Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen trotz angespannter Wirtschaft weiterhin hoch
Der regionale Ausbildungsmarkt im Berichtsjahr 2025/2026 zeigt sich krisenfest. „Die Zahl der Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum vorigen Jahr nur leicht gesunken“, sagt Wolfgang Langer, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg. „Derweil verzeichnen wir einen leichten Anstieg bei der Zahl der Bewerber*innen.“ Auf einen jungen Menschen kommen damit rein rechnerisch 1,3 freie Stellen. „Damit bleibt der Markt ein Bewerber*innenmarkt“, ordnet Langer ein. „Die Situation der jungen Menschen hier unterscheidet sich damit deutlich von der deutschlandweiten.“
Während bundesweit der Anteil der in Ausbildung wechselnden Menschen der kleinste seit der Wiedervereinigung ist, bleibt der Wert im Agenturbezirk auf einem ähnlichen Niveau wie im letzten Berichtsjahr. „Obwohl die Wirtschaft weiter schwächelt, zeigt uns die Einstellungsbereitschaft der Betriebe, dass sie an die Zukunft denken“, resümiert Wolfgang Langer. „Auch wenn noch zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt sind, ist auch hier der Wert etwas gesunken. Arbeitgeber*innen und Interessierte finden also zueinander, nicht zuletzt aufgrund unserer Vermittlungsarbeit. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass sich junge Menschen ein solides Fundament für ihre Zukunft erwerben können.“
Flexibilität ist gefragt: Vermittlung in Ausbildung ist auch jetzt noch möglich
Zum Berichtsjahresende waren 38 Bewerber*innen (1,2 Prozent) unversorgt. „Wer noch nach einer Stelle sucht, hat auch jetzt noch Chancen. Theoretisch stehen jedem unversorgten jungen Menschen noch 11 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung. Unser Arbeitgeberservice und die Berufsberatung helfen sowohl Unternehmen als auch Interessierten bei der Suche. Auch mit Fördermöglichkeiten stehen wir zur Seite, beispielsweise im Rahmen der Assistierten Ausbildung“, empfiehlt Wolfgang Langer. „So können wir Jugendliche gezielt und individuell auf ihrem Weg unterstützen.“
Das Ausbildungsjahr 2025/2026 in Zahlen
Im Berichtsjahr standen im Agenturbezirk rechnerisch pro Bewerber*in 1,3 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Das entspricht nahezu dem Verhältnis des Vorjahres (1,4). Die Zahl der Bewerber*innen ist auf 3.198 gestiegen. Im Vergleich zum Berichtsjahr 2024/2025 sind das 50 beziehungsweise 1,6 Prozent mehr. Gleichzeitig waren mit 4.297 Ausbildungsstellen 59 beziehungsweise 1,4 Prozent weniger gemeldet als zum Ende des vorigen Berichtsjahrs.
Die meisten Bewerber*innen beginnen eine Berufsausbildung
Die meisten gemeldeten Bewerber*innen, 1.863 beziehungsweise 58,3 Prozent, haben eine Berufsausbildung begonnen. Das entspricht absolut betrachtet 54 Bewerber*innen weniger gegenüber dem Vorjahr. Eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum absolvieren heuer 598 Bewerber*innen beziehungsweise 18,7 Prozent. 158 Bewerber*innen beziehungsweise 4,9 Prozent gehen mittlerweile einer Erwerbstätigkeit nach, 71 oder 2,2 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet. 36 Bewerber*innen beziehungsweise 1,1 Prozent leisten einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst wie zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst.
Weniger unbesetzte Ausbildungsstellen als im Vorjahr
Von 4.297 gemeldeten Ausbildungsstellen waren Ende September 415 Stellen beziehungsweise 9,7 Prozent unbesetzt. Das sind 126 unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als vor einem Jahr.
Das Ausbildungsjahr nach Branchen
Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 1.407 gemeldeten Ausbildungsstellen Ende September noch 132 beziehungsweise 9,4 Prozent unbesetzt. Im Handel, der Instandhaltung und Reparatur von Kfz waren von 905 Stellen noch 53 beziehungsweise 5,9 Prozent unbesetzt. Das Baugewerbe hat 572 Stellen gemeldet, von denen noch 71 beziehungsweise 12,4 Prozent unbesetzt waren. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren 77 der 516 Ausbildungsstellen unbesetzt (14,9 Prozent). Das Gesundheits- und Sozialwesen hat 217 Stellen angeboten, von denen bislang 19 beziehungsweise 8,8 Prozent nicht besetzt werden konnten. Im Gastgewerbe waren von 145 Ausbildungsstellen noch 20 frei beziehungsweise 13,8 Prozent.
Ausbildungssituation in der Stadt und den Landkreisen
In der Stadt Ansbach gab es 321 Bewerber*innen für 495 Ausbildungsstellen. Das entspricht 1,5 Ausbildungsstellen pro Bewerber*in. 28 Ausbildungsstellen beziehungsweise 5,7 Prozent waren Ende September noch unbesetzt. Das sind 11 unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als im vergangenen Jahr.
In der Stadt Ansbach waren 6 Bewerber*innen noch unversorgt, 148 Bewerber*innen beziehungsweise 46,1 Prozent münden in eine Berufsausbildung ein. 70 Bewerber*innen oder 21,8 Prozent absolvieren eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum. Eine Erwerbstätigkeit haben 23 Bewerber*innen beziehungsweise 7,2 Prozent aufgenommen. 8 Bewerber*innen beziehungsweise 2,5 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet.
Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 112 Ausbildungsstellen 7 unbesetzt (6,3 Prozent). Im Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kfz waren von 104 Ausbildungsstellen zum Stichtag nahezu alle besetzt. Im Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren von 89 Stellen noch 10 unbesetzt, das entspricht 11,2 Prozent. Dagegen sind von den 37 angebotenen Stellen Gesundheits- und Sozialwesen fast alle besetzt. Ähnlich im Bereich Erziehung und Unterricht: Hier wurden alle der 34 Stellen besetzt.
Landkreis Ansbach
Im Landkreis Ansbach gab es 1.157 Bewerber*innen für 1.520 Ausbildungsstellen. Das entspricht rund 1,3 Stellen pro Bewerber*in. 170 Ausbildungsstellen (11,2 Prozent) waren Ende September noch unbesetzt. Das sind 11 unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als im vergangenen Jahr.
18 Bewerber*innen waren noch unversorgt, 737 Bewerber*innen beziehungsweise 63,7 Prozent haben eine Berufsausbildung begonnen. 191 Bewerber*innen oder 16,5 Prozent absolvieren eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum. Eine Erwerbstätigkeit haben 52 Bewerber*innen beziehungsweise 4,5 Prozent aufgenommen. 20 Bewerber*innen beziehungsweise 1,7 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet. 12 Bewerber*innen beziehungsweise 1,0 Prozent leisten einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst wie zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst.
Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 640 gemeldeten Ausbildungsstellen Ende September noch 91 beziehungsweise 14,2 Prozent unbesetzt. Das Baugewerbe hat 258 Stellen gemeldet, von denen noch 26 beziehungsweise 10,1 Prozent unbesetzt waren. Im Handel und Instandhaltung und Reparatur von Kfz waren von 232 Stellen noch 22 beziehungsweise 9,5 Prozent unbesetzt. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren 3 der 168 Ausbildungsstellen unbesetzt (1,8 Prozent). Das Gesundheits- und Sozialwesen hat 58 Stellen angeboten, von denen nahezu alle besetzt wurden.
Landkreis Roth
Im Landkreis Roth gab es 838 Bewerber*innen für 1.185 Ausbildungsstellen. Das entspricht 1,4 Ausbildungsstellen pro Bewerber*in. 71 Ausbildungsstellen beziehungsweise 6,0 Prozent waren Ende September noch unbesetzt. Das sind 58 unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als im vergangenen Jahr.
5 Bewerber*innen sind versorgt, 488 Bewerber*innen beziehungsweise 58,2 Prozent haben eine Berufsausbildung begonnen. 150 Bewerber*innen oder 17,9 Prozent absolvieren eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum. Eine Erwerbstätigkeit haben 42 Bewerber*innen beziehungsweise 5,0 Prozent aufgenommen. 21 Bewerber*innen beziehungsweise 2,5 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet. 12 Bewerber*innen beziehungsweise 1,4 Prozent leisten einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst wie zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst.
Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 327 gemeldeten Ausbildungsstellen Ende September noch 10 beziehungsweise 3,1 Prozent unbesetzt. Im Handel und Instandhaltung und Reparatur von Kfz waren von 330 Stellen noch 7 beziehungsweise 2,1 Prozent unbesetzt. Das Baugewerbe hat 180 Stellen gemeldet, von denen noch 27 beziehungsweise 15,0 Prozent unbesetzt waren. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren 14 der 88 Ausbildungsstellen unbesetzt (15,9 Prozent). Das Gesundheits- und Sozialwesen hat 65 Stellen angeboten, von denen nahezu alle besetzt wurden.
Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gab es 882 Bewerber*innen für 1.097 Ausbildungsstellen. Das entspricht 1,2 Ausbildungsstellen pro Bewerber*in. 146 Ausbildungsstellen beziehungsweise 16,6 Prozent waren Ende September noch unbesetzt. Das sind 46 unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als im vergangenen Jahr.
9 Bewerber*innen waren noch unversorgt, 453 Bewerber*innen beziehungsweise 51,4 Prozent haben eine Berufsausbildung begonnen. 187 Bewerber*innen oder 21,2 Prozent absolvieren eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum. 22 Bewerber*innen beziehungsweise 2,5 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet. 9 Bewerber*innen leisten einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst wie zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst, das entspricht 1,0 Prozent.
Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 328 gemeldeten Ausbildungsstellen Ende September noch 24 beziehungsweise 7,3 Prozent unbesetzt. Im Handel und Instandhaltung und Reparatur von Kfz waren von 239 Stellen noch 22 beziehungsweise 9,2 Prozent unbesetzt. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren 50 der 171 Ausbildungsstellen unbesetzt (29,2 Prozent). Das Baugewerbe hat 103 Stellen gemeldet, von denen noch 18 beziehungsweise 17,5 Prozent unbesetzt waren. Das Gastgewerbe hat 65 Stellen gemeldet, wovon 8 unbesetzt blieben (12,3 Prozent).
Foto: Brigitte Dorr


