Arbeitslosigkeit nimmt leicht zu — Gleichzeitig mehr neu gemeldete Stellen als im Vorjahr

von | 2. August 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). „Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Men­schen nimmt im Ver­gleich zum Vor­mo­nat erneut zu. Dabei steigt vor allem die Zahl derer, die erst vor kur­zem ihre Arbeits­stel­le ver­lo­ren haben und von der Agen­tur für Arbeit betreut wer­den. Dem­entspre­chend ist die­se Ent­wick­lung eine Aus­wir­kung der kon­junk­tu­rell ange­spann­ten Lage auf­grund der Ener­gie­kri­se“, erläu­tert Clau­dia Wol­fin­ger, Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg. „Ande­rer­seits steigt die Zahl der neu gemel­de­ten Arbeits­stel­len im Ver­gleich zum Vor­jahr
erst­mals seit Janu­ar wie­der an. Dies ist ein Anzei­chen, das auf eine sta­bi­le Ent­wick­lung des Arbeits­markts hin­deu­tet. Hin­zu­kommt, dass der Bestand an offe­nen Stel­len wei­ter­hin sehr hoch ist. So bie­ten sich für Arbeitnehmer*innen aktu­ell gute Chan­cen auf dem Arbeits­markt, wenn sie über eine ent­spre­chen­de Qua­li­fi­ka­ti­on ver­fü­gen. Dem­entspre­chend unter­stützt die Agen­tur für Arbeit arbeits­lo­se Men­schen bei der Wei­ter­bil­dung eben­so wie Beschäf­tig­te“, erklärt Wol­fin­ger.

Daten im Über­blick
Arbeits­lo­sen­zahl im Juni: +206 auf 7.135 (+3,0 Pro­zent zu Vor­mo­nat)
Arbeits­lo­sen­zahl im Vor­jah­res­ver­gleich: ‑146 (-2,0 Pro­zent)
Arbeits­lo­sen­quo­te gegen­über Vor­mo­nat: unver­än­dert bei 2,7 Pro­zent
Arbeits­lo­sen­quo­te im Vor­jahr: 2,8 Pro­zent

Zahl neu gemel­de­ter Stel­len nimmt im Ver­gleich zum Vor­jahr zu
Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­tern 1.073 neue Stel­len im Lau­fe des Monats. Im Vor­mo­nats­ver­gleich sind das 38 mehr. Der Ver­gleich mit Juli 2022 ergibt 216 neu gemel­de­te Stel­len mehr. Der Bestand an offe­nen Stel­len ist mit 6.401 um 119 nied­ri­ger als im Juli 2022 aber immer noch deut­lich höher als jeweils im Juni der Jah­re 2019 (4.906) und 2018 (5.418), vor der Coro­na­kri­se.

Der größ­te Anteil an frei­en Stel­len im Bestand kommt mit 1.280 aus dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be. Danach folgt die Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit 1.111 offe­nen Arbeits­stel­len. Im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen sind 760 und im Bau­ge­wer­be sind 656 Stel­len zu beset­zen. Der Groß- und Ein­zel­han­del mel­det 559 Arbeits­plät­ze und das Gast­ge­wer­be 309. Ein Plus gegen­über dem Juli 2022 gibt es im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen mit 4,8 Pro­zent mehr frei­en Arbeits­stel­len im Bestand.

Bei Agen­tur für Arbeit mehr, bei Job­cen­tern weni­ger arbeits­los gemel­det als im Vor­jahr
Von den ins­ge­samt 7.135 arbeits­los gemel­de­ten Men­schen wer­den 3.625 und damit 50,8 Pro­zent von der Agen­tur für Arbeit betreut, 227 mehr als im Vor­mo­nat. Im Ver­gleich zum Juli 2022 ist die Zahl der Per­so­nen, die bei der Agen­tur für Arbeit arbeits­los gemel­det sind um 156 bezie­hungs­wei­se 4,5 Pro­zent gestie­gen.

Bei den Job­cen­tern sind der­zeit 3.510 Per­so­nen arbeits­los gemel­det. Das sind nahe­zu genau­so vie­le wie im Vor­mo­nat. Zum Vor­jahr errech­net sich eine Abnah­me um 302 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 7,9 Pro­zent. Unter den aktu­ell bei den Job­cen­tern arbeits­los gemel­de­ten Men­schen haben 717 die Ukrai­ni­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit. „Die Teil­ha­be­chan­cen der ukrai­ni­schen Geflüch­te­ten haben sich inzwi­schen deut­lich ver­bes­sert. So haben bis Anfang 2023 bereits Drei­vier­tel von ihnen einen oder meh­re­re Deutsch­kur­se besucht oder bereits abge­schlos­sen. Außer­dem besteht unter den (noch) nicht erwerbs­tä­ti­gen Geflüch­te­ten ein hohes Inter­es­se, eine Arbeit auf­zu­neh­men. Zu die-
sen Ergeb­nis­sen kommt die zwei­te wis­sen­schaft­li­che Befra­gung, die das Insti­tut für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung der Bun­des­agen­tur für Arbeit zusam­men mit ande­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen durch­ge­führt hat“, führt Clau­dia Wol­fin­ger aus.

Mehr Bewerber*innen für Aus­bil­dungs­stel­len als vor einem Jahr
Im Juli sind 4.367 Aus­bil­dungs­stel­len gemel­det. Im Ver­gleich zum Vor­jahr ent­spricht das einer Zunah­me um 7,5 Pro­zent. Davon sind 2.097 also rund 48 Pro­zent noch unbe­setzt. Im Jahr zuvor waren es zu die­sem Zeit­punkt rund 50 Pro­zent. Auf der ande­ren Sei­te sind im Juli 2.824 Bewerber*innen bei der Berufs­be­ra­tung gemel­de­te. Das sind 153 bezie­hungs­wei­se 5,7 Pro­zent mehr als vor einem Jahr. 685 Bewerber*innen und damit rund 24 Pro­zent sind noch unver­sorgt, also noch ohne Aus­bil­dungs­platz. Vor einem Jahr waren es zu die­sem Zeit­punkt rund 27 Pro­zent. „Auch wenn sich die­ses Jahr mehr jun­ge Men­schen für eine Berufs­aus­bil­dung inter­es­sie­ren als letz­tes Jahr, über­steigt die Zahl der Aus­bil­dungs­stel­len wei­ter­hin die der Bewerber*innen deut­lich. Zugleich eröff­net dies Jugend­li­chen her­vor­ra­gen­de Chan­cen. Eine Aus­bil­dung ist ein guter Start ins Berufs­le­ben, denn sie bie­tet inter­es­san­te Per­spek­ti­ven und her­vor­ra­gen­de Kar­rie­re­mög­lich­kei­ten. Wer die­ses Jahr die Schu­le abge­schlos­sen hat und noch kei­nen Aus­bil­dungs­platz oder Fra­gen zu einer Berufs­aus­bil­dung hat, kann sich jetzt noch an unse­re Berufs­be­ra­tung wen­den“, erklärt Clau­dia Wol­fin­ger.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen
Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen liegt bei 3,3 Pro­zent (Vor­mo­nat: 3,3 Pro­zent, Vor­jahr: 3,6 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen ist im Ver­gleich zum Vor­mo­nat nahe­zu gleich­ge­blie­ben und liegt bei 1.767, was einem Minus
on 147 Per­so­nen im Ver­gleich zum Vor­jahr ent­spricht. Die Arbeitgeber*innen des Land­krei­ses Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juli 203 neue Stel­len, das sind 35 mehr als vor einem Monat und 30 mehr als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind 1.336 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: +39; Vor­jahr: ‑5).

Bei der Agen­tur für Arbeit sind 752 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, das sind im Vor­mo­nats­ver­gleich acht Per­so­nen mehr. Beim Job­cen­ter sind mit 1.015 Per­so­nen 21 weni­ger arbeits­los gemel­det als im Vor­mo­nat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr nahm die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 41 Per­so­nen ab, im Bereich des Job­cen­ters nahm sie um 106 Per­so­nen ab.

Der Arbeits­markt in der Stadt Ans­bach
Die Arbeits­lo­sen­quo­te in der Stadt Ans­bach liegt bei 4,7 Pro­zent (Vor­mo­nat: 4,5 Pro­zent und Juli 2022: 3,8 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Men­schen ist im Ver­gleich zum Juni um 40 gestie­gen und liegt jetzt bei 1.121 Per­so­nen. Im Vor­jah­res­ver­gleich nahm sie um 223 zu. Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juli 154 neue Stel­len, das sind 45 weni­ger als vor einem Monat und 30 mehr als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind aus dem Stadt­ge­biet Ans­bach 824 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: ‑2; Vor­jahr: +112).

Bei der Agen­tur für Arbeit sind 467 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 38 mehr als vor einem Monat. Beim Job­cen­ter sind mit 654 Per­so­nen nahe­zu genau­so vie­le arbeits­los gemel­det wie vor einem Monat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr nahm die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 74 Per­so­nen zu, im Bereich des Job­cen­ters stieg sie um 149 Per­so­nen.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Ans­bach
Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Ans­bach liegt bei 2,4 Pro­zent (Vor­mo­nat: 2,3 Pro­zent und Juli 2022: 2,6 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen nahm im Ver­gleich zum Juni um 104 zu und liegt jetzt bei 2.667. Im Vor­jah­res­ver­gleich nahm sie um 114 ab. Die Arbeitgeber*innen des Land­krei­ses Ans­bach mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice im Juli mit 411 neu­en Stel­len 38 mehr als vor einem Monat und 107 mehr als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind 2.297 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: +9; Vor­jahr: ‑175).

Bei der Agen­tur für Arbeit sind mit 1.510 Per­so­nen 128 mehr arbeits­los gemel­det als im Vor­mo­nat. Beim Job­cen­ter sind mit 1.157 Men­schen 24 weni­ger arbeits­los gemel­det als vor einem Monat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr stieg die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 137 Per­so­nen, im Bereich des Job­cen­ters sank sie um 251 Per­so­nen.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Roth
Die Arbeits­lo­senquo­te im Land­kreis Roth liegt bei 2,1 Pro­zent (Vor­mo­nat: 2,0 Pro­zent, Vor­jahr: 2,3 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen ist mit 1.580 im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 75 gestie­gen. Im Vor­jah­res­ver­gleich liegt sie um 108 nied­ri­ger. Die Arbeitgeber*innen des Land­krei­ses Land­kreis Roth mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juli 305 neue Stel­len, das sind zehn mehr als vor einem Monat und 49 mehr als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind 1.944 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: +56; Vor­jahr: ‑51).

Bei der Agen­tur für Arbeit sind 896 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, das sind im Vor­mo­nats­ver­gleich 53 Per­so­nen mehr. Beim Job­cen­ter sind 684 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, 22 mehr als im Vor­mo­nat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr nahm die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 14 Per­so­nen, im Bereich des Job­cen­ters um 94 Per­so­nen ab.

Foto: Bri­git­te Dorr