woh­ner­zahl, dem finan­zi­el­len Auf­wand und der finan­zi­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit der ÖPNV-Auf­ga­ben­trä­ger sowie der Qua­li­tät und dem Bestand von Ver­kehrs­ko­ope­ra­tio­nen im ÖPNV.

365-Euro-Ticket im VGN

Zum 01.08.2020 wur­de im VGN für Schü­ler und Aus­zu­bil­den­de das 365-Euro-Ticket ein­ge­führt. Mit die­sem Ticket kön­nen Schü­ler und Aus­zu­bil­den­de im gesam­ten VGN-Ver­bund­ge­biet für 365 Euro im Jahr auf allen Bus‑, Stra­ßen­bahn und Schie­nen­stre­cken ganz­tä­gig mobil sein. Die durch die Ein­füh­rung die­ser neu­en Netz­kar­te ver­ur­sach­ten Min­der­ein­nah­men trägt zu 2/3 der Frei­staat Bay­ern. Die ÖPNV-Auf­ga­ben­trä­ger im Ver­bund­ge­biet tra­gen 1/3 des Defi­zits. Der Anteil des Frei­staats betrug im Jahr 2024 rund 46,3 Mil­lio­nen Euro.

För­der­pro­gramm „Ergän­zen­de Nah­ver­kehrs­an­ge­bo­te“

Mit 453.000 Euro för­der­te der Frei­staat Bay­ern im Rah­men des För­der­pro­gramms Ergän­zen­der Nah­ver­kehrs­an­ge­bo­te zur Ver­bes­se­rung der Mobi­li­tät im länd­li­chen Raum mit bedarfs­ori­en­tier­ten Bedien­for­men des all­ge­mei­nen ÖPNV ins­ge­samt 5 Pro­jek­te.

Dar­un­ter befin­den sich 3 Bedarfs­ver­keh­re im Land­kreis Roth und einer im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (Ruf­bus Wei­ßen­burg) und das land­kreis­wei­te Pro­jekt „NEA Mobil“ im Land­kreis Neustadt/Aisch/Bad Winds­heim.

Bür­ger­bus­pro­jekt

Dar­über hin­aus hat der Frei­staat Bay­ern zur Siche­rung der gleich­wer­ti­gen Lebens­be­din­gun­gen ein För­der­pro­gramm zur Unter­stüt­zung und Aus­wei­tung von ehren­amt­li­chen Bür­ger­bus­pro­jek­ten auf­ge­legt. Sofern die­se Bür­ger­bus­pro­jek­te in den ört­li­chen ÖPNV inte­griert sind, kann die Anschaf­fung von Fahr­zeu­gen, der Erwerb erfor­der­li­cher Fahr­erlaub­nis­se zur Fahr­gast­be­för­de­rung und die Orga­ni­sa­ti­on der Ver­kehrs­an­ge­bo­te geför­dert wer­den. Die Regie­rung von Mit­tel­fran­ken för­der­te in die­sem Rah­men ein Bür­ger­bus­pro­jekt in Lan­gen­zenn mit einer Ersatz­bus­be­schaf­fung in Höhe von 30.000 Euro und sons­ti­gen Kos­ten in Höhe von 4.000 Euro.

Inno­va­ti­ve ÖPNV-Pro­jek­te

Der Frei­staat Bay­ern stell­te den ÖPNV-Auf­ga­ben­trä­gern, die in groß­flä­chi­gen Ver­kehrs­ver­bün­den inte­griert sind, in den Jah­ren 2020 bis 2024 für inno­va­ti­ve ÖPNV-Pro­jek­te und nach­hal­ti­gen Ange­bo­ten zusätz­li­che För­der­mit­tel zur Ver­fü­gung. Im VGN konn­ten durch die­se För­der­mit­tel u.a. das e‑Tarif Pro­jekt egon sowie wei­te­re Auto­ma­ti­sie­rungs- und Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te umge­setzt wer­den. Die Regie­rung von Mit­tel­fran­ken bewil­lig­te ins­ge­samt För­der­mit­tel in Höhe von rund 9,1 Mil­lio­nen Euro.

DEFAS Ticket-Ser­vice-Platt­form (App MoBY)

84.252 Euro flos­sen in den Auf­bau der DEFAS Ticket-Ser­vice-Platt­form, z.B. die App MoBY, mit dem Ziel „Ein Klick, ein Ticket“.

För­de­rung von ÖPNV-Infra­struk­tur­maß­nah­men

Im Bereich der Infra­struk­tur­för­de­rung wur­den 24,4 Mil­lio­nen Euro ein­ge­setzt. Davon ent­fie­len ins­be­son­de­re

  • 10 Mil­lio­nen Euro auf den U‑Bahnbau in Nürn­berg,
  • 7 Mil­lio­nen Euro auf den Aus­bau der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur (Stre­cken­in­fra­struk­tur und bar­rie­re­frei­er Aus­bau von Bahn­sta­tio­nen),
  • 912.500 Euro auf den Umbau des Bahn­hofs „Alte Ves­te“ der Ran­gau­bahn.

Foto: Pix­a­bay