Arbeitslosigkeit nimmt zu — Übliche Entwicklung im August — Plus zum Vorjahr geringer als im Vormonat

von | 5. September 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Daten im Über­blick

Arbeits­lo­sen­zahl im August: + 425 zu Vor­mo­nat (5,6 Pro­zent) auf 8.040

Arbeits­lo­sen­zahl im Vor­jah­res­ver­gleich: +239 (3,1 Pro­zent)

Arbeits­lo­sen­quo­te gegen­über Vor­mo­nat: +0,2 auf 3,1 Pro­zent

Arbeits­lo­sen­quo­te im Vor­jahr: 3,0 Pro­zent

(red). Wie jedes Jahr nahm die Arbeits­lo­sig­keit im August zu. Aller­dings fällt die Stei­ge­rung zum Vor­mo­nat mit 5,6 Pro­zent merk­lich schwä­cher aus als letz­tes Jahr, als sie 9,3 Pro­zent betrug. Im Ver­gleich zum Vor­mo­nat ist auch das Plus zum Vor­jahr mit 3,1 Pro­zent gerin­ger als im Vor­mo­nat, als die Dif­fe­renz bei 6,7 Pro­zent lag. Damit nimmt der Abstand zum Vor­jahr wie­der ab.

Zudem fan­den im August mit 573 Per­so­nen eine neue Arbeits­stel­le. Das Minus von 200 gegen­über dem Vor­mo­nat und 43 gegen­über dem Vor­jahr ist dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass der August heu­er einen Werk­tag weni­ger hat­te als letz­tes Jahr.

„Somit kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass sich der Abgang in Erwerbs­tä­tig­keit min­des­tens auf ähn­li­chem Niveau bewegt wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Ein Umstand, der posi­tiv stimmt, zeigt er doch, dass der Arbeits­markt trotz der wei­ter­hin schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Lage wei­ter­hin auf­nah­me­fä­hig ist“, zeigt sich Clau­dia Wol­fin­ger Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg opti­mis­tisch.

Wesent­li­che Ursa­che für die Zunah­me der Arbeits­lo­sig­keit im August ist, dass sich zum Ende des Schul- und Aus­bil­dungs­jah­res jun­ge Men­schen arbeits­los mel­den. So sind über die Hälf­te der Per­so­nen, die im August zum Bestand der arbeits­los gemel­de­ten Men­schen hin­zu­ka­men unter 25 Jah­re alt.

„Auch wenn es sich hier­bei um eine für die Jah­res­zeit nor­ma­le Ent­wick­lung han­delt, die in den Vor­jah­ren bis­wei­len sogar noch stär­ker aus­ge­fal­len ist, gilt arbeits­los gemel­de­ten unter 25 Jah­ren unse­re beson­de­re Auf­merk­sam­keit. Denn kein Jugend­li­cher darf ver­lo­ren gehen. Des­halb unter­stüt­zen wir die­se jun­gen Men­schen inten­siv dabei, ein sta­bi­les Fun­da­ment für ihre beruf­li­che Zukunft zu legen“, erklärt Wol­fin­ger.

Noch vie­le freie Aus­bil­dungs­stel­len – gute Chan­cen für Bewerber*innen

Die Chan­cen für jun­gen Men­schen am Aus­bil­dungs­markt sind jeden­falls gut, zumal es mehr Aus­bil­dungs­stel­len als Bewerber*innen gibt. So waren im August 2.924 Bewerber*innen bei der Berufs­be­ra­tung und 4.152 Aus­bil­dungs­stel­len beim Arbeit­ge­ber-Ser­vice gemel­det. Rech­ne­risch kam ein*e Bewerber*in auf rund 1,4 Aus­bil­dungs­stel­len. Im Vor­jahr lag das Ver­hält­nis bei 1,5.

Im Ver­gleich zum Vor­jahr waren im August zehn Bewerber*innen mehr gemel­det. 387 Bewerber*innen und damit rund 13 Pro­zent sind noch unver­sorgt, also noch ohne Aus­bil­dungs­platz. Im Jahr zuvor waren es zu die­sem Zeit­punkt 14 Pro­zent.

Aus­bil­dungs­stel­len waren im August 289 weni­ger gemel­det als im Vor­jahr. 1.625 also 39 Pro­zent waren noch unbe­setzt. Vor einem Jahr waren es nahe­zu genau­so vie­le.

„Eine Berufs­aus­bil­dung ist ein guter Start ins Berufs­le­ben und bie­tet her­vor­ra­gen­de Aus­sich­ten. Auch jetzt haben Spät­ent­schlos­se­ne noch die Chan­ce auf einen Aus­bil­dungs­platz. Wer im Herbst eine Aus­bil­dung begin­nen möch­te, soll­te sich umge­hend an unse­re Berufs­be­ra­tung wen­den“, appel­liert Clau­dia Wol­fin­ger. „Auf der ande­ren Sei­te bera­ten und unter­stüt­zen wir ger­ne Aus­bil­dungs­be­trie­be, die auch schwä­che­ren oder älte­ren Bewerber*innen eine Chan­ce geben“, so Wol­fin­ger

Beruf­li­che Bil­dung lohnt sich immer

Beruf­li­che Bil­dung lohnt sich immer und stei­gert die Chan­cen auf dem Arbeits­markt. Zum Bei­spiel ste­hen den 3.433 Per­so­nen ohne Berufs­aus­bil­dung, die im August arbeits­los gemel­det waren gera­de ein­mal 1.328 gemel­de­te Stel­len auf Hel­fer­ni­veau zur Ver­fü­gung.

„Um die­ser Dis­kre­panz zu begeg­nen, und die Chan­cen von arbeits­los gemel­de­ten Men­schen am Arbeits­markt zu erhö­hen, för­dern wir bereits seit lan­gem deren beruf­li­che Wei­ter­bil­dung“, erläu­tert Clau­dia Wol­fin­ger.

Weni­ger neu gemel­de­te Stel­len als im Vor­mo­nat

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­tern 856 neue Stel­len im Lau­fe des Monats. Das sind 37 bzw. 4,1 Pro­zent weni­ger als im Vor­mo­nat und 210 bzw. 19,7 Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr.

Der größ­te Anteil an neu gemel­de­ten Stel­len kam mit 168 aus dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be. Danach folgt die Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit 143 neu­en Stel­len, aus dem Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen wur­den 127, aus dem Groß- und Ein­zel­han­del 72 und aus der öffent­li­che Ver­wal­tung 62 Stel­len neu gemel­det. Das Bau­ge­wer­be mel­de­te 51 und das Gast­ge­wer­be 28 neue Stel­len.

Offe­ne Stel­len vor allem für Beru­fe in der Fer­ti­gung

Die Arbeitgeber*innen boten 1.803 offe­ne Stel­len für Arbeitnehmer*innen mit Beru­fen in der Fer­ti­gung an. Das sind 15 mehr als im Vor­mo­nat. 616 Stel­len und damit nahe­zu genau­so vie­le wie im Vor­mo­nat wur­den für Per­so­nen mit Gesund­heits­be­ru­fen ange­bo­ten und 599 für Arbeitnehmer*innen mit Bau- und Aus­bau­be­ru­fen, eben­falls nahe­zu genau­so vie­le wie im Vor­mo­nat.

Dem­ge­gen­über stan­den 1.468 arbeits­los gemel­de­te Per­so­nen mit einem Ziel­be­ruf in der Fer­ti­gung. Das sind 101 mehr als im Vor­mo­nat. Zudem such­ten 1.119 Per­so­nen im Seg­ment der Ver­kehr- und Logis­tik­be­ru­fe wie zum Bei­spiel Lagerarbeiter*innen, 27 mehr als im Vor­mo­nat, eine Stel­le. Außer­dem waren 805 Per­so­nen im Seg­ment der Han­dels­be­ru­fe auf der Suche nach einer Arbeits­stel­le und damit 32 mehr als im Vor­mo­nat

Setzt man die Zahl arbeits­los gemel­de­ter Per­so­nen und die gemel­de­ten Stel­len ent­spre­chend der Beru­fe in Rela­ti­on, gab es im Seg­ment der Sicher­heits­be­ru­fe wie zum Bei­spiel Security-Mitarbeiter*innen 7,1 Arbeits­lo­se je gemel­de­ter Arbeits­stel­le, bei den Rei­ni­gungs­be­ru­fen 4,0, bei den Beru­fen in Unter­neh­mens­füh­rung und ‑orga­ni­sa­ti­on wie zum Bei­spiel Tätig­kei­ten in Büro und Sekre­ta­ri­at 2,9. Auf der ande­ren Sei­te gab es im Seg­ment der Gesund­heits­be­ru­fe 0,6 Arbeits­lo­se je gemel­de­ter Arbeits­stel­le und 0,7 bei den Bau- und Aus­bau­be­ru­fen. 0,8 Arbeits­lo­se je gemel­de­ter Arbeits­stel­le gab es bei den unter­neh­mens­be­zo­ge­ne Dienst­leis­tungs­be­ru­fen wie zum Bei­spiel Beru­fe in der Finanz­dienst­leis­tung, im Rech­nungs­we­sen und der Steu­er­be­ra­tung sowie in Recht und Ver­wal­tung und damit genau­so vie­le wie bei den Beru­fen in der Fer­ti­gung.

„Hier wird der Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel sicht­bar, dem wir durch die ent­spre­chen­de Bera­tung und För­de­rung von Umschu­lun­gen und der Wei­ter­bil­dung Beschäf­tig­ter begeg­nen, in den Berei­chen, in denen der Bedarf besteht“, erör­tert Clau­dia Wol­fin­ger.

Stadt und Landkreise

Der Arbeits­markt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen waren im August 1.911 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 63 mehr als im Vor­mo­nat und nahe­zu genau­so vie­le wie im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 52 auf 258. Das sind 15 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen liegt bei 3,5 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punk­te über dem Wert des Vor­mo­nats. Sie ist genau­so hoch wie im Vor­jahr.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im August 127 neue Stel­len, das sind 43 weni­ger als vor einem Monat und 26 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt in der Stadt Ans­bach

In der Stadt Ans­bach waren im August 1.159 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 82 mehr als im Vor­mo­nat und 105 weni­ger als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 34 auf 146. Das sind neun weni­ger als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te in der Stadt Ans­bach liegt bei 4,8 Pro­zent, 0,3 Pro­zent­punk­te über dem Wert des Vor­mo­nats und 0,5 Pro­zent­punk­te unter dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im August 152 neue Stel­len, das sind neun weni­ger als vor einem Monat und 66 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Ans­bach

Im Land­kreis Ans­bach waren im August 3.070 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 107 mehr als im Vor­mo­nat und 177 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 84 auf 401. Das sind 16 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Ans­bach liegt bei 2,8 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punkt über dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice im August 373 neue Stel­len, das sind 39 mehr als vor einem Monat und 63 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Roth

Im Land­kreis Roth waren im August 1.900 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 173 mehr als im Vor­mo­nat und 165 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 56 auf 272. Das sind 41 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Roth liegt bei 2,6 Pro­zent, 0,3 Pro­zent­punk­te über dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im August 204 neue Stel­len, das sind 24 weni­ger als vor einem Monat und 55 weni­ger als vor einem Jahr.

Foto: Bri­git­te Dorr