Arbeitslosigkeit sinkt im Vergleich zum Vorjahr

von | 3. Juli 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). „Die Abnah­me der Arbeits­lo­sig­keit im Ver­gleich zum Vor­jahr ist in ers­ter Linie dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass vie­le Geflüch­te­te aus der Ukrai­ne, die seit einem Jahr von den Job­cen­tern betreut wer­den einen Inte­gra­ti­ons­kurs absol­vie­ren. Wäh­rend die­ser Zeit gel­ten sie nicht als arbeits­los. Eini­ge haben auch schon eine Arbeit gefun­den. Gleich­zei­tig hat die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Men­schen, die von der Agen­tur für Arbeit betreut wer­den im Vor­jah­res­ver­gleich zuge­nom­men. Dies ist eine Fol­ge der schwie­ri­ger wer­den­den wirt­schaft­li­chen Gesamt­si­tua­ti­on“, erläu­tert Wolf­gang Lan­ger, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg.

„Unbe­scha­det des­sen ist der Bestand an offe­nen Stel­len wei­ter­hin sehr hoch. Infol­ge­des­sen bie­ten sich für Arbeitnehmer*innen aktu­ell gute Chan­cen auf dem Arbeits­markt, wenn sie über eine ent­spre­chen­de Qua­li­fi­ka­ti­on ver­fü­gen. Dem­entspre­chend unter­stützt die Agen­tur für Arbeit arbeits­lo­se Men­schen bei der Wei­ter­bil­dung eben­so wie Beschäf­tig­te“, erklärt Lan­ger. Bei Agen­tur für Arbeit mehr, bei Job­cen­tern weni­ger arbeits­los gemel­det als im Vor­jahr Von den ins­ge­samt 6.929 arbeits­los gemel­de­ten Men­schen wer­den 3.398 und damit 49,0 Pro­zent von der Agen­tur für Arbeit betreut, nahe­zu genau­so vie­le wie im Vor­mo­nat. Im Ver­gleich zum Juni 2022 ist die Zahl der Per­so­nen, die bei der Agen­tur für Arbeit arbeits­los gemel­det sind um 129 bezie­hungs­wei­se 3,9 Pro­zent gestie­gen. Bei den Job­cen­tern sind der­zeit 3.531 Per­so­nen arbeits­los gemel­det. Das sind 62 mehr als im Vor­mo­nat. Zum Vor­jahr errech­net sich eine Abnah­me um 508 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 12,6 Pro­zent. Unter den aktu­ell bei den Job­cen­tern arbeits­los gemel­de­ten Men­schen haben 713 die Ukrai­ni­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit.

„Seit einem Jahr beglei­ten die Job­cen­ter die ukrai­ni­schen Geflüch­te­ten, mit dem Ziel sie in eine Beschäf­ti­gung, Aus­bil­dung oder Qua­li­fi­zie­rung zu ver­mit­teln, die ihren Kom­pe­ten­zen und ihrer Qua­li­fi­ka­ti­on ent­spricht. Dafür sind gute Deutsch­kennt­nis­se von gro­ßer Bedeu­tung. Gera­de in qua­li­fi­zier­ten Tätig­kei­ten ist daher nach einem Inte­gra­ti­ons­kurs häu­fig noch eine berufs­be­zo­ge­ne Sprach­för­de­rung erfor­der­lich. Gleich­zei­tig brin­gen ukrai­ni­sche Geflüch­te­te gute Vor­aus­set­zun­gen mit, um erfolg­reich auf dem deut­schen Arbeits­markt anzu­kom­men und nach­hal­ti­ge Beschäf­ti­gun­gen zu fin­den. Sie ver­fü­gen zu mehr als 70 Pro­zent über ukrai­ni­sche Berufs­ab­schlüs­se und Berufs­er­fah­rung und sind rela­tiv jung“, führt Wolf­gang Lan­ger aus.

Bestand offe­ner Stel­len nimmt ab, aber bleibt über Vor­kri­sen­ni­veau
Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­tern 1.035 neue Stel­len im Lau­fe des Monats. Im Vor­mo­nats­ver­gleich sind das 48 mehr. Der Ver­gleich mit Juni 2022 ergibt 98 neu gemel­de­te Stel­len weni­ger. Der Bestand an offe­nen Stel­len ist mit 6.299 um 294 nied­ri­ger als im Juni 2022 aber immer noch deut­lich höher als jeweils im Juni der Jah­re 2019 (5.063) und 2018 (5.232), vor der Coro­na­kri­se. Der größ­te Anteil an frei­en Stel­len kommt mit 1.249 aus dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be. Danach folgt die Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit 1.086 offe­nen Arbeits­stel­len. Im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen sind 785 und im Bau­ge­wer­be sind 635 Stel­len zu beset­zen. Der Groß- und Ein­zel­han­del mel­det 536 Arbeits­plät­ze und das Gast­ge­wer­be 322. Ein Plus gegen­über dem Juni 2022 gibt es im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen mit 2,5 Pro­zent mehr frei­en Arbeits­stel­len im Bestand.

Mehr Aus­bil­dungs­stel­len besetzt als vor einem Jahr
Im Juni sind 4.289 Aus­bil­dungs­stel­len gemel­det. Im Ver­gleich zum Vor­jahr ent­spricht das einer Zunah­me um 8,1 Pro­zent. Davon sind 2.264 also etwa 53 Pro­zent noch unbe­setzt. Im Jahr zuvor waren es zu die­sem Zeit­punkt etwa 54 Pro­zent. Auf der ande­ren Sei­te sind im Juni 2.734 Bewerber*innen bei der Berufs­be­ra­tung gemel­de­te. Das sind 154 bezie­hungs­wei­se 6,0 Pro­zent mehr als vor einem Jahr. 869 Bewerber*innen und damit rund 32 Pro­zent sind noch unver­sorgt, also noch ohne Aus­bil­dungs­platz. Vor einem Jahr waren es zu die­sem Zeit­punkt rund 34 Pro­zent. „Auch wenn sich die­ses Jahr mehr jun­ge Men­schen für eine Berufs­aus­bil­dung inter­es­sie­ren als letz­tes Jahr, über­steigt die Zahl der Aus­bil­dungs­stel­len wei­ter­hin die der Bewerber*innen deut­lich. Zugleich eröff­net dies Jugend­li­chen her­vor­ra­gen­de Chan­cen. Eine Aus­bil­dung ist ein guter Start ins Berufs­le­ben, denn sie bie­tet inter­es­san­te Per­spek­ti­ven und her­vor­ra­gen­de Kar­rie­re­mög­lich­kei­ten. Wer die­ses Jahr die Schu­le abschließt und noch kei­nen Aus­bil­dungs­platz oder Fra­gen zu einer Berufs­aus­bil­dung hat, soll­te sich jetzt an unse­re Berufs­be­ra­tung wen­den“, erklärt Wolf­gang Lan­ger.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen
Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen liegt bei 3,3 Pro­zent (Vor­mo­nat: 3,3 Pro­zent, Vor­jahr: 3,4 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen ist im Ver­gleich zum Vor­mo­nat exakt gleich­ge­blie­ben und liegt bei 1.780, was einem Minus von 52 Per­so­nen im Ver­gleich zum Vor­jahr ent­spricht. Die Arbeitgeber*innen des Land­krei­ses Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen mel­de­ten
dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juni 168 neue Stel­len, das sind 16 weni­ger als vor einem Monat und 18 weni­ger als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind 1.297 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: +8; Vor­jahr: ‑21). Bei der Agen­tur für Arbeit sind 744 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, das sind im Vor­mo­nats­ver­gleich 23 Per­so­nen weni­ger. Beim Job­cen­ter sind mit 1.036 Per­so­nen 23 mehr arbeits­los gemel­det als im Vor­mo­nat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr stieg die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 12 Per­so­nen, im Bereich des Job­cen­ters nahm sie um 64 Per­so­nen ab.

Der Arbeits­markt in der Stadt Ans­bach
Die Arbeits­lo­sen­quo­te in der Stadt Ans­bach liegt bei 4,5 Pro­zent (Vor­mo­nat: 4,3 Pro­zent und Juni 2022: 3,9 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Men­schen ist im Ver­gleich zum Mai um 43 gestie­gen und liegt jetzt bei 1.081 Per­so­nen. Im Vor­jah­res­ver­gleich nahm sie um 160 zu. Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juni 199 neue Stel­len, das sind drei mehr als vor einem Monat und sie­ben mehr als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind aus dem Stadt­ge­biet Ans­bach 826 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: +5; Vor­jahr: +97).

Bei der Agen­tur für Arbeit sind 429 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 20 mehr als vor einem Monat. Beim Job­cen­ter sind mit 652 Per­so­nen 23 Men­schen mehr arbeits­los gemel­det als vor einem Monat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr nahm die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 61 Per­so­nen zu, im Bereich des Job­cen­ters stieg sie um 99 Per­so­nen.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Ans­bach
Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Ans­bach liegt bei 2,3 Pro­zent (Vor­mo­nat: 2,3 Pro­zent und Juni 2022: 2,7 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen nahm im Ver­gleich zum Mai um 25 zu und liegt jetzt bei 2.563. Im Vor­jah­res­ver­gleich nahm sie um 287
ab. Die Arbeitgeber*innen des Land­krei­ses Ans­bach mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice im Juni mit 373 neu­en Stel­len nahe­zu genau­so vie­le wie vor einem Monat und 37 weni­ger als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind 2.288 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: ‑3; Vor­jahr: — 276).
Bei der Agen­tur für Arbeit sind mit 1.382 Per­so­nen nahe­zu genau­so vie­le arbeits­los gemel­det wie im Vor­mo­nat. Beim Job­cen­ter sind mit 1.181 Men­schen 24 mehr arbeits­los gemel­det als vor einem Monat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr stieg die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 85 Per­so­nen, im Bereich des Job­cen­ters sank sie um 372 Per­so­nen.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Roth
Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Roth liegt bei 2,0 Pro­zent (Vor­mo­nat: 2,0 Pro­zent, Vor­jahr: 2,3 Pro­zent). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen ist mit 1.505 im Ver­gleich zum Vor­mo­nat nahe­zu gleich­ge­blie­ben. Im Vor­jah­res­ver­gleich liegt sie um 200 nied­ri­ger.
Die Arbeitgeber*innen des Land­krei­ses Land­kreis Roth mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Mai 295 neue Stel­len, das sind 59 mehr als vor einem Monat und 50 weni­ger als vor einem Jahr. Ins­ge­samt sind 1.888 freie Stel­len im Bestand (Vor­mo­nat: ‑16; Vor­jahr: ‑94). Bei der Agen­tur für Arbeit sind 843 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, das sind im Vor­mo­nats­ver­gleich 21 Per­so­nen mehr. Beim Job­cen­ter sind 662 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, acht weni­ger als im Vor­mo­nat. Im Ver­gleich zum Vor­jahr nahm die Arbeits­lo­sig­keit im Bereich der Agen­tur für Arbeit um 29 Per­so­nen, im Bereich des Job­cen­ters um 171 Per­so­nen ab.

Foto: Bri­git­te Dorr