Ist da genug Platz für Retter?

von | 31. Januar 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Falsch­par­ker blo­ckie­ren oft die Ein­satz­fahrt von Ret­tungs­kräf­ten. Um auf die Pro­ble­ma­tik hin­zu­wei­sen, waren Ansprech­part­ner des Gun­zen­hau­se­ner Ord­nungs­amts, der ört­li­chen Poli­zei­in­spek­ti­on und des Zweck­ver­bands Kom­mu­na­le Ver­kehrs­si­cher­heit Ober­pfalz auf Kon­troll­fahrt mit der hie­si­gen Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr unter­wegs.

Es brennt. Weni­ge Minu­ten nach dem Alarm ist die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Gun­zen­hau­sen in ihren Lösch­fahr­zeu­gen auf dem Weg zum Ein­satz­ort. Doch an man­chen Stel­len ist kein Durch­kom­men, Fahr­zeu­ge blo­ckie­ren enge Stra­ßen und Kreu­zungs­be­rei­che sowie Feu­er­wehr­an­fahrts­zo­nen, das Füh­ren des Ein­satz­wa­gens wird zur Her­aus­for­de­rung. Die Ret­tungs­kräf­te ver­lie­ren wich­ti­ge Zeit. Zum Glück war das Gan­ze nur eine Übung. Bei einer Kon­troll­fahrt durch die Stadt demons­trier­ten die ehren­amt­li­chen Feu­er­wehr­kräf­te, vor wel­chen Pro­ble­men sie regel­mä­ßig – bedingt durch falsch gepark­te Autos – ste­hen,
wenn sie mit ihren Ein­satz­fahr­zeu­gen unter­wegs sind. Bei der Akti­on wur­den aus­ge­wähl­te Eng­stel­len ange­fah­ren, um die dor­ti­ge Ver­kehrs­si­tua­ti­on sowie
Beschil­de­rung zu prü­fen und auf­fäl­li­ge Park­ver­stö­ße zu ver­war­nen. „Oft­mals wer­den Fahr­zeu­ge in engen Stra­ßen gedan­ken­los geparkt“, sagt ein Mit­ar­bei­ter von der Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de der Stadt Gun­zen­hau­sen. „Ret­tungs­fahr­zeu­ge sind meist gro­ße und brei­te Lkw und haben eine Brei­te von bis zu 2,50 Metern, wo sich ein Pkw gera­de noch so hin­durch­schlän­geln kann, ist für einen Lkw kein Durch­kom­men mehr.“

Zudem war mit Tom­my Dör­ner ein Ansprech­part­ner des Zweck­ver­bands Kom­mu­na­le Ver­kehrs­si­cher­heit Ober­pfalz vor Ort. Der Ver­band küm­mert sich in Gun­zen­hau­sen seit Janu­ar 2022 um die Park­raum­über­wa­chung. Der Lei­ter des ruhen­den Ver­kehrs ergänzt: „Es müs­sen nicht nur Ret­tungs­we­ge und Feu­er­wehr­zu­fahr­ten zu jeder Tages- und Nacht­zeit frei­ge­hal­ten wer­den.

Im Stra­ßen­ver­kehr gel­ten auch bestimm­te Abstands­re­geln – selbst, wenn kein Schild expli­zit auf ein Park­ver­bot hin­weist.“ So muss beim Par­ken am Stra­ßen­rand eine Rest-Fahr­bahn­brei­te von min­des­tens 3,05 Metern gewähr­leis­tet sein sowie hin­ter bzw. vor Kreu­zun­gen oder Ein­mün­dun­gen ein Abstand von fünf Metern ein­ge­hal­ten wer­den.

Das Resü­mee: „Es gibt in Gun­zen­hau­sen noch eini­ge Pro­blem­stel­len, an denen die Not­wen­dig­keit besteht, inten­si­ver zu über­wa­chen – und das nicht
nur im Haupt­ort, son­dern auch in den umlie­gen­den Orts­tei­len. Schließ­lich kön­nen acht­los abge­stell­te Fahr­zeu­ge im Not­fall wert­vol­le Zeit und schlimms­ten­falls sogar Men­schen­le­ben kos­ten. Wir möch­ten unse­re Bür­ger nach­hal­tig für die­se Pro­ble­ma­tik sen­si­bi­li­sie­ren, denn es geht immer­hin um ihre eige­ne Sicher­heit. Jeder von uns kann in eine Not­la­ge gera­ten und so schnell wie mög­lich Hil­fe benö­ti­gen“.

Wie wich­tig die freie Fahrt für Ret­tungs­kräf­te ist, belegt übri­gens auch eine Stu­die des Deut­schen Roten Kreu­zes: Bei 80 Pro­zent aller Ein­satz­fahr­ten
ver­lie­ren Ret­ter lebens­wich­ti­ge Zeit – im Schnitt fünf Minu­ten – weil „kein Durch­kom­men“ mög­lich ist (Quel­le: Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt 2019).

Über den Zweck­ver­band Kom­mu­na­le Ver­kehrs­si­cher­heit Ober­pfalz

Gegrün­det wur­de der ZV KVS im Novem­ber 2014 von 11 Grün­dungs­mit­glie­dern als „klas­si­scher“ Über­wa­cher des ruhen­den und flie­ßen­den Ver­kehrs.
Heu­te erfüllt der Zweck­ver­band die­se Auf­ga­be für mitt­ler­wei­le über 140 ange­schlos­se­ne Städ­te, Gemein­den und Ver­wal­tungs­ge­mein­schaf­ten. Bedingt
durch die­ses Wachs­tum hat sich der Zweck­ver­band in den letz­ten Jah­ren stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt – vom rei­nen Ver­kehrs­über­wa­cher zum kom­mu­na­len Dienst­leis­ter. Schließ­lich hat er sich ein Ziel gesetzt: Sei­nen Kom­mu­nen, die sich ins­be­son­de­re im länd­li­chen Raum befin­den, als Dienst­leis­ter rund
um die The­men Ver­kehrs­si­cher­heit, Mobi­li­tät und Ord­nung zur Sei­te zu ste­hen und gemein­sam mit ihnen an die­ser anspruchs­vol­len Auf­ga­be zu arbei­ten.

Foto: Tom­my Dörner/ZV KVS Ober­pfalz