Ausbildungsmarkt im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen unter Druck

von | 31. Januar 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Nach­wuchs-Man­gel: Der Aus­bil­dungs­markt im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen steht unter Druck. Dar­auf hat die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten hin­ge­wie­sen. Nach Anga­ben der NGG regis­triert die Arbeits­agen­tur im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen 66 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­stel­len. 13 davon in der Lebens­mit­tel­in­dus­trie. „Wir haben einen Azu­bi-Man­gel. Gleich­zei­tig haben in Bay­ern 14 Pro­zent der 20- bis 34-Jäh­ri­gen kei­nen Berufs­ab­schluss. Ein Phä­no­men, das auch vie­le jun­ge Men­schen im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen betrifft. Sie haben damit
nicht die bes­ten Per­spek­ti­ven auf dem Arbeits­markt – auch was den Lohn angeht“, so Regi­na Schle­ser. Die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth beruft sich dabei auf Anga­ben des Bun­des­in­sti­tuts für Berufs­bil­dung (BIBB).

Die Gewerk­schaft befürch­tet einen „gefähr­li­chen Trend“: Jugend­li­che, die maxi­mal einen Haupt­schul­ab­schluss haben, schaff­ten immer sel­te­ner den Sprung in eine Aus­bil­dung. „Es kommt dar­auf an, dass die­se Jugend­li­chen inten­si­ver geför­dert wer­den. Sie müs­sen für eine Aus­bil­dung fit gemacht wer­den“, so Schle­ser. Arbeits­agen­tu­ren, Job­cen­ter und Unter­neh­men soll­ten bei der Aus­bil­dungs­för­de­rung von Jugend­li­chen des­halb jetzt in den Tur­bo­gang schal­ten.
Betrie­be soll­ten auf „Azu­bi-Lot­sen“ set­zen. „Die müss­ten sich aktiv dar­um küm­mern, über­haupt erst ein­mal an jun­ge Men­schen her­an­zu­kom­men. Dann geht es dar­um, sie für Aus­bil­dungs­be­ru­fe zu begeis­tern. Und wenn Jugend­li­che bei­spiels­wei­se Schwie­rig­kei­ten beim Ler­nen haben, kann das für den Betrieb auch bedeu­ten, drei Jah­re lang Nach­hil­fe anzu­bie­ten. Denn das Pen­sum, das die Berufs­schu­len haben, über­for­dert vie­le jun­ge Men­schen“, sagt Regi­na Schle­ser von der NGG Nürn­berg-Fürth.

Die Wirt­schaft im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen müs­se sich für das neue Aus­bil­dungs­jahr bes­ser prä­pa­rie­ren. Es sei grund­sätz­lich not­wen­dig, mehr für den Job-Nach­wuchs zu tun. „Das fängt damit an, das Poten­ti­al zu erken­nen, das in einem jun­gen Men­schen steckt“, so Schle­ser. Ab die­sem Som­mer gebe es für Jugend­li­che außer­dem Rücken­wind aus Ber­lin: „Der Bun­des­tag hat eine Aus­bil­dungs­ga­ran­tie beschlos­sen. Ab August haben jun­ge Men­schen damit Anspruch auf eine Aus­bil­dung. Wer kei­nen Aus­bil­dungs­platz in einem Betrieb gefun­den hat, bekommt das Recht auf eine außer­be­trieb­li­che Aus­bil­dung“, sagt
Regi­na Schle­ser.

Attrak­ti­ver sei natür­lich die Aus­bil­dung in einem Betrieb – also „mit­ten im Berufs­le­ben“. Des­halb spricht sich die NGG Nürn­berg-Fürth zudem für eine umla­ge­fi­nan­zier­te Aus­bil­dungs­ga­ran­tie aus. „Dabei zah­len alle Betrie­be in einen Fonds ein. Wer aus­bil­det, bekommt dann aus die­sem Aus­bil­dungs­topf einen Groß­teil der Kos­ten erstat­tet – etwa für die Ver­gü­tung, die Azu­bis bekom­men“, erklärt Regi­na Schle­ser.

Bild­un­ter­schrift: War­um nicht irgend­was mit Lebens­mit­teln? Eine Aus­bil­dung kann auch lecker sein, sagt die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG). Foto: NGG | Tobi­as Sei­fert